N2 15.16.
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Allgemeine
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Herausgegeben von A. Berthelt,
Unfer Viſwirkunng von Ferd. Schnell.
1865.
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7 gz,

Jährlich 52 Nummern. Preis vierteljährlich 8 Thlr.
Anzeigen für ven Raum einer geſp. Petitzeile 12/, Ngr.
Literar. Beilagen 1%7--3 Thlr. -- Beſtellungen nehmen
alle Buchhandlungen und Poftämter an.
Sonntag, den 9. April.
< Aufſäße über zeitgemäße Themate u. Mittheilungen
über Schul- und Lehrerverhältniſſe ſind willkommen.
Schriften zur Recenſion unberechnet einzuſenden
und findet eine Rüdſendung derſelben nicht ſtatt.



Das Leſen pädagogiſcher Zeitſ Weſten als Mittel zur
Fortbildung des Lehrers,
Es iſt in periodiſ über die Fortbildung des Lehrers geſchrieben worden ; ich er=
innere 3. B. an den vortrefflichen, beherzigenswerthen Aufſatz
in der „Allgemeinen Deutſchen Lehrerzeitung“ (Jahrgang
1863 , Nr. 41) vom verſtorbenen, von der deutſchen Lehrer-=
welt ſo tief betrauerten Shulrath Dr. Karl Schmidt , an die
Einleitung in Dieſterwegs Jahrbuche für 1862 , an einzelne
Aufſätze in den „Rheinij] ſätze ſind meines Crachtens nah in pädagogiſchen Zeitſchriften
auh durchaus am Platze, einmal wegen der Wichtigkeit des
Gegenſtandes, von welchem ſie handeln (== Fortbildung des
Lehrers! --) und ſodann, weil wir Lehrer, wie alle andern
Menſc< wärtsſtreben , zur Bervollkommnung in unſerem Berufe be-
dürfen. „„Der Geiſt iſt willig, aber das Fleiſch iſt ſ Dex Mittel zur Fortbildung des Lehrers gibt es nun mehrere.
In vorliegender Arbeit jedoch ſoll nicht von allen dieſen Mit=
teln die Rede ſein, ſondern einmal eins derſelben beſonders
hervorgehoben werden *) :
Das Leſen pädagogiſcher Zeitſriften.
I< frage zunächſt: Weshalb ſollen die periodiſchen Er=
ziehungsſchriften in der Lektüre des Lehrers nicht fehlen?“
Die Antwort lautet zuvörderſt: Um der Lektüre ſelbſt
willen. Denn um die rechte zu treffen, iſt es nothwendig,
unſere umfangreiche Literatur zu ſichten und nur das auszu-
wählen, was dem klar erkannten Zwede der Bildung gemäß
iſt. Wie könnten wir Lehrer aber dieſe Forderung beſſer und
leichter erfüllen, als mittelſt der pädagogiſ die uns die beachtenswerthen literariſchen Erſc *) Wenn hier unter den Mitteln zur Fortbildung des Lehrers
„das Leſen pädagogiſcher Zeitſ ſo ſoll damit nicht geſagt ſein, daß dieſes Mittel das allerwichtigſte
ſei, ſondern es geſchieht nur, weil daſſelbe von vielen Standes8ge-
noſſen ni auch Niemand , daß das Leſen von Zeitſchriften das Studium ge=
diegener wiſſenſ au das Eine thun und das Andere nicht laſſen!
Friedrich Nießmann.

führen und über den Zwe> und Werth derſelben Aufſ geben ? (Man denke En an den pädagogiſchen Jahresbe-=
richt von A. Lüben.) el gogiſcher Blätter für überflüſſig hält, von dem wird man
wohl in der Regel annehmen können, daß er die Lektüre über=
haupt =- mindeſtens die zu ſeiner pidagogiſchen Fortbildung
erforderlihe =- als etwas Ueberflüſſiges betrachtet, daß er
ein „Fertiger“ iſt und glaubt, keine Notiz nehmen zu brauchen
von den Schriften, in welchen Fortſchritte in der Crziehungs=
wiſſenſ hat der Wahn, ein Fertiger zu ſein, nachtheiligere Folgen
als beim Lehrer. Hier iſt in dex That Stillſtand Rügang.
Das Wort: „fertiger Lehrer“ iſt eine contradictio in ad-
jecto. So lange wir Lehrer ſind, müſſen wir -- das erfor-
dert das Weſen der Pädagogik, welcher wir doh alle zu dienen
haben --- au< Lernende bleiben, müſſen wachſen im Wiſſen
und Können. Und zu dieſem Wachsthum iſt au<ß mit das -
Leſen und Studiren von Büchern erforderli<, deren zweck=
mäßige Auswahl uns eben durch die pädagogiſchen Zeit=
ſchriften ermöglicht wird.
Aber nicht blos, um einen Rathgeber bei ver Aus8wahl
der Lektüre zu haben, ſoll der Lehrer pädagogiſche Journale
leſen, ſondern au<, weil ſie ihm Gelegenheit geben,
zu erfahren, was in der Lehrerwelt vorgeht, was
deine Standesgenoſſen einzeln oder in Vereini-
gungen anſtreben oder errungen haben. In den
pädagogiſchen Blättern „fühlen wir den Pulsſ auf dem Gebiete der Schule und können unbeirrt dur< Sclag=
bäume mit Gleichgeſinnten geiſtig verkehren.“ Nur ein
Lehrer , der kein Intereſſe für ſeinen Stand hat, dem aller
corps d'esprit fehlt, kann die pädagogiſchen Zeitſchriften
verſchmähen ; jedem lebendigen Gliede im großen Lehrerbunde
muß deren Lektüre ein Bedürfniß ſein.
Endlich aber ſoll der Lehrer beſagte Blätter auch ihres
belehrenden Theiles, der pädagogiſchen und
wiſſenſ theilen Einzelne aus der Lehrerwelt den Andern ihre An-
ſichten über einen Gegenſtand , etwas von ihrem Wiſſen oder
von den bei heer erziehlihen Thätigkeit gemachten Erfah-
rungen zur Prüfung und zum weitern Nachdenken mit.
Selbſtverſtändlih können dieſe Aufſätze öfters ſich nicht ſo
ausführlich über eine Sache verbreiten, als dies in Nicht
Zeitſchriften geſchehen kann; deshalb find jenedoc hin leſen8werth. „Nicht das, was eine Schrift bringt, iſt

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