Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 17.1865 (17)

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reits auf 238 geſtiegen 3; die Unterſchriften zählen ſicher über | ſ<hiedenſte Stellung gefunden , aufgeſtellte lateiniſ<e Alphabet, 
20,000. Cin Theil der Abgeordneten ſoll nicht abgeneigt 
ſein , Konceſſionen zu machen, ein anderer ſteht aber fet. 
' iſt faſt ohne Ausnahme ſc<ön und korrekt angebracht und ver- 
mittelt ſonac< für die Schüler in kalligraphiſcher Hinſicht leicht 
Die Regierung ſcheint der Nede des Prinzen Wilhelm nad - 
keine Luſt zum Nachgeben zu haben. 
Mähren. 
das Finden und Erlernen der rechten Lage dieſer Buchſtaben, 
. worauf doch hauptſächlich die Schönheit dieſer Schrift beruht. 
. Es iſt aber nur das große Alphabet, weil man wahrſcheinlich 
In der letzten Verſammlung des Znaimer 
Dekanats wurde verhandelt über Lehrmittel und Vortrags8= 
weiſe in den Schulen des Dekanates, man ſiellte das Prinzip 
auf, zum Behuf der beſſeren AnſjhanunZ und Verdeutlichung 
beim Vortrage ein beſonderes Gewicht auf bildliche Dar= 
ſtellungen zu legen. CZ3 haben ſonac) die Gemeinden für 
ihre Schulen beiſpiel8weiſe alle Arten von Getreide in eige= 
nen Behältniſſen , Gewichte, Maße , verſchiedene Gattungen 
Früchte, Abbildungen der Thiere und dergleichen auzuſchaffen. 
Zugleic< beantragte die Verſammlung eine Peiirion an den 
Landesausſ<uß zu dem Cndziele zu richten, daß das Präſen-= 
tationsrecht der Lehrerſtellen nichr der Gemeinde, ſondern der 
Statthalterei zuſtehe, weil (wohl nur in Landgemeinden; 
weiß und vorausgeſetßt hat, daß Fröbel die kleinen lateiniſchen 
Buchſtaben dem Kinde ſchon zeitiger lehrte und nur damit 
ſchreiben ließ; aber eine ſehr geeignete Stelle würden letztere 
hier gefunden haben. 
Die in dem Vorworte gegebenen methodiſ<hen Winke ſind 
jebhr beherzigenswerth. Sei dieſe ganz im Sinne Fröbel's 
. durc<geführte Gabe Aeltern, Lehrern und Kindergärtnern beſtens 
wärtigen hätte, würde ex dann irgend ein ſtüörriges Kind. 
etwas unglimpflich behandeln.“ 
wurde auf Die Tage8ordnung der nächſten Lehrerverſanmmu= 
Dieſer letzte Gegenſtand 
. Taſſen. 
lung , welche eheſtens ſtattfinden fol, und zu der auch die . kaum m l 
: Beſchäftigung ſehr ſpeziell -- leitende Erzieher oder Kinder- 
einzelnen Ortsvorſtände und Schulaufſeher gezogen werden, 
zur Beſchlußfaſſung geſeßt. 
Literariſches. Die Shulbänke. Dr. Guillauine 
ven Neuenburg veröffentlicht ein Werk, das von den Be= 
ziehungen der Schule zur Geſundheit handelt. Wir heben 
Daraus hervor, was er von den Shulbänken ſagt. Cr radelt 
haupiſächlich die Bänke, die ohne NRüctlehne ſind, weil ſich 
Dann das Kind ohne Stüße halten muß, was eine gewiſſe Erms 
dung hervorbringt, die häufig eime Urſache von Unordnung 
wird. 
mung der Wirbelſäule zur Folge. 
- JSedeutet finde, im 
empfohlen. 
Das 8. Heft enthält die Anleitung zu Thonmeodelliren. 
Auch dieſe Beſchäftigung iſt dem natürlichen Triebe geiſtig 
munterer Kinder abgelauſcht, allerlet weiche und leicht ſich 
formende Stoffe zu benutzen, um Gegenſtände des ſie um- 
gebenden Lebens nachzuahmen. Hier iſt nun glei<ß das dazu 
geeignetſte Material und deſſen zweckentſprechende Zubereitung 
, u. ! - angegeben, wie es ſich zur Bearbeitung am beſten ſc<i>t. 
„der Lehrer von Seite der Bauern ſc<limme Zeiten zu ge= EE ſis 3 3 ſten ſch 
Gewagt dürfte es aber erſcheinen, Dinge, welche als 
Körper zu geſtalten ſind, nac< Vorlagen, welche nur in Flächen 
vorgeführt werden, namentlib von Kindern ausführen zu 
Die richtige , allſeitige Vorſtellung wird den Kleinen 
kaum möglich werden. Wir nehmen aber an, daß der, dieſe 
gärtner in den Vorlagen ein reiches Material deshalb an- 
es den Kindern in natura, oder wenn 
; dies nicht möglich , in Gyps, Holz oder Metall ausgeführt, 
zur Nachahmung anſchauen zu laſſen. Daß das Meodelliren in 
Thon ganz beſonders mit Ordnung, Genauigkeit und Sauber- 
. keit vollzogen werden muß, daſſelbe auch das Ange beſonders 
Solche Bänfe haben auch oft eine nachtheilige Krümz= ; 
Chadlich find auch die : 
zu hohen Bänke. Der Berf. ſchlägt das ameriianiſche Syſtem 
vor, nah welchem die Schüler nicht nach ihren Kenutmiſſen | 
"„ 
und ihrem Fleiße, ſondern nach ihrem Wuchſe an Bänke von - 
verſchiedener Höhe geſebt werden. 
Dadurch würde au) der 
Uebelſtand verſchwinden, Daß die ſc<lechren Schüler ſich bei= 
ſammen finden und fich fortwährend gegenſeitig zerſireuen ; 
während, wenn gute und ſchlechte unter einander gemiſcht 
vären , durch Ueberwachung leicht alle in Ordnung gehalten, 
uud die Faulen vielleicht eher angeregt und aufgeweckt wer= 
Den fönnten. 
Bücherſchau. 
[ud 
Arbeitsſhule. 7. und 8. Heft, 3 12 Sgr. Herausgegeben 
von Fr. Seidel und Fr. Shmidt, Weimar, Hermann 
Böhlau 1865. 
Das 7. Heft dieſer ArbeitsſGule bringt als Fortfeung 
des Fröbel'ſ<en Zeichnens einen planmäßigen geordneten Gang 
der hierin angewendeten Bogenlinie. Dieſe Schönheitslinie iſt 
in klarer Anſchaulichkeit nach allen Lagen und Richtungen erſt 
einfah gegeben, dann aber in größerem Maßſtabe zu den 
verſchiedenſten Verbindungen zuſammengeſeßt, woraus die dem 
Ange wohlthuendſten Schönheitsformen gebildet worden ſind. 
Dinge aus dem Leben, wie ſie das Innere eines Hauſes, -- 
Wirthſc<haftsgegenſtände, die verſchiedenen Gewerbe und die 
Natur bieten, ſind ſinnig und geſc<i>t dargeſtellt. (Es finden 
ſonaM die Phantaſie und der Verſtand des Kindes reiche 
Nahrung. Das im Kindergarten ſtetig geleitete Kind wird für 
die von Seite 11 an ſ<wieriger werdenden Formen bald das 
BVerſtändmß finden. Das auf der letzten Seite nach den 
gegebenen Geſetzen, in welchen die gebogene Linie ihre ver- 
' engliſchen ZdiomS ſelbſt nicht mächtig. 
mmm 
 
