Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 32.1880 (32)

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. Tieſelben. II. Teil: Altes Teſtament. (Nr. 17--30.) Preis 
10 Mark. 
7) Bibliſche Bilder für Schule und Haus. Holzſ<nitte na<h Ori- 
ginalzeihnungen von Profeſſor Karl Schönherr u. a. Mit beigefügtem 
Bibeltext. Leipzig , Juſtus Naumann. Preis 12 Mark. (Enthält in 
Nr. 1--49 Darſtellungen aus dem alten Teſtamente und in Nr. 50-- 109 
Darſtellungen aus dem neuen Teſtamente.) 
8) Bibliſ<e Wandbilder für den Anſc<auungs8unterricht und die 
Kinderſtube. Unkolorirte Ausgabe. Leipzig, Verlag von Juſtus Nau- 
mann. Preis 12 Mark. Kolorirte Aus8gabe 30 Mark. 
9) Zulius Schnorr von Karolsfeld, die Bibel in Bildern. 
Georg Wigand. Preis 42 Mark. 
Blätter loſe) nur 30 Mark. 
10) 30 Bilder Sc<hvorr's für den bibliſchen Geſchichtsunterric<ht. Re- 
prod. von Römmler und Jonas in Dresden. Leipzig, G. Wigand. Preis 
36 Mark. Kolorirte Ausgabe 48 Mark. 
11) Karl Ehrenberg's Bilder zum Gebrauch beim Unterricht in der 
bibliſchen Geſchichte. 24 Blätter. Berlin bei Gebrüder Burchard, königl. 
HofbuchdruFerei. Preis 20 Mark, 
12) Bilder zur bibliſchen Geſchichte. 
A. Diethe, A. Dietrich und E. Sachſe. 20 Blätter Groß - Royalformat. 
Dresden, Meinhold und Söhne. Preis 12 Mark. 
13) Bibliſc<e Bilder des alten und neuen Teſtaments. Na< Ori- 
ginalzeihnungen von Ernſt Peßler. Jn Delfarbendru> ausgeführt von 
Ed. Hölzel's Kunſtanſtalt in Wien. 3 Lieſerung, je 3 Bilder, 4,80 Mark. 
Einzelne Bilder 3 2 Mark. 
14) Bilderbibel. Vierzig Darſtellungen der wichtigſten Begebenheiten 
des alten und neuen Teſtaments. Nebſt erläuterndem Text unter dem 
Titel: Kurze bibliſc<e Geſchi<te von Dr. 3. Schuſter. Mit Approbation 
des hoc<hwürdigiten Herrn Erzbiſchofs von Freiburg. Freiburg im Breis- 
gau, bei Herder. Preis 14,80 Mark. 
Das bedeutendſte Werk von den vorbenannten, weil ein echtes, 
wahres Kunſtwerk, hervorgegangen aus der Hand eines von Gott 
reich begnadeten Meiſters, iſt Nr. 9, Scnorr's Bibel in Bildern 
(erſchien von 1852-1861 in 240 großen, meiſt ganz vorzüglichen 
Holzſc<hnittbildern). Oberkonſiſtorialrat H. Merz in Stuttgart ſchreibt 
über dasſelbe: „Noch nie ging ein ſo umfaſſendes Bibelbilderwerk aus 
einer Meiſterhand hervor. Der tiefe Ernſt, der fromme, keuſche 
Sinn, die künſtleriſche Kraft, welche neben tiefer Innigkeit und lieb- 
licher Armut die meiſten Darſtellungen auszeichnet, machen ſie ZU 
einem bibliſchen Anſchauung8- und Erklärungsmittel erſten Ranges 
für das evangeliſche Haus. Glücklich die Familie, welche daran ihr 
inneres Leben zu nähren, das Auge für das Schönſte und Höchſte, 
was in dieſer und in jener Welt zu ſchauen iſt, zu ſchärfen und zu 
üben verſteht. Auch in der Schule hat das Schnorr'ſche Bibelwerk 
=- das auch in einem kürzeren Aus8zug abgegeben wird --- viel Ein- 
gang gefunden mit vollſtem Recht.“ 
Wir unterſchreiben dieſes Urteil aus vollſter Ueberzeugung; den- 
no< entſpri<t das Schnorr'ſche Werk nicht allen unſern oben näher 
begründeten Anforderungen: die einzelnen Bilder ſind nämlich zum 
deutlichen Sehen und ſicheren Erkennen aus der Ferne zu klein, alſo 
auch für den Maſſenunterriht in unſern meiſt vollen und überfüllten 
Bolksſchulklaſſen unbrauchbar. Der Verleger hat in Anerkennung 
dieſes Uebelſtandes in dankens8werteſter Weiſe 30 paſſende Bilder aus 
dem Scnorr'ſ<en Werke ausgewählt, dieſelben in großem Maßſtabe 
mittels der Photolithographie vervielfältigen laſſen und bietet ſeit 1875 
dieſelben der Schule unter dem Nr. 10 aufgeführten Titel. Sie 
entſprechen allen Anforderungen, welche wir an zwedmäßige Bilder 
für den bibliſ<en Anſchauungsunterricht ſtellen. Infolge der all- 
jeitigen Anerkennung, die ſie ſeit ihrem Erſcheinen gefunden haben, 
ſind ſie weit verbreitet. Vor drei Jahren wurden ſie beiſpiel8weiſe 
laut Berfügung herzoglicher Regierung in alle Schulen Anhalts ein- 
eführt, 
Se tt: Verſtoßung aus dem Paradies. Auszug aus der Arche. 
