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Pädagogische Reform - 42.1918 (42)

Zugriffsbeschränkung

Nutzungslizenz

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Bibliografische Daten

fullscreen: Pädagogische Reform - 42.1918 (42)

Mehrbändiges Werk

OPAC:
122699475
Titel:
Real-Encyclopädie des Erziehungs- und Unterrichtswesens nach katholischen Principien
Herausgeber:
Rolfus, Hermann
Pfister, Adolph
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Verlag:
Kupferberg
Erscheinungsort:
Mainz
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Nachschlagewerke
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Band

OPAC:
122699556
Titel:
A. bis F. (Formaler Unterricht)
Herausgeber:
Rolfus, Hermann
Pfister, Adolph
Dokumenttyp:
Band
Verlag:
Kupferberg
Erscheinungsjahr:
1863
Erscheinungsort:
Mainz
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Nachschlagewerke
Link zum Katalog:
122699556
Fußnote/Bemerkung:
Systemvoraussetzung der Online-Ausg.: HTML; Zugriffsart: Internet und World Wide Web
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Lemma

Titel:
Consequenz
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Lemma
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Nachschlagewerke
Link zum Katalog:
BBF0633091
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Pädagogische Reform
  • Pädagogische Reform - 42.1918 (42)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Zum Ausbau der Volksschule
  • Intelligenzschätzungen durch den Lehrer
  • Lehrstühle für Pädagogik
  • Zur Umgestaltung unseres Volksschulwesens
  • Umschau
  • Aus Hamburg
  • Literatur
  • Vereins-Anzeiger
  • Anzeigen
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36 (36)
  • Heft 37 (37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)
  • Heft 49 (49)
  • Heft 50 (50)
  • Heft 51 (51)
  • Heft 52 (52)

