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Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 61.1909 (61)

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Nutzungslizenz

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Bibliografische Daten

fullscreen: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 61.1909 (61)

Mehrbändiges Werk

OPAC:
122699475
Titel:
Real-Encyclopädie des Erziehungs- und Unterrichtswesens nach katholischen Principien
Herausgeber:
Rolfus, Hermann
Pfister, Adolph
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Verlag:
Kupferberg
Erscheinungsort:
Mainz
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Nachschlagewerke
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Band

OPAC:
122699556
Titel:
A. bis F. (Formaler Unterricht)
Herausgeber:
Rolfus, Hermann
Pfister, Adolph
Dokumenttyp:
Band
Verlag:
Kupferberg
Erscheinungsjahr:
1863
Erscheinungsort:
Mainz
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Nachschlagewerke
Link zum Katalog:
122699556
Fußnote/Bemerkung:
Systemvoraussetzung der Online-Ausg.: HTML; Zugriffsart: Internet und World Wide Web
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Lemma

Titel:
Cretinismus
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Lemma
Sprache:
Deutsch
Sammlung:
Pädagogische Nachschlagewerke
Link zum Katalog:
BBF0633206
Zugänglichkeit:
Siehe Bände

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Allgemeine deutsche Lehrerzeitung
  • Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 61.1909 (61)
  • Heft 1 (1)
  • Heft 2 (2)
  • Heft 3 (3)
  • Heft 4 (4)
  • Heft 5 (5)
  • Heft 6 (6)
  • Heft 7 (7)
  • Heft 8 (8)
  • Heft 9 (9)
  • Heft 10 (10)
  • Heft 11 (11)
  • Heft 12 (12)
  • Heft 13 (13)
  • Heft 14 (14)
  • Heft 15 (15)
  • Heft 16 (16)
  • Heft 17 (17)
  • Heft 18 (18)
  • Heft 19 (19)
  • Heft 20 (20)
  • Heft 21 (21)
  • Heft 22 (22)
  • Heft 23 (23)
  • Heft 24 (24)
  • Heft 25 (25)
  • Heft 26 (26)
  • Heft 27 (27)
  • Heft 28 (28)
  • Heft 29 (29)
  • Heft 30 (30)
  • Heft 31 (31)
  • Heft 32 (32)
  • Heft 33 (33)
  • Heft 34 (34)
  • Heft 35 (35)
  • Heft 36 (36)
  • Heft 37 (37)
  • Heft 38 (38)
  • Heft 39 (39)
  • Heft 40 (40)
  • Friedensbewegung und Schule
  • Aphorismus
  • Lehrergestalten in der neueren erzählenden Literatur
  • Vom Kriegsschauplatz
  • Vermischtes
  • Neue Lehrmittel
  • Beurteilungen
  • Heft 41 (41)
  • Heft 42 (42)
  • Heft 43 (43)
  • Heft 44 (44)
  • Heft 45 (45)
  • Heft 46 (46)
  • Heft 47 (47)
  • Heft 48 (48)
  • Heft 49 (49)
  • Heft 50 (50)
  • Heft 51 (51)
  • Heft 52 (52)

