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II. Abth. Geſchichte. A. Deutſche Geſchichte. B. Preu-
fiſche Geſchichte. IT. Abth. Poetiſche Erzählungen, Bal-
laden und Legenden. IV. Abth. Volksthümliches in Lie-
dern, Sprüchen und Räthſeln. P--1.
Dr. Johann Jacob Rambach's, weil. Ho<fürſtl.
Heſſen-Darmſt. erſten Superintendenten, Profeſſor theo].
primar. und Konſiſtorial-Aſſeſſors, Wohlunterri<h-
teter Katechet für Kate<heten, Sultehrer
und Seminariſten bearbeitet und auf's Neue heraus-
gegeben von Dr. Albert Heinrich Theodor Thym,
Königl. Superintendenten und Paſtor. Zweite Auflage.
Stolp, 1850. Verlag von H. M. Fritſ<. (136 S.) |
Der „Wohlunterrichtete Katechet“ des hoh-
würdigen Dr. Rambad erſchien zuerſt in Jena, im Mai
1729. Dieſe Schrift war ſeiner Zeit ein ausgezeichnetes
Buch, und mit Recht bezeichnet der gegenwärtige Heraus»
geber, Herr Dr. Thym, baſſelbe als den erſten tüchtigen
Verſuch zu Katechetik nach der Reformation. Auch in
dem neuen Gewande, in welchem das Werk<en vor uns
liegt, begleitet mit lehrreichen Anmerkungen des Hrn. Dr.
Thym , wird es den Lehrern, namentlim Denen, die mit
ihrem bekenntnißtreuen Glauben auf dem Grunde des gött-
lichen Wortes ſtehen, ein förderſamer Segen in der Unter-
weiſung der Jugend zu <riſtlichem Glauben und Leben
ſein. --1,.
Lateiniſche Sprachlehre für Schulen und zum
Privatbrau<e. Bearbeitet von C. F. S. Alſc<hefski,
Dr. u. Profeſſor. Berlin, 1852. Gebauer'ſche Buch-
handlung. (IJ. Petſch.) 15 Nar. netto. 271 S.
Gegenwärtige lateiniſche Sprachlehre von Dr. Al-
ſc<hefski verdient wegen ihrer praktiſchen Einrichtung und
insbeſondere wegen der mit ſorgfältigem Fleiße bearbeiteten
Syntax Gymnaſien und Schülern der lateiniſchen Sprache
zur Einführung und Anſchaffung beſtens empfohlen zu
werden. Es iſt dem im Untetrichte der lateiniſchen Gram-
matik erfahrungsreichen Verfaſſer gelungen, in der Saß-
bildungslehre ein Syſtem aufzuſtellen, das ſich durch na-
türliche und folgerichtige Entwickelung der grammatiſchen
Begriffe von ſelbſt empfiehlt. Unter den lateiniſchen Gram-
matifen der neueren Zeit kennen wir keine, welc<e die
Formen- und Saklehre für Schulen in ſo klarer Verſtänd-
lichfeit behandelt, als vorliegende.
Eutropii Breviarium Historiae Romanae. Mit Hin-
weiſungen auf die Grammatiken von Putſc<e und
Zumpt und einem Wörterbuche verſehen von Otto
Eichert, Dr. phil. Breslau, Verlag von Joh.
Urban Kern. 1850. Geheftet 10 Nagr. (218 S.)
P. Virgiln Maronis Carmina. BVirgil's Gedichte.
Lateiniſcher Text mit deutſchen Anmerkungen. Von Dr.
Wilhelm Freund. 1. Heft: Der Aeneide l.bis
6. Buß, Breslau, Verläg von Joh. Urban Kern.
(180 Seiten.) geh. 10 Nar.
Freudig begrüßen wir im Intereſſe unſerer Gymnaſial-
Schüler vorliegende ſchöne Schulausgaben (in dem bekann-
ten Schillerformat) lateiniſcher Klaſſiker. Die angezeigte
Ausgabe der römiſchen Geſchichte des Eutrop, beſorgt von
Dr. Otto Eichert, iſt von dem Herqusgeber mit einem
Wörterbuche verſehen worden, das nach der Erklärung des
Verfaſſers denſelben Grundſäßen gemäß ausgearbeitet wor-
den iſt, wie ſein mit Beifall aufgenommenes Lexikon zum
Cornel.