Volltext

Lehrstühle für Pädagogik. 
Die Norddeutsche Allgemeine Zeütung berich- 
tet: | 
Eine Pä agogiSche Konierenz hat 
vor einiger Zeit im MiniSterium der gteiSt- 
löchenundUnterrichtsangelegennhei- 
ten stattgefunden. Der Kultusminister führte in 
Seiner Begrüßung der Mitglieder aus, Schon in der 
Einladung Sei zum Ausdruck gekommen, idaß in 
der AusSsprache das Heimatsrecht der Pädagogik 
an ungern Univiergitäten als anerkannt vorausge- 
Setzt werden Solle. Die alte Pädagogik aber Sei 
refiormbedürftig und müsse auf eine neue BasSiS 
gestellt werden. Der unmittelbare Anlaß zu einer 
erneuten Prüfung dier Frage Sei die Neuheraus- 
gabe der Bestimmungen für die AuSbildung der 
Lehramtskandidaten. Sei auf den Schulgeminaren 
der pädagogische Unterricht mit besondierer Rück- 
Sicht auf didaktiSche Probleme zu gestalten, SO er- 
gäbe Sich für diie Univiersitätszeit das Bedürfnis nach 
einem PhiloSophisch: begründeten Unterbau, nach 
einer Systematischen Einführung in das gesamie 
Schul- und UnterrichtsweSen als Teil der natio- 
nalen Kultur. Wie dieser Univergitätsgumterricht zu 
gestalten Sei, darüber wünsche :er die Meinung 
der geladenen Universgitätslehrer und Schulmänner 
zu hören. Der HauptgesSichtspunkt der Debatte 
mügsSe Sein, die WüöSSenSchaftlichien Notwendigkeiten 
einer pädagogiSchen ProfesSur mit der Aufgabe 
eimer praktischen Augbildung dier Künftigen Lehrer 
zu vergöhmen resSp. beide Gebiete gegeneinander 
abzugrenzen. . 
Die äußerst bemerkenswerten Leitsätze für die 
Besprechung über die Aufgaben der Lehrstühdle 
iür Pädagogik an 'den Univergitäten 
war vom Geheimen Regierungsrat Professor D. 
Dr. Ernst Troeltsch (Berlin) aufgestellit. Sie 
hatten folgenden Wortlaut: 
1. Vom Standpunkt oder der GeSamtidee der 
PhülosophiSschen Pakultät aus ist bezüglich der pä- 
'dagogischen Lehrstühle zu fordern, daß Sie eine 
Tein theoretisSche WissSenschaft vertreten. Nur 
eine Solche fügt Sich dier Idee einer wiSsgenschaftili- 
chen, d. h. theoretischen Bearbeitung dies Globus 
intellectualis ein. Während eine MiSchung von Un- 
terrichitsgeschichte, Probeschule, VorleSungen über 
Unterrichtsbechnik und pädagogisch verwertbarer 
PSychologie kein Ganzes in Sich ist und zwischen 
Dalber WäsSgenschaft und halber Praxis Schwankt, 
ein ähnlich unorganischies Anhängsel an die Philo- 
Sophische Fakultät. wie die Sogenannte praktische 
Theologie es an die Theoliogische ist. Als rein 
theoretische WisSSenschaft ist Sie 'WiSgenschaft von 
der Volksgerziehung auf der Grundlage einer be- 
Stimmten Anschauung von Volk und Gegellschaft, 
von Beruisgliederung und ethischer Persönlichkeits- 
erziehung. von der Organigation der Erziehung in 
allen Stufen und Arten. Damit entspricht Sie 
Wurchaus idem Wiegen der Philosophischen Fakul- 
tät, 'die ja in naturwissenschaftlich-mathemati- 
Schien, philologischen, hiStoriSchen und philoSophi- 
Schen Fächern das Lehrgut zuSammenträgt, dias 
der Anwendung und AnpassSung auf die Volkser- 
zieung harwt, ' 
2. Bei Solchier Auffassung Steht die Pädagogik 
zunächst allen Disziplinen der PhiloSophischen Fa- 
Kultät gleich nahe, indem Sie deren Stoffe als Be- 
Standteile des Lehrgutes betrachtet und deren 
Verwertung für die in ihrer historischen Entste- 
hung und Soziologisch-politischen Bedingtheit ver- 
Stanidenen Schultorganisationen deutlich macht, Aim 
notwiendigsten iSt Sreilich dafür der Begitz einer 
einheitlichen Synthese dieger verschiedenen Be- 
Standteile des Lehrgutes zu einer wienjigstens rella- 
div einheitlichen Kulturidee, die dann den verschie- 
denen. Schulgattungen in der durch ihre Sonder- 
zwecke nuanzierten Besonderung, 'aber doch als 
wesentliche geistige Einheit zugrunde gelegt wer- 
den kann. Dieger Begriff einer Synthese rückt 
nun aber die Pädagogik Sehr nahe an die Philo- 
Sophie heran, deren Aufgabe ja unter allen Um- 
Ständen und bei jedier besonderen Art ihrer Be- 
griffsw.elt die Synthese des geistigen Gehalts und 
Sinnes der gegenwärtigen. Kultur igt, wie eine jede 
zu jeder Zeit Sich: diese Aufgabe gestellt hat. Die 
Pädagogik muß insotern auf vphilosophisScher 
Grundlage. &. h. auf der von der PhiloSophie her 
entwickelten und begründeten 'Geischichts- und: 
KulturphilogSophie oder Ethik begründet Sein oder 
elber Sich eine Solche Synthese philoSophisch; 
erwerben. Da aber für eine Solche Arbeit die 
völlige Behierrschung der philosophiischen Grund- 
probleme erforderlich ist, S0 wird Sie in dieger 
FinSicht von der Philogophie ber bedingt Sein und 
in enger Gemeinschaft mit der Arbeit der Philo- 
Sophien Stehen. 
3. Das Setzt freilich eine Gegtaltung «ler philo- 
Sophischen Lehrtätigkeit und noch mehr der philo- 
Sophischien Problemstellung Selbst voraus, die 
zwar an Sich im Wiegen dier PhiloSoanie liegt. die 
aber in der gegenwärtigen Verfasgung dier Philo- 
SOphie nicht ohne weiteres gegeben ist. Zu allen 
Zeiten ist es 'die Aufgabe der PhiloSophie gewe- 
Sen, den geistigen Besitz dier Zeit in einer letzten 
Synthese zu erfasSen und zu begründen, wodurch 
Sie Sowohl für Ethik und GeschichtsphiloSophie 
als für Staats- und Erziehungstbeorie die Unter- 
Tage bildet. Das aber ist beute teils durch die 
32 . 
 
