Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 17.1865 (17)

415 / 
mun = mm ete 
Vegetation --- hiſtoriſ<e Bemerkungen -- neue Stadtmauern =- ! Darſtellung verwebt iſt; „methodologiſches Beiwerk“ iſt gau nicht, 
alte Stadtmauern -- Thore -- das Innere -- die alten Stadt= ; geographiſche Notizen ſind nur ſelten eingeflochten. Es iſt nicht zu 
maueru, Fortſezung -- Kirche des heiligen Grabes --- Bisthum zu : verkennen, daß eine ſolc<e Bearbeitung zu einer reihen und gründ- 
St. Jakob -- Via doloroſa =- Moriah, Tempelterraſſe -- Antonid, | lichen Erkenntniß des bibliſhen Stofſes führen muß, der Verf. iſi 
das Haram = Omarsmoſchee -- El Ebra -- das Waſſer der | mit großem Eifer und vieler Liebe, mit Lebendigkeit und Sachkennt- 
Stadt --- Zion -- Gräberſtätte =-- Davids Grab -- Gräberſtätten | niß an dieſelbe gegangen, ſein Standpunkt iſt ein ſtreng orthodoxer; 
der Mahomedaner und Juden -- Joſaphat -- Hakeldama -- | mit manchen Ansdeutungen , 3. B. bei der Erzählung von Bileam, 
Gethſemane -- Gräder der Propheten =“ Gräber der Richter =- | ſind wir indeß nicht einverſtanden , ebenſowenig damit, daß Dinge 
Oelberg --- Bethanien --- Thal des Kidron -- Mar Saba -- Weg | (vgl. den Aufenthalt der Kinder Israel in Aegypten), welche als 
nach Jericho. Daß eine ſolche Beſchreibung die Kenntniß von Pa- | Wirkungen erſcheinen, ohne Weiteres als Urſachen angeführt werden. 
läſtina ungemein fördern muß, liegt auf dex Hand und wir branchen 
zur Empfehlung derſelben nichts weiter hinzuzufügen. 
 
 
Dr. F. E. Beneke's Neue Seelenlehre, für alle Freunde der 
Bibliſches Wörterbuch, enthaltend eine Erklärung der alterthüm- Naturwahrheit in anſchaulicher Weiſe dargeſtellt von Dr. G. 
lihen und ſeltenen Ausdrü>e in M. Luthers Bibelüberſetzung. Rane, Prof. in Philadelphia. 4. Aufl. Mehrfach umgear- 
Für Geiſtliche und Lehrer. Von W. A. Jütting, Gymnaſial= beitet , verbeſſert und vermehrt von I. G. Dreßler. Mainz, 
lehrer zu Aurich. Leipzig B. G. Teubner. 1864. XVII. 234. F. H. Evler. 1865. VIII. 263 S. 
S. gr. 8. geh. 1 Thir. „.. u „„ Der urſprünglihe Zwe vorliegender Schrift, welche zuerſt 
Daß ſich die hoc<deutſche Schriftſprache ſeit Luthers Bibelüber= | untex dem Titel: „Dr. Beneke's neue Seelenlehre nach methodiſchen 
ſezung vielfach umgewandelt hat, liegt in der Natur der Sache | Grundſätzen in einfa< entwi>elnder Weiſe für Lehrer bear- 
und es iſt nicht zu verwundern, daß mancher Ausdru> in der deut- | veitet“ 2c. =- erſchien, ging dahin , die Beneke'ſche Pſy<ologie ſo 
ſchen Bibel für unſere Zeit nach Form oder Inhalt oder nach bei= | populär und faßlich darzuſtellen, daß ſie ſogar als Unterrichts- 
den zugleich unverſtändlich geworden iſt. Wir erwähnen beiſpiel8- | Jegenſtand in der Volksſchule behandelt werden könne. Es ließ 
weiſe die Wörter Ströter (= Räuber, Raubmörder) inHoſ. 6, 9., | fic) auch die praktiſche Tüchtigkeit des Verfaſſers , dieſen Zwe zu 
Ferge (= Fährmann) in Heſ. 27, 27., glum (== dunkel, trübe, | erreichen, in ſeinem Werk<hen nicht verkennen. Die gegenwärtige 
j<mutzig) in Hef. 32, 2., hellig (= angegriffen, müde) in Jer. 2, | 4. Auflage hat zwar den urſprünglichen Plan des Ganzen beibe- 
25., le<ßen = vor Troenheit Riſſe bekommen) in Jex. 14, 4., wo= | halten, ſi aber einen erweiterten Leſerkreis vor Augen geſtellt. 