Abram empfängt die Berheißung, daß er ein Vater vieler Völker wer- 
den ſol. Abrcm erblift das ihm verheißene Land. 
dem Engel des Herrn. 
ſim zu erfennen. Findung Moſis. Moſes zertrümmert die Geſeßestafeln. 
KundſH+after. Ruth zieht mit Naemi. David und Goliath. Abſalom's 
Ende. Die Raben ſpeiſen Elia8. Auferweung de8 Sohnes der Witwe. 
=- Den Hirten wird Chriſti Geburt verkündet. Chriſti Geburt, Flucht 
na Aegypten. Jüngling zu Nain. 
Barmberziger Samariter. Verlorner Sohn. Jejus ſegnet die Kindlein. 
Einſezung des hl. Abendmahls. eius in Gethſemane. 
Grablegung. Die Frauen am Grabe. 
Bekehrung. 
Dieſe Auswahl iſt auf Wun'< der Verlagshaudlung von Seiten 
Leipzig, 
Zn Karton mit erklärendem Text (die 
Na< Originalzeihnungen von 
Wunder au einem Lahmen. Saulus 
 
 
Zakob ringt mit 
Joſeph deutet Pharao's Träume. Joſeph giebt | 
zeſus am Kreuz. ; t 
| über den Tanzenden. Er hat die Tafeln erhoben, und man muß nun 
des preußiſchen Kultusminiſterii getroffen worden. Bezüglich der 
Wahl des einen oder andern Bildes könnte man wohl anderer Mei- 
nung ſein, doch iſt dieſelbe im ganzen eine entſprechende und beſſer 
als in allen übrigen exiſtirenden Sammlungen. Die Größe der Bil- 
der (959: 69 cm) iſt ſelbſt für größere Klaſſenzimmer hinreichend zu 
nennen. Die Ausführung iſt vortrefflich; die etwas derben Umriſſe 
mit einiger Schraffirung laſſen in kleiner Entfernung die Figuren 
recht plaſtiſch hervortreten und erhöhen die Brauchbarkeit ungemein. 
So wünſchen wir denn, daß recht viele Schulen dies köſtliche Hilfs8- 
mittel für den bibliſchen Geſchichtsunterricht erhalten mögen. 
Die Verlagshandlung hat neuerdings dieſelbe Ausgabe auch 
folorirt herſtellen laſſen und giebt die ganze Sammlung zu 48 M., 
jede Abteilung zu 24 M. Wir haben unſerer Stellung zu den kolo- 
rirten Bildern hinreichend Ausdru> gegeben und können von unſerm 
Standpunkte aus nur bedauern, daß auch die Scnorr'ſchen Meiſter- 
werke in bunte Schablonen geſchnitten werden. 
