Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 17.1865 (17)

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Gott verhüte, daß dieſer Fall eintrete, wir würden 
einem Elende entgegengehen, deſſen Ende um kein Haar 
beſſer wäre, als das des verſtorbenen Kollegen Schwarz 
erjelbe, ſoll verhungert ſein). Will dies Jemand etwa 
eugnen ? 
Zuletzt noc eine Bitte. Sollte Jemand, wie Hr. Pf. 
Schurich, wieder Luſt haben, über das auskömmliche 
Gehalt eines Lehrers öffentlich zu ſprechen, ſo möge er ſich 
vorher 6--8 Wochen bei einem Lehrer als Familienglied 
aufnehmen laſſen. I< bin bereit, ſolhe Herren für monat= 
Ef Thlr. hier aufzunehmen, incl. Lagerſtätte und freier 
Wäſche.“ 
So weit die Scilderung. Unter wel<her Regierung 
iſt dem Lehrer ein ſol<es Loos bereitet? Gibt es 
mehr deutſche Regierungen, unter denen ſol<he traurige 
Lehrerverhältniſſe no< Fortbeſtehen ? Danken wir Gott, 
wenn es keine weiter gibt! 
 
Preußen. Man macht jekt Ernſt mit dex Einführung 
des Unterrichts in weiblichen Handarbeiten. Die Regierung 
von Potsdam hat verordnet, daß die Einführung in allen 
Sculen des platten Landes erfolge, wo überhaupt geeignete 
Lehrerinnen zu haben ſind. Die Mädchen haben den Unter-= 
richt vom 9. Jahre an unweigerlich zu beſuchen. 
Wien. Die Frage „über die Stellung des Lehrers“ iſt 
 
ſonſt ! nun in das lebte Stadium getreten. Das Miniſterium hat 
die Forderungen des Gemeinderathes in den Hauptpunkten 
bewilligt. Demnach geſchieht die Ausfc<reibung der S<hul= 
ſtellen und die Anſtellung der Lehrer ſelbſtſtändig durch den 
Gemeinderath, ohne, daß dem Konſiſtorium ein Veto zuſteht. 
Die Statthalterei, bei welher der Gewählte zu präſentiren 
iſt zum Zwecke der Beſtätigung, hat ſich hierüber mit dem 
Konſiſtorium in Vernehmen zu ſeen. Die Anſtellungsde- 
krete fertigt der Gemeinderath aus. An der Disciplinarge- 
walt nimmt der Gemeinderath inſoweit Theil, als keine Di18- 
ciplinarſtrafe ohne ſein Vorwiſſen verfügt werden darf und 
als auch ihm das Ret zuſteht, die Einleitung des Dis8cip= 
linarverfahrens zu verlangen. 
Journaliſtiſches. Seit April erſcheinen „Monats- 
blätter zur Förderung des Zeichenunterric<z18 an 
Schulen.“ Herausgegeben von H. Troſchel, Kupferſtecher 
und Zeichenlehrer an der Dorotheenſtädtiſchen Realſchule in 
Berlin. -- Der Zwe der Blätter iſt: dem Zeihenuünterrichte, 
welcher ſo lange und in ſo hohem, unverdienten Grade dar= 
miedergelegen alle nur irgend mögliche Unterſtüßung ange= 
deihen zu ' laſſen, ihn zu einer energiſchen Regſamkeit aufzu- 
richten, damit er die ihm gebührende Stellung als ebenbürtiger 
Faktor in der Erziehung und Bildung der Jugend zu gelten, 
niht allein erringe, ſondern auc< dauernd behaupte. =“- No. 1 
enthält: Ueber Peter Shmidt, G. Shadow und die Brüder 
Dupuis. Ueber den Zeichenunterricht bei den Griechen von 
J. Lortzing. Der geometriſ<e und der Zeichenunterricht an 
den Töchterſ<hulen. Ueber Wandtafeln. Der Nachmittags= 
unterricht. -- 11/;--2 Bogen monatlich. 15 Sgr. Quartal. 
 
15. Allgemeine Deutſche Lehrerverſammlung. 
Im Verlage von Julius Klinkhardt in Leipzig erſcheinen während der Verſammlungstage 
| Mittheilungen 
von der 15. Allgemeinen Deutſchen Lehrerverſammlung. 
Unter Mitwirkung von Albert Bichter unü Rarl Richter redigirt von Julius Beeger, 
6 --7 Bogen gr. Lex.=8. 6 Ngr. = 30 kr. O. W. = 21 kr. Rh. 
Die vorgenannten Mittheilungen werden während der Verſammlungstage dem Vorſtande und dem Orts- 
ausſchuſſe als 
rgan dienen und als ſolche alle offiziellen Bekanntmachungen und die Präſenzliſte der 
Feſttheilnehmer enthalten, außerdem aber über die abzuhaltenden Vorträge und die ſic) daran knüpfenden De-= 
batten, ſowie über die feſtliche Seite der Verſammlung (Ausſtellungen, Feſttafeln, Konzerte, Theatervorſtellungen, 
Bergnügungsfahrten 2c.) Bericht erſtatten. 
Dur< Mittheilung eines Feſtkalenders werden ſie ein Führer zu den Ar-= 
beiten und Freuden eines jeden Tages ſein und endlich im Feuilleton aus den kleinen Tagesereigniſſen eine Blu- 
menleſe halten. 
Die Redaktion erſucht die Herren, welche Vorträge angemeldet haben, die von ihnen aufzuſtellenden Theſen ihr 
rechtzeitig zu übermitteln, bittet aber auch alle anderen Feſttheilnehmer, ihr intereſſante Reiſenotizen mitzubringen, 
über die von einzelnen Regierungen oder Ortſchaften erfolgenden Abordnungen zur 15. Allgemeinen Deutſchen Leh- 
rerverſammlun 
Die „ 
tags und an den folgenden Tagen früh und Abends. 
ittheilung zu machen und in ſonſt geeigneter Weiſe ihr mit Material beizuſtehen. 
ittheilungen“ erſcheimen in Nummern 4 1/5-- 1 
Bogen Sonntag den 4. Juni früh, Moatag Nacmit- 
Abonnementsbillets ſind im Anmelde-Bureau und in einer beſonderen Expedition in der 
Nähe des Verſammlungslokales zu erhalten. 
Die nah der Abreiſe der Abonnenten erſcheinenden Nummern werden franko unter Kreuzband nachgeſendet. 
 
 
Verantwortl. Redakteur: Schuldirektor A, Bertbelt in Dresöden. 
Dru> und Verlag von Julius Klinkhardt in Leipzig.
	        

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