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Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)

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Bibliographic data

fullscreen: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)

Periodical

Persistent identifier:
1002764262
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
Document type:
Periodical
Publisher:
Auer
Publication year:
1878
Place of publication:
Donauwörth
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2555177-2
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1002764262_02
Title:
Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879
Document type:
Periodical volume
Publication year:
1879
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 2]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Ein Stück Gesundheitslehre
Subtitle:
(behandelt in mehreren, für Lehrerkonferenzen eingerichteten Vorträgen)
Author:
Kaißer, B.
Person in original:
von B. Kaißer
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1002764262-02-1373814951237-7
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung
  • Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 2.1879 (2)
  • Title page
  • Inhalts-Verzeichniß
  • [Heft 1] (1)
  • [Heft 2] (2)
  • Ein Stück Gesundheitslehre
  • Der Religonslehrer und seine Methode
  • Das öffentliche und private Schulwesen in der Schweiz
  • Das Dittes'sche "Pädagogikum"
  • Chronik der staatlichen Schulverordnungen
  • [Heft 3] (3)
  • [Heft 4] (4)

Full text

66 
und Gesträuch zu bepflanzen und sie nicht selten mit Springbrunnen zu versehen. Viel 
mehr will man hier im wohlverstandenen Interesse der Gesundheitsverhältnisse der dichten 
Bevölkerung die Winke der Natur beachten. Solche freie Plätze und Anlagen im 
Weichbild der Städte, wie in ihrer nächsten Umgebung sind die eigentlichen Athmung^- 
apparate und in Wirklichkeit eine Lebensfrage für dieselben,*) eine Ventilation im 
Großen. — 
Die Anwendung von Mitteln, verdorbene Luft in bewohnten Räumlich 
keiten wieder in brauchbaren Zustand zu versetzen, setzt voraus, daß wir uns wirklich 
von dieser Verderbniß überzeugt haben. Der Maßstab, den wir anzulegen pflegen, um 
die Beschaffenheit der Luft zu taxiren, ist der Grad des widerlichen Eindrucks, den die 
selbe auf unser Geruchsorgan macht, wohl auch die Beklommenheit, welche die Lunge 
selbst empfindet. Allerdings ist unsere Nase ein sehr empfindliches Reagens für jede 
verdorbene Luft; trotzdem hat dieses Reagens nur relativen Werth; denn einmal ist die 
Grenze bereits überschritten, wenn uns beim Eintritt in ein Zimmer sofort eine sehr 
unangenehme Empfindung überfällt, die bei zartorganisirten Naturen sogar Uebelkeit 
und Ohnmachts-Anwandlungen zur Folge hat; für's zweite stumpft sich auch die Nase 
bei einem längeren Aufenthalt in einer Luft, die sich sukzessive verschlechtert, ab, und 
für's dritte zieht man nicht in Betracht, daß die üblen Gerüche nicht vorhanden sein, 
oder durch Parfümerien (Räucherung mit wohlriechenden Stoffen) zugedeckt, neutralisirt 
werden können, ohne daß die gesundheitswidrigen, toxikanischen Stoffe entfernt wären, 
die Nase also mehr bur als eine Probe für die zufälligen, als die wesentlichen Faktoren 
der Luftverderbniff gilt. Eine andere empirische Methode für die Ermittelung des Grades 
der Luftverderbniß bietet der Anblick der. Beleuchtungsflammen, welche, je nachdem, Heller 
oder trüber brennen und mit einem Lichtschein umgeben sind, der mit dem bekannten 
„Hos um die Sonne und den Mond" vergleichbar ist. Diese Erscheinung hat aber, 
wie hier im großen in den Wasserdünsten der Atmosphäre, so auch in unsern Wohn 
zimmern seinen Grund in erster Linie in den wässerigen Dünsten und dem Stubenrauch. 
Das Verdienst, eine exakte Methode für die Untersuchung des Grades der Luftverderbniß 
* aufgestellt zu haben, gebührt Pettenkofer, welcher von dem Gedanken ausging, daß 
der Antheil der Kohlensäure mit dem Ganzen der Luftverderbniß gleichen Schritt halte 
und demnach der Kohlensäure-Gehalt als Maßstab für diesen Zustand über 
haupt zu betrachten sei. Die Pettenkoser'sche Kohlensäureprobe hier näher zu beschreiben, 
würde zu weit führen und die verehrlichen Leser doch nicht aufklären, da die Beschreibung 
des Verfahrens viel umständlicher ist, als dessen Ausführung. 
Welche Mittel nun, fragen wir, stehen uns zur Verfügung, die Reinigung der 
verdorbenen Zimmerluft zu bewerkstelligen und ihre toxikanischen Eigenschaften zu para- 
listren? — 
Es geschieht dies, wie bereis angedeutet, 
1. Durch Ventilation. 
Ein theoretischer Ueberschlag der in vorstehendem unter „Stubenluft" aufgezählten 
Faktoren der Verunreinigung legt die Ansicht nahe, daß die Luftverderbniß nach und 
nach den Vergiftungsgrad erreichen müsse. Doch ist dem nicht so. Aehnlich wie 
bei der freien Luft, so ergibt auch die Prüfung des Thatbestands der Zimmerluft, daß 
vielmehr auch hier die Natur den Menschen sehr zu Hilfe kommt, ja vielfach wieder 
gut macht, was die Unvernunft derselben verschuldet hat, insofern nämlich die Respirations- 
nnd Perspirations-Exkremente, insbesondere die Kohlensäure, ohne daß hiezu absichtliche 
Vorkehrungen getroffen werden, verschwinden. Diese Erscheinung erklärt sich daraus, 
daß die Luft durch die vier Wände nicht hermetisch umschlossen wird; ebenso wenig bilden 
Fenster und Thüren, die Beschaffenheit der meisten Baumaterialen und die Art ihrer 
Zusammenfügung einen luftdichten Verschluß gegen die äußere Atmosphäre, gestatten viel 
mehr einen permanenten Austausch der Zimmerluft gegen die freie Luft. Dieser Vor- 
*) Leider hält man Aenderungen und Verbesserungen nach dieser Rücksicht entweder für Unnöthig 
oder für unmöglich, und das großartige Beispiel Napoleons III., seiner Residenz Paris frische Luft zu 
verschaffen, wird zwar allgemein angestaunt, aber zur Nachahmung fehlt Muth und. guter Wille.
	        

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