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Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

Periodical

Persistent identifier:
1002764262
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
Document type:
Periodical
Publisher:
Auer
Publication year:
1878
Place of publication:
Donauwörth
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555177-2
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002764262_01
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1878
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 2]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Ehre, Lob und Belohnung als Erziehungsmittel
Author:
Stöckl, ...
Person in original:
von Stöckl
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002764262-01-1373814940906-10
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)
  • Title page
  • Inhaltsverzeichniß
  • Periodical issue (1)
  • [Heft 2] (2)
  • Ehre, Lob und Belohnung als Erziehungsmittel
  • Geschichte der Schulbank
  • Der Zeichenunterricht in der Volksschule
  • Chronik der staatlichen Schulverordnungen
  • Rückblick auf die neueste pädagogische Literatur
  • [Heft 3] (3)
  • [Heft 4] (4)

Full text

I. 
Ehre, Lob und Mahnung als Erziehungsmittel. 
(Von vr. Stockt.) 
'n der Lehre von den Erziehungsmitteln ist wohl kaum ein Punkt mehr in 
Controverse gekommen, als die Frage: ob und inwiefern Lob, Ehre und 
Belohnung als berechtigte Erziehungsmittel betrachtet werden können. Die einen 
wollen, daß von diesen Mitteln in der Erziehung unter den gehörigen Cautelen unbe 
dingt Gebrauch gemacht werden könne, ja daß dies für die Erziehung nur vortheilhaft 
sein könne; die andern dagegen haben eine größere oder geringere Abneigung gegen diese 
Erziehungsmittel und wollen, daß dieselben in der Erziehung, wenn nicht gänzlich außer 
Anwendung bleiben, so doch in äußerst beschränktem Maße herbeigezogen werden sollen. 
Es könnten, so meint man, diese Dinge nur schädlich für die sittliche Entwicklung des 
Kindes sein, weil dieses dadurch zum Ehrgeiz und zur Ehrsucht angeleitet werde, was 
das Gegentheil einer gediegenen sittlichen Erziehung sei. Vielleicht kein Vorwurf wurde 
den alten Zesuitenschulen häufiger und mit größerer Heftigkeit gemacht, als der, daß sie 
durch ein falsches Erziehungssystem in ihren Schülern den Ehrgeiz nährten und sie so 
in eine vom sittlichen Standpunkte aus äußerst bedenkliche und gefährliche Lebensrichtung 
hineinführten. Auch heutzutage macht sich in dieser Beziehung ein gewisser Puritanis 
mus geltend, der aus der modernen Schule alles zu entfernen sucht, womit die alte 
Schule zur Erregung des Ehrgefühles der Schüler operirt hatte. Die Frage, um welche 
es sich hier handelt, ist also interessant und praktisch genug, um hier eine Erörterung 
zu finden. 
I. 
Um über die fragliche Controverse in's Klare zu kommen, wird es wohl vor 
allem angezeigt sein, die einschlägigen Begriffe zu bestimmen; denn nur unter dieser 
Voraussetzung läßt sich möglicherweise Licht in die Sache bringen. 
Unter Ehre versteht man eine derartige geistig-sittliche Haltung des Menschen, 
die ihn der Achtung aller guten Menschen würdig macht und selbe ihm erwirbt. Die 
Ehre ist also allerdings ein relativer Begriff, insofern von Ehre nur da die Rede sein 
kann, wo die Achtung anderer einem Menschen zutheil wird; aber diese Achtung von 
Seite anderer erschöpft den Begriff der Ehre nicht; es muß diese Achtung auch verdient 
sein durch eine gediegene geistig-sittliche Haltung; nur insofern diese beiden Momente 
zusammentreffen, ist der Begriff der Ehre vollständig gegeben. Ein schlechter Mensch 
hat keine Ehre; denn sollte es auch geschehen, daß andere ihn achten, so ist er doch dieser 
Achtung nicht würdig, und die sie ihm zollen, sind keine guten Menschen. Der Begriff 
der Ehre schlägt somit in das sittliche Gebiet ein; ja er ist ein eminent sittlicher 
Begriff. Man kann den Begriff der Ehre verkehren, man kann Ehre suchen in Eigen 
schaften oder Handlungen, welchen nur verschrobene, blasirte Köpfe oder sittlich herabge 
kommene Menschen Achtung zollen können; aber das ist dann eben ein Mißbrauch, der 
mit dem Begriffe der Ehre getrieben wird, der aber mit dem wahren Begriffe von Ehre 
in seiner Reinheit und Lauterkeit nichts zu thun hat und den eminent sittlichen Charakter 
des letzteren nicht alteriren kann. 
Kath. Schulzeitung, Ouartalheft II, 1878. 6
	        

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