ScriptaPaedagogica Logo Vollbild
  • Erstes Bild
  • Vorheriges Bild
  • Nächstes Bild
  • Letztes Bild
  • Doppelseitenansicht
Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Ethische Kultur - 4.1896 (4)

Zugriffsbeschränkung

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliografische Daten

Objekt: Ethische Kultur - 4.1896 (4)

Zeitschrift

OPAC:
101099008x
Titel:
Pädagogische Revue
Titelzusatz:
Centralorgan für Wissenschaft, Geschichte u. Kunst d. Haus-, Schul- u. Gesamterziehung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Verlag:
Schulthess
Erscheinungsort:
Zürich
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2603667-8
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Zeitschriftenband

OPAC:
101099008x_0016
Titel:
Pädagogische Revue - 16.1847 (Juli - December der 1. Abt.)
Signatur der Quelle:
02 A 1134 ; RF 400 - 416
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Erscheinungsjahr:
1847
Sammlung:
Pädagogische Zeitschriften
Zugänglichkeit:
Open Access

Artikel

Titel:
Inhalt für Hefte 7 - 12 der ersten Abteilung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
BBF0429723
Zugänglichkeit:
Open Access

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Ethische Kultur
  • Ethische Kultur - 4.1896 (4)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Ein ethisches Problem
  • Sexual-Ethik und Frauen-Befreiung
  • Herbert Spencers Eingreifen in die sozial-theoretische Diskussion der Gegenwart
  • Briefkasten
  • Anzeigen
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36 (36)
  • Heft 37 (37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)
  • Heft 49 (49)
  • Heft 50 (50)
  • Heft 51 (51)
  • Heft 52 (52)

Volltext

- =» -132 s-- 
wiſſenſchaftliher Forſchung befähigt und bemüßigt wären, 
kaum möglich. Welcher Teil des im Intereſje des dauernden 
Wohls der deutſchen Nation erforderlichen Fortpflanzungs- 
geſchäftes fällt auf mich? ſo müßte vermutlich die Frage 
lauten, um wiſſenſchaftlich die Regel des Verhaltens abzuleiten. 
Allein die Antwort hängt von dem Verhalten vieler Millionen 
anderer Leute ab, das man nicht kennt. 
Verſuchen wir es auf anderem Wege. Der Einzelne mag 
ſich von ſeinem materialiſtiſch-optimiſtiſch-ſozialen Standpunkte 
aus fragen: bin ich zu geſchlechtlichen Freuden berechtigt oder 
nicht? Die materialiſtiſch-optimiſtiſche Sozialmoral, was wird 
ſie ihm für Auskunft geben? Sie wird nicht umhin können, 
„Ja!“ zu ſagen. Bin ich, fährt er fort, berechtigt, Kinder 
in die Welt zu ſegen? Sie wird anworten: Wenn du ge- 
ſund und kräftig biſt, alfo Ausſicht haſt, Menſchen zu erzeugen, 
die eine gewiſſe natürliche Garantie für ein glückliches Dajein 
mit auf die Welt bringen, ja! =-- Darf ich, unter dieſen Vor- 
ausſezungen, ſoviel Kinder erzeugen als ich kann, d. h. darf 
ich mit meiner Frau fortwährend auf naturgemäße Weiſe ver- 
kehren? Die Antwort wird mehr oder weniger verklaufuliert 
lauten, aber doch für die weit überwiegende Mehrzahl der 
Frager auf ein entſchiedenes Nein! hinauslaufen. Man wird 
entweder unbedingt und allgemein, vom demokratiſchen Stand- 
punkt aus, ſagen: Nur eine mäßige Zahl, meinetwegen drei 
oder vier, aber nicht beliebig viele, denn ſonſt vermehrt fich. 
die Nation in proletariſcher Weiſe, d. h. mit zu großer Sterb- 
lichfeit, oder e8 werden andere Leute, die das gleiche Necht 
auf Fortpflanzung haben wie du, daran verhindert. Oder 
man wird von einem mehr ariſtokratiſchen Standpunkt aus 
ſagen: Wenn du genügend reich biſt, ſo daß du auch eine 
jehr zahlreiche Nachkommenſchaft gehörig verſorgen kannſt, 
dann erzeuge Kinder ſo viele du willſt. Sonſt aber ſtre>e 
dich nach der Decke. 
Aber wie auch die Antwort unſerer natürlichen Sozital- 
Moral laute, nie wird man von der bezeichneten Weltanſchauung 
aus -- die die unferer Zeit iſt -- jemand verbieten können, 
geſchlechtlichen Umgang mit Verhütung der natürlichen Folgen 
DdeSjelben zu pflegen, wenn die erlaubte Kinderzahl (das 
Maximum) bereits vorhanden und die Triebe noch lebhaft 
ſind, jofern ein Nachteil für die Beteiligten ſelbſt daraus 
nicht hervorgeht oder ſie dieſen gern und mit Bewußtſein 
auf ſich nehmen. Und nie wird man irgend jemand das 
Gebot auferlegen können, eine beſtimmte Kinderzahl oder 
überhaupt eine Nachkommenſchaft in die Welt zu ſeen. Da- 
mit iſt aber der Weg ſc<on betreten, nicht bloß praktiſch, 
ſondern prinzipiell betreten, der nach -- Frankreich führt. 
Wenn: man geſchlechtlichen Umgang pflegen darf ohne die 
Pflicht der Zeugung, mit Umgehung der natürlichen Folgen, 
jo werden manche und dann viele und allmählich vielleicht 
zu viele im Intereſſe ihre3 perſönlichen Wohls dieſen Modus 
vorziehen oder ſo kleine Familien gründen, daß die Nation 
zujammenſchrumpft, und jeder wird ſi<, und mit allem An- 
jc<ein der Berechtigung, der Geſellſchaft und der ſozialen 
Moral gegenüber damit rechtfertigen, daß er ſich anzunehmen 
erlaubt, andere werden es ſchon anders machen und für die 
nötige Vermehrung ſorgen. Denn wer fortpflanzen muß, 
das läßt ſich ja durch das ſoziale Gewiſſen des Einzelnen 
ncht enticheiden und eine geſchlechtliche Rekrutierung weiſt 
unjer heutiges Empfinden abſolut zurück. Damit wäre ja 
auch von ſelbſt als notwendige Konſequenz die kommuniſtiſche | 
Aufzucht der Kinder verbunden, das reine Staats8geſtüte. 
Ganz anders klingt in der That, ſo lange man daran 
glaubt, ein von unantaſtbarer Autorität ausgeſprochenes, daher 
aller Kritik der Gläubigen entzogenes Gebot: Du ſollſt nicht 
Unzucht treiben! -- Damit iſt keine8wegs etwa der Über- 
völkerung Thür und Thor geöffnet. Wer das annähme, der 
befände ſich in einem großen Irrtum. Ein Mann wie 
Malthus, der hauptſächlich die Übervölkerungs8angſt unter 
die Leute gebracht hat, der von der zu ſtarken Bethätigung 
'des- Zeugungstriebes das Elend in der Menſchheit weſentlich 
 
