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Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)

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Bibliographic data

fullscreen: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)

Periodical

Persistent identifier:
1002764262
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
Document type:
Periodical
Publisher:
Auer
Publication year:
1878
Place of publication:
Donauwörth
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555177-2
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002764262_02
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1879
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 1]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Das Dittes'sche "Pädagogikum"
Author:
Keel, Alphons
Person in original:
von Alphons Keel
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002764262-02-1373814951207-5
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)
  • Title page
  • Inhalts-Verzeichniß
  • [Heft 1] (1)
  • Ein Stück Gesundheitslehre
  • Die neueren Elementar-Rechenmethoden
  • Die Volksschule auf der Pariser Weltausstellung
  • Das Dittes'sche "Pädagogikum"
  • Chronik der staatlichen Schulverordnungen
  • [Heft 2] (2)
  • [Heft 3] (3)
  • [Heft 4] (4)

Full text

53 
I. 
Den diametralen Gegensatz, in welchem das /Pädagogium^ mit dem katholischen 
Dogma steht, aufzudecken, ist leicht. Die Zeitschrift lesen und dies erkennen, ist ein und 
dasselbe. Wir müssen daher zum Beweise dieser unserer ersten These den Lesern nur 
eine Hand voll Zitate aus derselben vorlegen. Im Januarhefte dieses Jahres 1879 steht 
ein Artikel, betitelt: „Der Kulturkampf und sein Ende" (von Institutsdirektor 
Theodor Schiltz zu Sinzig am Rhein), welcher nur eine etwas abgemilderte, verdeutschte 
Wiederholung des berüchtigten Voltaire'schen „Ecrasez l’infäme!“ ist. Gleich im An 
fang heißt es dort: 
„Der in Rede stehende Kampf ist Kulturkampf genannt worden, weil es sich in 
der That um die Existenz unserer Kultur handelt, welche schon seit Jahrhunderten immer 
von Rom und durch Rom bedroht ist. Wenn wir unsere Kultur als die mühsame Er 
rungenschaft des freien Menschengeistes betrachten und diesen Menschengeist im deuischen 
Volke mit Germanismus bezeichnen, so ist dieser neuerdings wieder in den Vordergrund 
tretende Kulturkampf nur eine neue Phase des alten Kampfes zwischen Germanismus 
und Romanismus, der zuerst im Teutoburger Walde entbrannte. Seither hat der da 
mals durch die Römer vertretene Romanismus seine Erbschaft auf das Papstthum über 
tragen, und der Kampf, der anfangs ein weltlicher Vernichtungskampf war, ist heute in 
einen geistigen Vernichtungskampf umgeschlagen. Wie es sich damals um die körperliche 
Freiheit handelte, so geht es heute um die geistige und sittliche Freiheit". 
„Die beiden im Streite liegenden Prinzipien waren immer dieselben, auf der einen 
Seite der Geist der freien Entfaltung und der Entwickelung aus dem inneren Menschen 
wesen heraus, auf der anderen Seite Beschränkung, Einengung durch äußere aufge 
zwungene Gesetze. Die Gegner haben gewechselt. Im Teutoburger Walde standen die 
alten Germanen gegen die römischen Kaiser, in Kanossa das deutsche Kaiserthum gegen 
das Papstthum, in der Reformation der deutsche religiös-sittliche Geist gegen die religiöse 
Unsittlichkeit Roms. Darauf erhielt der Protestantismus einen neuen Gegner in den 
Jesuiten — und da Preußen der Hort für den Protestantismus und zugleich für dm 
Germanismus war, so richtete sich der Haß der Jesuiten gegen dieses. Der Jesuitis 
mus konnte indeß nicht verhindern, daß Preußen groß und mächtig wurde und in seinem 
Schoße ein neues Kind des Germanismus, des freien Menschengeistes gebar, nämlich 
die deutsche Wissenschaft. Diese war natürlich früher, wo sie noch mit der Kirche 
Hand in Hand ging und in den Klöstern ihre Hauptpflege hatte, in den Augen Roms 
ungefährlich; aber sobald sich die Wissenschaft von den orthodoxen Religionsvorstellungen 
loslöste und als einzige Führerin das logische Denken und die gesunde Vernunft wählte, 
gingen Wissenschaft und Orthodoxismus aus einander". 
„Unter Humanismus verstehen wir nämlich die realideale Auffassung vom Menschen 
wesen, welche sich nicht auf übernatürliche Offenbarungen, sondern auf die in der realen 
Welt und im Menschenwesen, in seinem Geiste liegenden Offenbarungen stützt, in wie 
weit sie uns durch die gesamten Wissenschaften kund geworden sind. Diese Auffassung 
ist eine realideale, weil sie aus dem Realen das Ideale abstrahirt und zur Grundlage 
seiner Ethik macht. Der Humanismus ist also das Resultat der heutigen Wissenschaft, 
und es wird die Aufgabe unserer Zeit sein, ihn zur Grundlage unserer allgemeinen 
Moral zu machen. Sagen wir also statt Germanismus Humanismus, so können wir 
den heutigen Kulturkampf seinem Wesen nach als einen Kampf zwischen Humanismus 
und Orthodoxismus ansehen, oder auch als einen Kampf zwischen einer neuen vernunft 
gemäßen und einer veralteten unvernünftigen Weltanschauung". 
„Wenn man die Menschen nur für den Himmel erziehen will, ihnen die Dinge 
dieser Welt als werthlos hinstellt, ihnen den Gebrauch der Vernunft als überflüssig dar 
stellt, wenn sie nur blind glauben und alles der Kirche anheimstellen, — so wird man 
aus den Menschen keine Engel, sondern unvernünftiges Vieh machen, das sich 
nur von seinen sinnlichen Trieben beherrschen läßt und dann natürlich dem Sinnenge 
nuß und dem Materialismus anheim fällt." 
Vermehren wir diese angeführten Stellen mit Zitaten aus einigen andern Ab-
	        

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