Die unter Nr. 11 genannten Ehrenberg'ſchen Bilder entſprechen 
im großen und ganzen ebenfalls den Anforderungen, die wir oben 
geſtellt haben. Sie ſind in Schwärzdru> ausgeführt und bringen in 
24 Bildern folgende Szenen: 
Kain und Abel, Noah's Dankopfer, Turmbau zu Babel, Abraham's 
Opfer, Nebekka am Brunnen, Joſeph's Verkauf, Joſeph's Verſöhnung 
mit den Brüdern, Moſis Auffindung, Geſetzgebung auf dem Sinai, Da- 
vid und Goliath, Saul und David, Jeremias auf den Trümmern von 
Zeruſalem. -- Anbetung der Hirten, die Weiſen aus dem Morgenlande, 
Johannes der Täufer in der Wüſte, Stillung des Sturmes, Jairi Töch- 
terlein, Jeſus der Kinderfreund, Jeſu Einzug in Jeruſalem, Einſetzung 
des hl. Abendmahls, Chriſtus in Gethſemane, JZohanne8 und Maria 
unter dem Kreuze, die Auferſtehung Chriſti, das erſte Pfingſtfeſt. 
Die Darſtellungen ſind dem Verſtändnißkreiſe der Kinder an- 
gemeſſen und der Wirklichkeit entſprechend, Kleidung und Landſchaft 
naturgetreu und die Hauptfiguren meiſt edel gehalten. Dazu ſind ſie 
außer den Schnorr'ſchen die einzigen aller uns bekannten und oben 
angeführten bibliſchen Bilder, die in ihren Größenverhältniſſen den- 
jenigen Dimenſionen entſprechen, die wir für die Volksſ<hule als un- 
erläßlich halten. Sie ſind 60 cm hoch und 50 cm breit und da- 
durch für volle Klaſſen ganz beſonders geeignet. 
Gegen die getroffene AuSwahl, ſowie auch gegen die Ausführung 
und Auffaſſung einiger Szenen haben wir freilich manderlei einzu- 
wenden. Was zunächſt die Auswahl betrifft, ſo halten wir das Bild 
„Turmbau zu Babel“ für entbehrlich und „Jeremias auf den Trüm- 
mern von Jeruſalem“ für überflüſſig, da die Unterſtufe, für welche 
die Bilder doch allein ſind, dieſe Geſchichte noch nicht kennen lernt. 
Aus dieſem Grunde würden wir auch das „erſte Pfingſtfeſt“ gern 
miſſen, obglei viele Kollegen dieſe Geſchichte ſchon auf der Unterſtufe 
nehmen. Auch Darſtellungen von Mordſzenen, wie ſie die. Bilder 
„Kain und Abel“ und „David und Goliath“ bringen. halten wir 
aus äſthetiſhen Gründen auf der Unterſtufe für unpaſſend. Das 
erſte dieſer beiden Bilder könnte ganz fehlen, das zweite aber uns 
zeigen, wie David mit der Schleuder in der Hand den Rieſen beſiegt 
und die Philiſter fliehen. Für den Wegfall dieſer Bilder könnten 
3: B. die Szenen „Adam und Eva werden aus dem Paradies ver- 
trieben, Daniel in der Löwengrube, der zwölfjährige Jeſus, die Hoch- 
zeit zu Kana, der Jüngling zu Nain“ u. a. dargeſtellt werden. 
Die Ausführung der Nebenfiguren iſt bei mehreren Bildern 
weniger gut. Der Hund auf dem Bilde „Kain und Abel“ iſt eine 
häßliche Figur, die Störche auf „Noah's Danfopfer“, ſowie die Wellen 
auf „Stillung de8 Sturmes“ ſind nicht naturgetreu, und die Bilder 
„Joſeph's Verkauf, Joſeph giebt ſich zu erkennen und Jeſu Einzug 
in Jeruſalem“ enthalten zu viel Perſonen, wodurch ſie an Ueberſicht- 
lichfeit einbüßen. 
Auch mit der Auffaſſung einiger Szenen können wir uns nicht 
einverſtanden erklären. Das Bild „Turmbau zu Babel“ ſtellt ein 
| allgemeines Wüten und Morden der Menſchen gegen einander dar, 
| wovon doch die heilige Shrift nichts erzählt. 
| der Hirten“ iſt Joſeph ein kahlköpfiger Greis, während er auf dem 
Jeſus hält Petrus über dem Meere. | folgenden Bilde volles Haupthaar hat. Die „Geſetzgebung auf Sinai“ 
Auf „die Anbetung 
zeigt uns Moſes mit den Geſetestafeln auf einem Felſenvorſprung 
unwillkürlich denken, er will die Tänzer mit denſelben zerſc<mettern. 
(Schluß folzt.) 
8 "
	        

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