Spezialisierung der Philosophischlen Fächer, teils 
durch das Übergewicht der RückSichtien auf die 
Naturwissenschaften teils auch «eine SgewisSe 
Mutlosigkeit und vornehme Koniliktscheu der Phi- 
loSophie Sehr erschwert. Die PhiloSophie iSt heute 
wiesentlich Psychologie. Sodann Logik- und Er- 
kenntnisthieorie und Schließlich Geschichte dier Phi- 
loSophie, welch letztere zum Selbstzweck oder, 
was dasselbe ist, zum Examensgegenstand ge- 
worden ist. Ihre Wirkung auf die Studenten, 
d. 1. .auf die zukünftigen Volkserzieher und Volks- 
führer. ist daher im allgemeinen nicht viel mehr 
als eine gewisse Beruhigung darüber, daß die mo- 
derne NaturwisSen'schaft 'bei philoSophiScher Um- 
Sicht und VorSicht micht materialistiSche Konse- 
quenzen nach Sich zu ziehen braucht. Aber eine 
positive Kraft der Welitanschauungsbildung entfal- 
tet die Philosophie Selten und hält Sie geradezu 
vielfach für nicht zu ährer Aufgabe gehörig. FPben 
deghalb treten auch GeschichtsphiloSophile, Ethik 
und Kulturphilosophie in ihrer Lehrtätigkeit Sehr 
Stark zurück. Unter dieszen Umständen fehlt der 
Pädagogik größtenteils dier philoSophiSche An- 
Schluß an die Psychologie,. wobei dann für die Pä- 
dagogik lediglich technische Hilfsmittel, aber kein 
Bild dier Staatlichen Gegellschaft und dies ethisch- 
kulturphiloSophiSchen Unterrichtszieles Sich erge- 
ben. Eine «derartige Angliederung bleibt daher in 
ihrem Ergebnis ziemlich mager und gibt der Pä- 
dagogik keine rechte Einstellung in die Zentral- 
interesSen dier philoSophiSschien Fakultäten. Eine 
Solche wird ert möglich werden, wenn die Philo- 
Sophiie Wieder zu ihrem alten, Weitern und weniger 
fachmäßigen Problemstellungen zurückkehrt. Eine 
Solche Rückkehr ist aber die Voraussetzung für 
die Schaffung lebendig Wwärksamer Lehrstühle für 
Pädagogik. 
4. Nimmt man aber nun einmal an, die Phillo- 
Sophie vollziehe eine derartge Rückkehr, wofür 
in diem Geiste der jüngern Generation manches 
Spricht, und Sie pflege-neben Psychologie und Lo- 
gik auch eine auf beide aufgebaute Kultur- und 
geschichtsphilosophische Begriffsbildung, So ist 
immer noch die Frage, wem die Aufgabe der Pä- 
dagogk in die Hand zu geben üst. ob dem Philo- 
Sophen Selibsb oder einem gründlich philoSsophisch 
gebildeten Spezialisten für Pädagogik, Das erstere 
wird unter Umständen möglich Sein, Wwiofür etwa 
die Beispiele von Paulsen, Natorp und Spranger 
genannt werden können, Allein Solche Philo- 
Sophien mit derartiger SpezialiSierung auf die Pä- 
dagogik werden Selten Sein, und die Größe der 
rein philoSophiSchen Aufgabe wärd Seiten den Raum 
übrig lasSen für eine genügend breite Entfaltung der 