übt und ſchärft, die Hand geſhi>t macht und zu allſeitigem, 
ſtrengem Aufmerken nöthigt, macht dieſe Art der Thätigkeit 
beſonders für das Haus ſehr empfehlenswerthb. 
E G.AH..... 
Criter Lehrgang der engliſchen Sprache. Als Vorläufer der 
Srammatik von Heinr. Pehling. Altona 1865, Verlags- 
bureau. 109 S. 
Was ſoll man zum Lobe eines Buches ſagen, das den Lehrſtoff 
auf ein Paar Paradigmen und eine geringe Zahl zum Theil abge- 
ſ<mact varirter Wendungen einichränkt ? Leider iſt der Berf. des 
Er hat keinen Begriff vom 
Er waiß nicht, wie wan den 
Er weiß Since und for nicht 
Do you hear the lark? yes, J heard ginging 
(p. 34.) 
richtigen Gebrauch des Imperkekts. 
Satz auSdrüct: ich hörte ihn ſingen. 
zu unterſcheiden. 
it Since three hours, 
Muſikaliſ<es. 
Theorvetiſc<es. 
1) Die Vivline, ihre Geſchichte und ihr Bau. Nach Quellen dar- 
geſtellt von Hygeint Abele. Neuburg a/D., Aug. Prechter, 
1864. 
2) Klavierunterricht. Ein Wort der Zeit an Aecltern, Lehrer 
und Schüler 2c. von Kühn. Mannheim , I. Schneider, 1864. 
8) Grundlage beim Unterricht in der Geſchichte des Kir<en- 
liedes und Kir<hengeſanges für BVolksſ<uten und Semina= 
rien 2x. Leipzig, Jul. Klinkhardt, 1864. Preis 41/5 Ngr. 
4) Kleine Kinder:Geſangſc<hule oder der erſte Geſangunterricht 
für Kinder 2c. 2c. von F. L. Schubert. Leipzig, ebendaſelbſt. 
Preis 8 Sgr. 
5) Urania. Muſikzeitſ<hrift für Alle, wel<e das Wohl der Kirche 
beſonders zu fördern haben. Heraus8geg. von G. W. Körner, 
jährl. 12 Nummern. Preis !/5 Thlr. 
6) Euterpe. Cine Muſikzeitſchrift für Deutſchlands Volksſ<ul= 
lehrer. Herau8geg. von Erk, Jacob, Flügel und Hent- 
ſhel. Der Jahrgang 1 Thlr. Leipzig, C. Merſeburger.
	        

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