Volltext

492 
müſſen; ſtatt deſſen biſt du ein tüchtiger geworden. Mach ſo 
fort, ſchlag ihnen ein Schnippchen ums andre, arbeite dich 
hinauf zum Bauer. Werde ihr Bürgermeiſter.“ 
Pavel machte größere Augen als je in ſeinem Leben und 
jah den Lehrer mit einem zugleich ſtolzen und ungläubigen 
Lächeln an. Habrecht nickte haſtig: 
„a, ja!. und wenn du's biſt, dann zahl' ihnen mit Gutem 
heim, was ſie Übles an dir getan haben.“ 
Der Abend brach an, die Stunde der Abfahrt nahte, und 
Nabrecht wurde von fieberhafter Unruhe ergriffen. Er forderte 
ſeine Rechnung, bezahlte, ſchenkte den Verſicherungen des Wirtes, 
daß es zum Aufbruch viel zu früh ſei, kein Gehör, verließ das 
Haus und ſchlug, von Pavel gefolgt, der das Kofferchen, den 
Pelz und den StoF trug, im Eilmarſch den Weg zum Bahn- 
hof ein. 
Als er dort anlangte und fragte, ob er noch zurecht 
komme zum Abendzuge nach Wien, wurde er ausgelacht, was 
ihn beruhigte. 
Ein heftiger Sturm hatte ſich erhoben und ſchüttelte die vor 
dem Stationsgebäude gepflanzten Akazienbäume, daß es ein 
Erbarmen war; aus den grauen, jagenden Wolken fegte kalter 
Strichregen nieder. Habrecht achtete deſſen nicht und ſeßkte 
jeinen ehrwürdigen Fra, den er auch zu dieſer Reiſe angelegt 
hatte, ſ<honungslos den Unbilden der Witterung aus. RVur 
jeinem grauen langhaarigen Zylinder gewährte er den Schuß 
eines über ihn gebreiteten und unter den ſchnörkelförmigen 
Rrempen befeſtigten Taſchentuchs und pendelte ſo neben Pavel 
auf dem Perron hin und her und ſprach ohne Unterlaß. 
Nachdem die Kaſſe eröffnet worden und er ein Billett ge- 
löſt hatte, kannte ſeine Ungeduld keine Grenzen mehr. Er 30g 
ſeine Uhr, der des Bahnhofs traute er nicht. Zehn Minuten 
noh . . . möglicherweiſe konnte aber der Zug gerade heute 
um fünf Minuten früher eintreffen, und da man dann in fünf 
Nünuten ſcheiden mußte, warum nicht lieber gleich? Er bat 
Pavel inſtändigſt, heimzugehen, ſich ſeinetwegen nicht länger 
aufzuhalten. Vorher aber zwang er ihn noch, faſt mit Ge- 
walt, ſeine Uhr anzunehmen. “ 
„IH brauche ſie nicht mehr, mein Freund hat eine. Denk 
nach: wenn immer auf zwei Menſchen eine Uhr käme, was 
wäre das für ein günſtiges ſtatiſtiſches Verhältnis! --- Leb 
wohl, geh jeßt.“ 
Mit einer Hand ſchob er ihn fort, mit der anderen hielt 
er ihn zurüs. „Miine letzten Worte, lieber Menſch, merk' ſie 
dir! präge ſie dir ins Hirn, in die Seele. Gib acht: wir 
leben in einer vorzugsweiſe lehrreichen Zeit. Mie iſt dem 
Menſchen deutlicher gepredigt worden: Seid ſelbſtlos, wenn 
aus keinem edleren, ſo doch aus Selbſterhaltungstrieb . . . aber 
ich ſehe, das iſt dir wieder zu hoch --- --- anders alſo! Jn 
früheren Zeiten konnte einer ruhig vor ſeinem vollen Teller 
jißen und ſich's ſchmecken laſſen, ohne ſich darum zu kümmern, 
daß der Teller ſeines Nachbars leer war. Das geht jekt nicht 
mehr, außer bei den geiſtig völlig Blinden. Ullen übrigen 
wird der leere Teller des Nachbars den Uppetit verderben --- 
dem Braven aus Rechtsgefühl, dem Feigen aus Ungſt . . . 
Darum ſorge dafür, wenn du deinen Teller füllſt, daß es in 
deiner Nachbarſchaft ſo wenig leere als möglich gibt. Be- 
greifſt du?“ 
„Ich glaube ja.“ 
„Begreifſt du auch, daß du nie eines Menſchen Feind ſein 
ſollſt, auch dann nicht, wenn er der deine iſt?“ 
„20 etwas,“ erwiderte Pavel, „hat mir ſchon meine 
Schweſter geſagt.“ 
Habrecht drücte ſeine Freude an dieſer Übereinſtimmung 
aus und fuhr fort: „Ferner, verlerne das Leſen nicht. Ich 
habe aus meinem Vorrat von Schulbüchern, ehe ich ihn ver- 
ſchenkte, ſechs Stüs für dich beiſeite gebracht --- du wirſt ſie 
durch die Poſt erhalten -- ſchlichte Büchlein, von unberühmten 
Männern zuſammengeſtellt; wenn du aber alles weißt, was in 
ihnen ſteht, und alles tuſt, was ſie dir anraten, dann weißt 
du viel und wirſt gut fahren. Lies ſie, lies ſie, immer, und 
wenn du mit dem ſechſten fertig biſt, fange mit dem erſten 
Allgemeine Deutſche Lehrerzeitung. 
 