Pädagogik. So wünsgchenswert es iSt. daß Philo- 
Sophien gelegentlich Pädagogik leSen, S0 wird doch 
die eigentliche Pädagogik eine besondere und 
ganze Kraft verlangen, die den historischen. den 
politisch'-Soziologischien. den PhiloSophiSchen, den 
Schulgeschichitlichen und dien unterrichtstechmischen 
Teil ihres Stoffes gleichmäßig! behierrscht. Es 
würde Sich um die Schaffung 'einer Selbständigen, 
neuen und umfassenden WissSenschafit handeln, für 
die man. ierst ein paar begabte Vertreter haben 
müßte, um durch die Tradition, Grundriß und Nach- 
wuchs dieser Forschung ausbilden zu JaSSsen. Die 
Aus- und Durchbildung dies Faches müßte dann 
der weitern Entwicklung überlassen bleiben. 
5. Es handelt Sich also um eine Selbständige 
und umfassendiee Wissenschaft vom Staatlichen 
Schulween. Seiner Geschächitte und Seinen Zielen, 
wobei natürlich das gesamte Schulwesen ein- 
Schließlich der Volksschule zu umiasSen ist, Das 
bedeutet eine Zugammenfasgung verschüedener 
und weitverzweigter empiriScher Kenntnisgse mit 
einer phiiloSophisch-geklärten und begründeten An- 
Schauung vom Wegen unsers geistigen Besitzers, 
Soweit er von der Schule jeder Art realigiert Wier- 
den kann. Das iSt dann Zugleich eine wisSen- 
Schaftliche Unterlage für die Lehrenseminare, eine 
Information für die Schulpolitäk und eine Zusam- 
mienfasSung des praktischen Zwieckes der Philo- 
Sophischien Fakultät. an dier es bisher Sehr gefehlt 
hat, Schließlich eine Einführung der Studenten in 
Ideale und Ethik des Lehrerberufes. Nur darf in 
letzter Hingicht nicht übergehen werden, daß das 
die Pädagogik nicht allein kann und Soll, Sondern . 
hierin; von den Vertretern der Einzelfächer grund- 
Sätzlich und bewußt unterstützt werden muß. Die 
Begeisberung für iden idealen Erziehungs- und Bil 
dungsggehalt des Lehramtes muß in enster Linie 
von den Vertretern der Einzelfächer geweckt und 
gepflegt werden. Die Pädagogik wird ihrerseits 
im dieger Hingicht Sich an dien Lehrerberuf als Gan- 
zes und an die Bedieutung dieges Ganzen für Staat, 
Gegelllschiaft und Geistesleben zu halten haben, 
6. So voll beschäftigter Stoff Sich für einen 
Solchen Lehrstuhbl aufzeigen läßt, S0 Schwierig iSt 
die Frage der ihm zuzuweisenden Zuhörer und der 
Entwücklung eines VorleSungsprogramms für ihn. 
Der Student Soll ja nicht Fachwissenschaftler dier 
Pädagogik werden. und die Pädagogik darf nicht 
in fremde Stoffe übergreifen, etwa unter dem 
Vorwand, DhiloSophiSsche und HhistoriSche Stoffe 
Schultechnisch zu behandeln. So Könnte ider Stu- 
dent normalerweise nur zu einem einzigen Kolleg 
über Pädagogilk verbunden werden. Das aber 
würde für den Lehrer bedeuten, daß er jedes 
 