Bei der Bearbeitung der Sculausgabe. des Virgil
iſt der geachtete Herausgeber, Dr. Wilhelm Freund,
„zunächſt bemüht geweſen , den.Text der Dichtungen nach
den vorhandenen kritiſchen Materialien und mit Berü>-
ſichtigung der kritiſGen Ausgaben ſelbſtſtändig zu geſtal:
ten, und ihn, dem Schulzwe>e gemäß, von allen denje-
nigen orthographiſchen Eigenthümlichkeiten frei zu halten,
die den Schülern ohne Noth und Nuten das Verſtändniß
erſchweren.“
Wir wünſchen gegenwärtigen, durc< Korrektheit und
durch kräftig hervortretende Typen vortheilhaft ausgezeich-
neten Schulausgaben der Klaſſiker die allgemeinſte Ver-
breitung in unſeren Gymnaſien. --1.
Böhmiſ<- Leipa. Freudig begrüßen wir die für
die katholiſche Volksſchule im öſterreichiſchen Staate heraus»
gegebene „Fibel“, und das erſte Sprach- und Leſe:
buch für die 1. Klaſſe der öſterreichiſchen Volksſchulen.
(Im Verlage der k. tk. Shulbücher-Verſchleiß-Adminiſtration,)
Mit. erſterer iſt einem längſt gefühlten Bedürfniſſe
abgeholfen. =- Sie bringt uns auf der 1. Seite die ein-
fachen und zuſammengeſeßten Selbſtlaute, denen die Um-
laute (trüben Selbſtlaute) folgen. Die Uebungen der Mit-
laute fangen mit den Mitlauten n, m, r, v, w an, an
welche ſich [, b, d, t, ſ 8, f (v), b, 1, g, t, <h, ſc<, ß, ſt,
y, p, 9 anſchließen. Hier muß bemerkt werden , daß die
Buchſtaben nach der Abſiht des Verfaſſers (Sculrath
Becker) nach der leichten Schreibung geordnet ſind, damit
der Lehrer möglichen Falles den Schreibunterriht mit
dem Leſeunterrichte verbinden kann, Nach der Einübung
dieſer Mitlaute werden die großen Anfangsbuchſtaben in
Angriff genommen, worauf die geſchärften und gedehnten
Sylben folgen. Auf Seite 27 fangen die Leſeübungen als
Stoff zur Entwikelung der Denk- und Spracfertigkeit
an, und zwar: a. von der Zahl der Dinge, d. von der
Eigenſchaft der Dinge, 6. von der Thätigkeit, d. von der
Weiſe der Thätigkeit, e. vom Grunde der Thätigkeit, >.
vom Zweke der Thätigkeit. -- Für den Anſc<hauungsunter-
richt war ber Hr. Verfaſſer vielſeitig beſorgt. Seite 38:
1) Das Bu, die Tafel, das Papier, die Tinte,
15) Stein, Holz, Silber, Gold u. ſ. w., 35) der
Stamm, der Aſt, der Zweig u. dgl. bieten Stoff ge-
nug zu Anſc<auungen.“
Die Namen der Dinge in der angeführten Ordnung
geben dem Lehrer eben ſo viele Anhaltspunkte für die erſte
Beſchäftigung mit den Kindern, bevor der Leſeunterricht
beginnt. Der Lehrer läßt dieſe Dinge anſchauen, benen-
nen, und ſpricht mit den Kindern darüber in einfacher,
anſchaulicher Weiſe. Die Fragen: Was iſt das Ding?
Wie iſt das Ding? Was thut das Ding? Wo iſt das
Ding? Wozu iſt es da? drängen ſich von ſelbſt auf
und ſind für den Faden des Geſpräches unerläßlich. Daß
bei ſolMem Vorgehen das Kind im Lernen aufmerkſam
und vertraulich wird, ſpringt in die -Augen. Gleich-
zeitig ſoll aber das Kipd zum Sprechen geneigt und im
Sprechen geübt werden. Nah den zehn erſten Anſchauungs-
übungen wird nach der Abſicht des Verfaſſers zum eigent-
lichen Leſeunterrichte (Seite 1) geſchritten, neben welchem
die Anſc<auungs- und Sprechübungen ununterbrochen fort-