Nr. 40 
wieder an . . . Was das Allerſchwierigſte im Leben betrifft, 
die ſüßeſte, die grauſamſte, die mächtigſte und fürchterlichſte 
aller Leidenſchaften -- ich. mag ſie gar nicht nennen -- ſo 
meine ich, du wärſt abgeſchreFt und könnteſt es bleiben. Sie 
iſt dir am Quell vergiftet worden, bei ihrem erſten Urſprung, 
das hilft manchmal für immer. Du haſt es mit ihr [3 ſchlecht 
getroffen, wie dein aufrichtiger Freund, für den ich mich halte, 
es dir nicht hätte beſſer wünſchen können.“ 
Auf dem Bahnhofe waren immer mehr Leute zuſammen- 
gekommen, ein erſtes Glodkenzeichen wurde gegeben, aus der 
Ferne gellte ein Pfiff. Habrecht merkte von alledem nichts, er 
hatte Pavel am Ro>X gefaßt und redete haſtig und heftig in 
ihn hinein: 
„Nicht jeder braucht einen Hausſtand zu gründen; das iſt 
der größte Wahn, daß man eigene Kinder haben müſſe -- 
es gibt Rinder genug auf der Welt . . . und je beſſer ein 
Dater iſt, deſto weniger hat er von ſeinen Rindern, --- wer 
fühlt edel und ſelbſtlos genug, um ſich zutrauen zu dürfen, er 
werde ein guter Vater ſein? . . . Und deinen Ruf, lieber 
Menj<, achte auf deinen Ruf, du weißt ſchon, die gewiſſe 
Tafel, die blank ſein muß --- die deine war ſehr verkrißelt ... 
pußze, fege, ſtrebe vorwärts . . . glaube: wenn du heute nicht 
etwas beſſer biſt als du geſtern warſt, biſt du gewiß etwas 
ſchlechter . . .“ 
„Herr Lehrer,“ wollte Pavel ihn aufmerkſam machen, als 
nun zum zweiten Male geläutet wurde: aber unter dem Zipfel 
des Taſchentuchs hervor, das ſich aus der Hutkrempe losgelöſt 
hatte und nun, vom Winde bewegt, Habrechts Geſicht umflog, 
jah dieſer ihn liebreich an und fuhr fort: 
„Wende mir nicht ein: das ſind lauter zu hohe Grund- 
jäße für . unſereinen, gehen Sie damit zu denen, die ohnehin 
Ihon hoch ſtehen, wir ſind geringe Leute, für uns iſt auch 
eine geringere Mioral gut genug . . . T<h ſage dir, gerade 
die beſte iſt für euch die rechte, ihr Geringen, ihr ſeid die 
Wichtigen, ohne eure Mitwirkung kann nichts Großes ſich 
mehr vollziehen -- von euch geht aus, was Fluch oder Segen 
der Zukunft ſein wird . . .“ | 
„Berr Lehrer, Herr Lehrer! es iſt Zeit," ſagte Pavel, und 
Habrecht verſeßte: 
„Eure Zeit, ja wohl -- und was ihr aus derſelben macht, 
das wird . . .“ - 
„Einſteigen!“ rief es dicht an ſeinem Ohr, und er ſah ſich 
um, ſah den Zug daſtehen und erſchrak furchtbar. „Dritte 
Klaſſe nach Wien!“ ſchrie er, rannte auf den ihm vom Schaffner 
bezeichneten Wagen zu und erklomm ihn mit nicht gerade an: 
mutiger, aber wunderbarer Behendigkeit. 
Pavel eilte ihm nach und reichte ihm ſeine Effekten in den 
Wagen, in dem Habrecht unter vielen Entſchuldigungen einen 
Pplaß gefunden hatte. Ein neuer Pfiff, der Zug ſette ſich in 
Bewegung, eine kleine Strecke konnte ihn Pavel in ſcharfem 
CLaufe begleiten. 
„Gott behüte Sie, Herr Lehrer!“ ſchrie er, und durch das 
Brauſen der davonrollenden Lokomotive und aus Rauch und 
Dampfwolken kam die Antwort: 
„Und dich, lieber Menſch, Umen, Umen, Umen!“ 
Wer kann dieſe Schilderung leſen, ohne von der Seelen- 
ſchönheit dieſes armen Sonderlings im Jnnerſten bewegt zu 
werden? Gern würden wir über ſeine weiteren Schi>ſale 
noch etwas hören; aber wir müſſen verzichten, der Vorhang 
iſt endgültig über der Szene gefallen. Und was ſollte es uns 
auch nüßen? Es iſt wirklih ganz 
geprüfte Schwärmer die Erfüllung ſeiner goldenen Hoffnungen 
erlebt hat oder nicht -- wahrſcheinlich hat er ſie nicht erlebt, 
denn Leute ſeines Schlages werden von der Höhe der weit- 
fliegendſten Pläne immer wieder in die Tiefe der Enttäuſchung 
und des Bankerotts hinabgeſchleudert: Der Zwe der Dichtung 
iſt erreicht! Wir haben genau ſo viel von den SchiFſalen 
dieſes Schulmeiſters erfahren, als nötig iſt, um ſeinen Charakter 
rund und deutlich vor uns erſtehen zu laſſen. Und gerade die 
unwichtig, ob der viel-
	        

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