raus man in neuern Bibelaus8zaben das nicht ganz entſprechende | Vom Bearbeiter derſelben , Seminardirektor Dreßler in Bautzen, 
lechzen gema<ht hat. Daß unter ſolhen Umſtänden ein Werk, | ſind varum eine Menge von Veränderungen und Erweiterungen 
wie das vorliegende, welches zugleiß auf die allgemeinen Geſetze | angebracht worden, die weſentlich den Werth des Werkes erhöhen. 
der Sprachbildung und der Grammatik eingeht und dadurch den | In der That können wir denen, welche mit der Beneke'ſchen Pſycho 
mit der hiſtoriſchen Syrachwiſſenſchaft weniger vertrauten Leſer | [ogie ſi vertraut machen wollen, kaum eine beſſere Eingangs- 
manchen entzüdenden Bli> in die von I. Grimm aufgeſchloſſene | pforte, als vorliegendes Werk , empfehlen. Die Darſtellung iſt jo 
geſezmäßige Ordnung und Herrlichkeit unſerex Mutterſprache thun | jharf und beſtimmt, ſo einfach und klar, daß ſie in dieſer Beziehung 
läßt, ein Bedürfniß ſei, iſt unzweifelhaft und wir freuen uns, daß | nichts zu wünſchen übrig läßt. 
ſich dazu in dem Berf. der rechte Mann gefunden hat, welcher durc< oH | 
ein tiefgehendes, auch anderwärts (z. B. Süd deutſcher Schul- „.- | 
bote von 1864 Nr.: 9 ff.) bethätigtes Studium der deutichen | Handbüchlein der deutſchen Literaturgeſchichte von Paul 
Sprache und durc< ſorgfältige Benutzung deſſen, was in dieſer Frank. Leipzig bei Merſeburger, 1865. 2. Aufl. (10 Ngr). 
Hinſicht bereits geleiſtet worden iſt, ein Wörterbuch geliefert hat, Der Verf. beabſihtigt in dieſem Büchlein „ein Bild der all- 
welches nicht blos für Bibelleſer, ſondern auch für Sprachforſcher | mählihen Entwieklung unſerer Literatur im kleinſten Rahmen zu 
von Bedeutung iſt. Wir glauben , daß nach jetzigem Stande der | geben.'' Wenn wir auc< rühmend anerkennen, daß dieſes auf 
Sache ein Lehrer nicht gut eines ſolhen Handbuches entbehren kann. | 250 S. ſi< ausdehnende Werk<hen viele mit Fleiß zuſammenge- 
m tragene und brauchbare Notizen enthält, jo möchten wir doh daran 
Bibliſche Geſchichte nebſt Spruch- und Liederſammlung. Zur. ausſetzen , daß der Verf. nicht ganz hält, was er verſpricht. Denn 
Concentration des geſammten Religionsunterrichts in der Volks- | gerade das „Bild der Entwieklung“ iſt am wenigſten ge- 
ſchule bearbeitet von G. Schuhmacher, Lehrer in Hingenberg | geben. Nur die ältere Zeit und. beſonders der Zeitraum von Luther 
b. Solingen. Ausgabe für Lehrer. Elberfeld, Friedrichs. 1865. | bis Gottſched (S. 28--83) ift in dieſem Sinne, und zwar recht 
XXI. 2438 S. 8. wohl gelungen, bearbeitet; die ganze neuere Geſchichte beſteht jedoch 
Als den eigentlichen „Nerv“ ſeiner Arbeit bezeichnet der Verf. faſt ausſchlicßlich aus einer unvermittelten Zuſammenſtellung bio- 
ſelbſt den auch anderwärts, in neuerer Zeit namentlich in dem | graphiſcher Notizen und aus Scriftenverzeichniſſen deutſcher Dichter 
