Verleger und Ueberſetzer in Deutſchland, und Peſtalozzi iſt nun der |;
ſtärkende Rouſſeau des Volkes.“
Wenn wir nun, am Ende unſerer Arbeit angelangt, noch einen |'
Rüdbli> auf das Dargebotene werfen, ſo ſcheint es uns, als wenn |
darin ein treue8 und auch vollſtändiges Bild des wunderbaren |
Mannes verborgen läge, der, „bewundert viel und vielgeſcholten“, der |.
Stammvater der modernen Pädagogik genannt zu werden verdient. |
Unleugbar haben die phantaſiereichen und die poetiſchen Naturen, |:
deren Urteile wir oben angeführt, zwar Rouſſeau im vergoldenden |
Schimmer einer ihrem eigenen Geiſte entſteigenden Glorie geſchant, |
jedoM ein lebhaftes Verſtändniß für ſeine großen Verdienſte gehabt, |
die in dem genialen Bekämpfen willkürlichen Regelzwanges, ſelbſt-
ſüchtigen BedrüFen8 der Armen und Niedrigen beſtehen, wie in ſeinem |
wunderbar poetiſchen Erfaſſen de8 Wahren und Schönen in der Natur, |
in ſeiner energiſchen Betonung des Naturgemäßen in der Erziehung |
der Menſchheit. Dagegen finden wir in den Meinungen der kritiſch
gerichteten Gemüter, wie der religiö8 angelegten bereits eine ſcharfe Er- |
kenntniß der Grundgebrechen des Rouſſeau'ſchen Charakters: Schwäche,
Eitelkeit und Mißtrauen, wie der Rouſſeau'ſchen Welt- und Lebens-
anſchauung: unklarer, verblaßter Dei8mus, verſ loſer Humani8mus. Zieht man unter Abwägung der Einzelſtimmen,
nict mechaniſcher Zuſammenzählung derſelben, das Geſamtreſul-
tat, ſo ſtimmt dasſelbe mit dem heute bei allen Kennern Rouſſeau's
herrſchenden Urteile über Rouſſeau völlig zuſammen und kann unter
Umfehrung eines Heine'ſchen Diktums in den Spruch zuſammengefaßt
werden: „Kein Charakter, do< ein Talent!“
Chemnitz. G. Geſell.

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