„herleitet, ſteht ganz auf dem Standpunkt jenes Gebots. Er 
iſt gegen alle künſtlichen Beſchränkungen der ehelichen Frucht- 
barkeit (S. 512, Prineiple of populat., 8. Auflage 1878, 
S. 816 von Stöpels8 Überſezung), ſowohl wegen ihrer Un- 
fittlichfeit, al8 auch weil die wirtſchaftliche Energie dadurch 
ein wichtiges Reizmittel verlöre. „Wenn jedes Ehepaar die 
Zahl der Kinder nac< Wunſch beſchränken könnte, ſo wäre 
ſiherlich zu befür<ten, daß die Indolenz des Menſchen- 
gejchlecht8 jehr ſtark zunehmen und weder die Bevölkerung 
einzelner Länder, noch die der ganzen Erde jemals ihren 
natürlichen und richtigen Umfang erreichen würde.“ Was er 
zur angemeſſenen Regulierung der Bevölkerung vorſchlägt, iſt 
nur freiwillige, aber auch vollſtändige Enthaltſamkeit außer- 
halb der Ehe und, auf Grundlage individualwirtſchaftlicher Er- 
wägungen, eine angemeſſene Verſpätung der Eheſchließung, 
damit nicht zu viele Kinder erzeugt werden können. 
Würden die Menſchen in erheblicher Zahl das Verbot 
aller außerehelichen Geſchlecht8beziehungen (= Unzucht) be- 
folgen, wie ſie es unzweifelhaft in gläubigen Zeiten in erheb- 
licher Zahl befolgt haben -=- Übertreter giebt es natürlich bei 
jeder Norm, das iſt abſolut unvermeidlich, beweiſt aber nichts 
gegen die Norm -- und würden ſie in der Ehe der Natur 
ſreien Lauf laſſen (das Gegenteil iſt ebenfalls unter Unzucht 
zu ſubſumieren, im Sinne jenes Gebotes), ſo ſtünde ſicher, 
auc< bei ſehr öfonomiſchem Denken, bei größter Vorſicht in 
Bezug auf die Zukunft, eine Abnahme oder zu geringe Zu- 
nahme der Menſchen nicht zu befürchten. Denn der Geſchlechts- 
trieb iſt im allgemeinen ſo außerordentlich rege, daß ſtets 
eine genügende Zahl ſich zur Ehe entſchließen würde, wenn 
jede andere Bethätigung dieſes Triebs8 als eine Miſſethat - 
angeſehen würde. Das erwartete auch Malthu3. 
(Es giebt alſo, wie wir bi5 auf beſſere Belehrung glauben, 
auf dem Gebiete der geſchlechtlichen Moral, gerade wenn man 
nur diejenigen Handlungen der Menſchen ſittlich nennt, die 
das dauernde Wohl der Geſelljhaft fördern oder wenigſtens 
nicht hindern, in der That keinen anderen auSreichenden 
Grundjaß des Verhaltens als das alte Gebot: Du ſollſt nicht 
Unzucht treiben. Daß es die Völker nicht eingehalten, ſondern 
ſtet8 mehr oder weniger übertreten haben, hindert keine8wegs 
ſeine Richtigkeit, die ſich durch die Folgen der Übertretungen 
erwies. Aber wie will man dieſen Grundſaß auf Grundlage 
einer optimiſtiſch-materialiſtiſchen Vernunft-Moral gewinnen? 
Der tiefſte Untergrund jenes Gebots iſt die ſoziale That- 
jache, daß die Menſ<heit, wenn ſie ihren Trieben auf natur- 
gemäße Weiſe freien Lauf ließe, an Übervölkerung verkommen 
müßte. Alſo können nicht alle heiraten oder ſich geſchlechtlich 
verbinden und Kinder nach Kräften erzeugen. Geſchlechts- 
verfehr mit Verhinderung der Zeugung führt aber ſchließlich 
zum Verderben. Mithin bleibt für viele nur das reine Opfer 
ihrer Triebe übrig, wenn die Geſellſchaft ordentlich und dauernd 
beſtehen jol. Das führt aber zu einer mehr oder weniger 
peſjimiſtiſchen Auffaſſung des Lebens, ebenſo wie die un- 
zweifelhafte Wahrheit, daß jeder Neugeborne ohne alle Gnade 
zum Tode verurteilt iſt. | 
Folgerungen aus dieſen Ausführungen oder Widerlegungen 
derjelben überlaſſe ich dem Leſer. I< wollte ihn bloß zum 
Nachdenken über den Gegenſtand anregen. 
Sexunl-Ethik und Frauen-Befreiung. 
Von Prof. Wilhelm Foerſter in Berlin, 
Die Ausblike, zu denen die vorſtehenden Betrachtungen 
über „ein ethiſches Problem" hinführen, ſie entbehren, wie 
mir ſcheint, allzu ſehr des Troſtes und des Lichts. 
Die Löjung der fur<tbar ernſten Nöte, zu welcher der 
Artikel am Schluſſe hindrängt, kann doch in ſozial-ethiſchem 
Sinne in keiner Weiſe befriedigen. Es ſchien mir de3halb
	        

