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Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

Periodical

Persistent identifier:
1002764262
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
Document type:
Periodical
Publisher:
Auer
Publication year:
1878
Place of publication:
Donauwörth
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555177-2
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002764262_01
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1878
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 4]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Die Volksschule auf der Pariser Weltausstellung
Subtitle:
Bericht
Author:
Herberich, Johann Michael
Person in original:
von J. M. Herberich
World Fair <1878, Paris>
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002764262-01-1373814941078-23
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)
  • Title page
  • Inhaltsverzeichniß
  • Periodical issue (1)
  • [Heft 2] (2)
  • [Heft 3] (3)
  • [Heft 4] (4)
  • Das "Züchtigungsrecht" in Schule und Haus
  • Die Geometrie in der Volks- und Fortbildungsschule
  • Die Volksschule auf der Pariser Weltausstellung
  • Luxemburger Schulwesen
  • Chronik der staatlichen Schulverordnungen
  • Rückblick auf die neueste pädagogische Literatur

Full text

198 
III. 
Die Volksschule aus der Pariser Weltausstellung. 
(Bericht von I. M. Herberich.) 
Was letzte Decennium brachte uns die großen Ausstellungen in rascher Folgen 
< -T Noch sprach man von dem geistigen Wettkampfe der Völker, wie er sich jenseits 
des Oceans in Philadelphia abgewickelt, und von den Erfolgen oder Niederlagen, welche 
einzelne Staaten dortselbst errungen oder erlitten, als schon unsere westlichen Nachbarn 
ansingen, den ungeheuren Raum des Marsfeldes von Paris zum zweitenmale zu 
rüsten zu dem erhabenen friedlichen Schauspiele der Exposition universelle von 1878. 
Viele hielten die Sache für verfrüht; manche fürchteten angesichts der dunklen Wolken» 
welche den politischen Horizont verdüsterten, umsomehr ein Fiasco, als das deutsche Reich 
sich ferne hielt. Aber siehe: während „weit hinten in der Türkei die Völker aufeinander- 
schlugen", baute das gewitzigte Frankreich, obwohl seit Jahrhunderten gewohnt, alle 
Händel mit ansfechten zu helfen, in Ruhe und Emsigkeit weiter an seinem Friedens- 
tempel, und als das Geklirre der Waffen verstummt war, stand er schon weit und herrlich 
da, und die Völker des Erdkreises sandten bereitwillig die Erzeugnisse ihrer Kunst und 
Industrie dahin in so reicher Fülle und in solcher Einmüthigkeit, daß sogar Deutschland 
sich in letzter Stunde noch entschloß, wenigstens seine Künstler an dem friedlichen Ringen 
um die Palme des Ruhmes theilnehmen zu lassen. Die Franzosen aber hatten in der 
That die Rechnung nicht ohne den Wirth gemacht; dies beweist der ungemein starke 
Besuch der Ausstellung, der auf täglich 80—100 000 Köpfe berechnet wird. Hiebei muß 
man freilich die Anziehungskraft mit in Berücksichtigung ziehen, welche Paris selbst auf 
die Fremden übt, in Verbindung mit den ermäßigten Fahrpreisen. Immerhin aber dürfte 
die Ausstellung von 1878 den Beweis liefern, daß derartige Veranstaltungen sich noch 
lange nicht überlebt haben, daß sie vielmehr ein ausgezeichnetes Mittel sind, die Resultate 
der Talente und des unermüdeten Fleißes einzelner zum Gemeingut aller zu machen, die 
gegenseitige Achtung der Völker, welche blinder Racenhaß und beschränktes Vorurtheil so 
vielfach trüben, zu erhöhen und den Beweis zu liefern, daß niemand das Recht habe, auf 
irgend ein Culturvolk der Erde mit obligater Geringschätzung herabzuschauen, weil 
man selbst von dem niedrig stehenden in diesem oder jenem Punkte lernen kann. 
Sollen aber die Vortheile, welche derartige Ausstellungen bieten, wirklich Gemein 
gut werden, dann genügt es nicht, wenn die verhältnißmäßig geringe Anzahl der Besucher 
die gemachten Erfahrungen lediglich für sich ausnützt; nein! man muß dieselben in den 
einschlägigen Kreisen zu verbreiten suchen, damit auch diejenigen participiren können, welche 
nicht in der Lage waren, selbst zu prüfen. Damit jedoch hiebei keine Täuschungen unter 
laufen, dürfen jene Besucher der Ausstellungen nicht mit Vorurtheilen (politischen oder 
religiösen) gegen einzelne Völker behaftet sein, weil sonst die nothwendige Unbesangenheit 
leidet und eine richtige Würdigung illusorisch wird. Noch schlimmer ist es natürlich, 
wenn die für die Oeffentlichkeit bestimmten Berichte absichtlich eine tendenziöse Fär 
bung annehmen. In diesem Falle wird der Nutzen für die betreffenden Kreise ein sehr 
geringer sein. Leider finden wir dergleichen Fälschungen des Thatbestandes nicht selten. 
Die Ausstellungsberichte der politischen Journale namentlich lassen gar oft den Part ei - 
standpunkt deutlich erkennen. Aber selbst anFachblättern ist diese betrübende Erscheinung 
wahrzunehmen. Was speciell das Erziehungs- und Unterrichtswesen betrifft, 
welches uns in diesen Blättern beschäftigt, so mußte man schon gelegentlich der früheren 
Ausstellungen die Beobachtung machen, daß die Urtheile der einzelnen Fachmänner, die 
zur Berichterstattung abgeordnet wurden, sehr und oft in wesentlichen Punkten von ein 
ander abwichen. Nun ist es allerdings richtig, daß die individuellen Ansichten unter 
den Pädagogen verschieden sind. Zst man ja nicht einmal in den Grundsätzen einig,
	        

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