„evangeliſchen Schulblatte“ ausgeſprochenen Gedanken, dur< Form | und Schriftſteller , ſo daß der Verf. dem Buche ſehr nüßzen würde, 
und Inhalt der bibliſhen Geſchichte der Ertheilung eines einheitlich | wenn er ihm den Titel „Taſchenkalender deutſ<er Di<h- 
concentrirten Religionsunterrichts unterſtützende Hand zu bieten. | ter“ beilegen wollte. Wenn dann no< die nöthigen Ergänzungen 
Wie er dazu die für jede Woche beſtimmte und unter einer gemein= | fehlender Schriftſteller hinzuträten , würde es treffliche Dienſte zum 
ſchaftlichen Ueberſchrift zuſammengefaßten 3 Geſchichten nebſt den | Nachſchlagen leiſten. In der vorliegenden Geſtalt hat es für den 
dabei befindlihen Wochenſprüchen und Liederverſen benußt ſehen | Schulgebrauch zu viel unverarbeiteten Stoff, für den Selbſtunter- 
möchte, darüber ſpricht er ſich in dem Vorworte weiter aus, welches | ric<t zu wenig pragmatiſche Behandlung. Etwas mehr Wärme 
nur in den für die Lehrer beſtimmten Exemplaren refindlich iſt. | in der Darſtellung würde dem Buche ebenfalls nicht geſc<hadet 
Daß dieſe Idee nicht neu ſei, ſpricht der Verf. ſelbſt aus, daß zu | vaben. 0 
ihrer Dur<führung aber immer einige Künſtelei nothwendig ſei, 
die nur dein fo recht gelingen wird , welcher ganz von ihr ergriffen | Vaterländiſches Lehr = und Leſebuch für die Mittelklaſſen der 
und eingenommen iſt, davon hat uns auch das von ihm ausgeführte | Volksſchule. Ven Johann S Zmitt. Dariüſtadt, Chr. Fr. 
Beiſpiel überzeugt. 3 G fe el] der Bes Geitfet werth Will. 1865. VIU. 332 S. 8. geb. 24 Xr. oder 7 Ngr. 
und das vorliegende Buch darf immerhin ſchon als Leidfaden für In dieſem ſchönen, auch äußerlich gut ausgeſtatteten Leſebuche 
die bibliſche Geſchichte empfohlen werden. | iſt eben ſo dem ſprachlichen, als dem religiöſen, vaterländiſchen und 
| 
| 
... 
 
 
Tre „. „«;. allgemein menſc<lichen Intereſſe in paſſender Weiſe Rechnung ze- 
Lehrbuch der bibliſchen Geſchichte von Heinrich Friedrich tragen. Schilderungen, Beſchreibungen, Fabeln, Erzählungen und 
Flügge. 1. Theil: Das alte Teſtament. 2., verb. Aufl. | poetiſche Stücke wechſeln mit einander ab, immer den Ton und den 
Hannover , Karl Meyer. 1865. XI]. 364 S. gr. 8. | Ideenkreis von Kindern der Mittelklaſſe feſthaltend, weder über- 
Das vorliegende Buch, eine Fruc<t mehrjähriger Seminar- | ſc<hwänglich noh tro>en und do< Herz und Gemüth eben ſo beſchäf- 
arbeit , foll ven Seminariſten als Anhaltepunkt für die Repetition, | tigend als den Verſtand. Daß das Buch zunächſt für das engere 
den Lehrern als Hilfsmittel zur Vorbereitung dienen. In dem= | Vaterland des Verf. beſtimmt iſt, beweiſen die Leſeſtü>e: Das 
'eſben wird der Verlauf der bibliſchen Geſchichte ſo dargeſtellt, daß | Großberzogthum Heſſen, Ludwig der Eiſerne, Philipp der Groß- 
das zum Verſtändmiſſe derſelben Nöthige gleich in die geſHichtliche müthige, dem Landesfürſten, die Provinz Rheinheſſen, Mainz, die
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.