Zitieren und Nachnutzen

Zitieren und Nachnutzen

Hier finden Sie Downloadmöglichkeiten und Zitierlinks zu Werk und aktuellem Bild.

Zeitschriftenband

METS METS (Gesamtwerk) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Volltext PDF DFG-Viewer OPAC
TOC

Artikel

PDF RIS

Bild

PDF ALTO TEI Volltext
Herunterladen

Bildfragment

Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild Link zu einem IIIF Bildfragment

Zitierlinks

Zitierlinks

Zeitschriftenband

Um dieses Werk zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
URN:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Artikel

Um dieses Strukturelement zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Bild

Um dieses Bild zu zitieren, stehen die folgenden Varianten zur Verfügung:
URN:
URN:
Hier kann eine Goobi viewer eigene URL kopiert werden:

Zitierempfehlung

Ethische Kultur - 4.1896. 1896.
Bitte das Zitat vor der Verwendung prüfen.

Werkzeuge zur Bildmanipulation

Werkzeuge nicht verfügbar

Bildausschnitt teilen

Wählen Sie mit der Maus den Bildbereich, den Sie teilen möchten.
Bitte wählen Sie aus, welche Information mit einem Klick auf den Link in die Zwischenablage kopiert werden soll:
  • Link zur Seite mit Hinweisbox im Bild
  • Link zu einem IIIF Bildfragment

Kontakt

Haben Sie einen Fehler gefunden, eine Idee wie wir das Angebot noch weiter verbessern können oder eine sonstige Frage zu dieser Seite? Schreiben Sie uns und wir melden uns sehr gerne bei Ihnen zurück!

Wie viel ist 1 plus 2?:

Hiermit bestätige ich die Verwendung meiner persönlichen Daten im Rahmen der gestellten Anfrage.