Semesgter diasselbe Iolleg zu legen, und in diesem 
Seinen ganzen Stoffi zusammienzudrängen hat. Das 
aber ist Sowohl für den Gelehrten - als fiir einen 
Stoii eine mißliche Lage. Dazu Kommt, daß 
die Pädagogik etwas Ganzesdochnur 
iSt, wenn Ste die Volkserziehlung als 
Ganze S, alS0O auch die VolkiSsSschule 
mäteingeSchloSSen, behandelt. Von 
da augergäbe Sichnatürlich eine Er- 
weiterung und ein Wechsel des Hö- 
rerkreigseg, abermurüunter der Beidin- 
gung, daßBauchdie zukünftigen Volks- 
Schullehrer oder doch wenigstens 
eine gewWiSS2? Auswahl aus ihnen an 
diegen Kollegien beteiligt würden. 
Das aber ist nun wieder eine 'Sehr Schwierige 
Frage, die zwär bereits an manchen Orten akut 
geworden, aber für die eine befriedigende Lögung 
'bis jetzt nicht gefunden worden iSt. 
7. Unter diesen Umständen ist die Schaffung 
pädagogischer Lehrstühlle immerhin ein verwickel- 
tes Experiment, das allerhand Voraussetzungen 
macht, die' nicht ohne weiteres als erfüllt 'gelten 
dürfen. Immerhin könnte diesen Voraussetzungen 
von der Unterrichtsverwalktung nachgeholfen wer- 
den und die zu geiStiger Seibstbieginmung und Kon- 
zentration mahnende Zeit drängt die gelehrte Ar- 
beit von Selbst im ddiege Richtung. InSofern wäre 
an einer oder 'ein Daar größern Hochschulen ein 
derartiges Unternehmen möglich. Es isft zunächst 
und zuerst eine Pergonenfrage. ISt die geeignete 
Person gefuniden, 'S0 Wird Sie das Fach von Selbst 
durchSetzen und 'andere Pergonen erziehen, 
die die Aufgabe fortsetzen und verbreitern 
können Die Frage «dies Bedürfnisges Selbst 
zu entscheiden. Steht dabei dien praktischien Schul- 
männern zu. Vom Standpunkt der PhiloSophi- 
Schen Fakultät Kann es Sich nur darum hlandelin, 
diem Fach idie aus Seinem Wegen und aus dien Ver- 
hältnisgen ider Fakultät beraus mögliche Einglie- 
derung in ihre Arbeit abzustecken, womit ja der 
inhialtlichen Erfüllung «dieses Gebietes «durch die 
etwaigen zukünftigen Fachvertreter nicht vorge- 
griffen iSt. 
Professor Dr. Julius Ziehen (Frankiurt 
am Main) stiellte folgende Leitsätze auf: 
1. Durch die Universitätsvorlegungen und 
übungen über Pädagogik Soll den mit der zwei- 
jährigen prakitigchen Ausbildung der Lehramtskian- 
didaten verbundenen Aufgaben in Keiner Weise 
vorgegriffen Wwerden. Die Behandlung Solcher 
- Stoffe, die nur im Zusgammienhang mit prakktischen 
Lehrversuchen in ihrer vollen Tragweise 'erfaßt 
werden können, hat daher zu unterbleiben. Eine 
Übnungsschule iSt für die pädagogische AuSbildung 
auf der Universität nicht einzurichten, Auch «die 
SOgenannte Schulwissenschaftlichle Behandlung der 
Lehrfächer ist abzulehnen. Durch das Studium 
der Pädagogik darf das fachwissenschaitliche Stu- 
dium in Keiner Weise beeinträchtigt werden. 
2. Die erste Aufgabe der pädagogischen Uni- 
versitätsvorlegungen und -übungen geht dahin, die 
Studierenden ein klares Verständnis dafür gZewin- 
nen zu lassgen. wie auf dem Boden 'der allgemeinen 
Kulturentwücklung das Erziehungs- und Schulwesen 
Seinen heutigen Stand enreicht hab und weiche 
grundsätzlchen Zusammenhänge zwischen der all- 
gemeinen Kulturentwicklung und dem Erziehungs- 
und Bildungswesen bestehen. Die Pädagogik muß 
dabei als Teilgebiet einer allgemeiner Volkserzie- 
hungswissenschafbt behandeilt werden. 
3. Die Geschichte der pädagogischen Theorien 
igt mit Steter Bezugnahme auf die Verhällitnisse 
der Gegenwart zu behandeln. Im Vordergrund 
der Betrachtung hat die Geschichte dier Erzie- 
hungsideale und das Maß ihrer Verwirklichung 
in den verschüiedenen Zeiten und Ländern zu ;Ste- 
hien. 
4. Die Geschichte der Schulorganisgation hat 
auszugehen von dem Bilde deir Entwicklung, die 
das Lehrgut der Völker im Laufe dier Zeiten ge- 
nommen nhalt. Die Erörterung über das Verhältnis 
des Lehrgutes zu den Forderungen des 'Staatsbür- 
gerlichen und des Berufslebens hat die Abstufung 
unid; Nebeneinanderstellung verschiedener Schular- 
ven in ihrer inmmern Berechtigung zu erwieglsen. 
5. Die Organgation der' SchulverfasSung und 
Schulverwaltung. iSt auf Grund der historiSchen 
Entwicklung zu betrachten. Das Verständnis für 
diess Entwicklung iSt durch eingehende Interpre- 
tation zu fördern. Durch Heranziehung geeigne- 
ten biographiSchen Stoffes ist die Geschichte der 
Schulverfagsgung und Schulverwaltung zu beleben. 
6. Das Verständnis für die Erziehungs- und 
Schulpraxis iSt durch die geschichtliche Betrach- 
tung dies Erziehunes- und Schulwegens vorzube- 
reiten. Dabiei igi an dier Hand bDiographischen 
Stoffes einerseits das Lehrerberufsideal zum Ver- 
Ständnis zu bringen und andergeits die Wärkung 
der Erziehungs- und Schularbeit auf die Jugend- 
lichen zu veranschaulichien. | 
7. Bei dier Behandlung alter hier aufgeführten 
Stoffe igt unter tunlichster Selbständigkeit der Stu- 
dierenden auf die quellenmäßige WiSSenschaftliche 
Erarbeitung der Kenntnisse das Hauptgewicht zu 
legen. Der bloßen Aneignung des Stoffes aus 
Quellen zweiter und dritter Hand ist mit beson- 
derm Nachdruck entgegenzuwirken.
	        

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