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ratis-Beilage: Anzeiger für pädagogiſche
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Allgemeine
„HÖ? Lehr "teig,
Zugleiß Organ der Allg. deutſchen Tehrerverſammiungen und des Deutſchen Zehrer-Penſionsverbandes
Sonntag, den 22, Februar,
1880.
üg
Aufſäte über zeitgemäße Themata und Mitteilungen
über Sqhul- und Lehrerverhältniſſe find willkommen.
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hilfe in wirtſchaftlicher Beziehung.
IX. Arfißef. *)
Zu der notwendigen wirtſchaftlichen Selbſthilfe für jeden Haus-
ſtand auch der Lehrer gehört die Feuerverſiherung des Mobiliars 2c.
und der vorteilhafte Einkauf von Konſumartikeln.
Zn dieſer zwiefachen Beziehung ſind, wie ich im vorigen Artikel
darauf hingewieſen habe, ſchon früher einige Fragen an mich gerichtet
worden, die ich daher hier zuerſt beantworte.
„1. Iſt es ratſam, daß die deutſche Lehrerſchaft einen
eigenen großen Feuerverſiherungsverein bilde, oder
anderenfalls allgemeinen derartigen Geſellſchaften ſich
anſc Der erſte Fall würde zu bejahen ſein, wenn ein ſo großer Ver-
ein ſeinen Mitgliedern, anderen Feuerverſicherungen gegenüber, be-
jondere Vorteile darzubieten vermöchte, und zwar 1., weil Lehrer, die
bereits anderweitig auf ein oder einige Jahre verſichert ſind, ihr Ver-
hältmß zu einer Feuerverſiherung ohne Nachteil aufzulöſen und dem
großen Vereine beizutreten vermögen, und 2. falls für einen ſolchen
großen Feuerverſiherungsverein nicht, wie für allgemeine Feuerver-
ſiherungsgeſellſhaften, das geſezmäßige Stammkapital erforderlich wäre.
Wenn nun leßteres auch nicht der Fall ſein ſollte, ſo würde, abgeſehen
von anderen Unzuträglichkeiten, eine große Feuerverſiherung für die
deutſche Lehrerſchaft gleichwohl einen großen Verwaltungs8apparat er-
fordern und ſomit große Verwaltungskoſten verurſachen. --.
Außerdem aber hält es, wie die Erfahrung lehrt, ſchwer, die
Lehrer in einem engen, geſchweige denn in einem weiten Kreiſe zu
einem Ganzen zu vereinen, ſelbſt wenn die Vorteile auf der Hand
liegen.
Und dann kommt auch in Betracht, daß für Lehrer bereits viele
ſelbſtändige Feuer- oder Brandverſiherungen namentlich in Mittel-
und Norddeutſchland beſtehen, ſowie, daß bewährte allgemeine Feuer-
verſicherungsgeſellſhaften gleich allgemeinen Leben3verſicherungen Leh-
rervereinen unter beſonderen günſtigen Bedingungen den Zutritt ge-
währen, wie dies beiſpielsweiſe in Süddeutſchland der Fall iſt, wo
der bateriſche und badenſc Feuer-Aktiengeſellſhaft Providentia in Frankfurt a/M. angeſchloſſen
haben, gleichwie dies auf meinen Rat von vielen Lehrervereinen be-
„züglich der Lebensverſiherung durch Anſchluß an allgemeine derartige
Anſtalten mit guten Erfolgen geſchehen iſt, wie namentlich an die
Victoria in Berlin, die ſich in dieſer Beziehung am meiſten tätig
erwieſen und volle Anerkennung gefunden hat.
Um für die allgemein wichtige, noF zu wenig betätigte Lebens-
*) Die Redaktionen, welche dieſen Artikel in ihre Zeitungen auf-
nehmen, werden ergebenſt erſucht, dem Verfaſſer 2 Exempl. der betreffenden
Nummern gefälligſt zuzuſenden.


verſicherungsſache bei dieſer Gelegenheit ein gutes Wort hervorzuheben,
und zu zeigen, wie dieſelbe auch in weiteren Kreiſen ſelbſt mit Be-
ziehung auf Lehrer immer mehr Beachtung und Pflege findet, ſeien
hier einige Sätze aus dem Artikel: „Die Lebensverſicherung und die
Regierung “ der „Volkswirtſchaftlihen Korreſpondenz“ angeführt.
Es heißt daſelbſt u. a.: „Jn der Theorie iſt heute alle Welt über
die wirtſchaftliche, ſoziale und ethiſche Tragweite der Leben8verſicherung
aufgeklärt, nur in der Praxis hinken wir Deutſchen anderen Kultur-
völfern no< immer um einige Uranusjahre na<. Jn Deutſchland
betrug Ende 1872 die Geſamtſumme aller Lebens8verſicherungen pro
Kopf der Bevölkerung ca. 30 Mark, in England dahingegen pro Kopf
ca. 300 Mark, alſo zehnmal ſoviel.
Daß dies Sachverhältniß für das Volk der Denker nicht nur
ein materielles Unglüd, ſondern auch intellektuell eine Schande und
moraliſch auch ein Verbrechen in ſich birgt, iſt eine Tatſache, die in den
oberen Regterungsregionen keine8weg3 unbekannt und unbeachtet war
und iſt. Denn ſchon vor länger als 20 Jahren, am 30. November
1897, erließ der damalige Miniſter von Weſtfalen eine Verfügung,
in welcher er einer widerſtrebenden BezirksSregierung gegenüber für
tunlichſte Förderung der deutſchen Lebensverſicherungsanſtalten als
Paladin auftrat. Er betonte den Nußen, welcher dem Publikum dur
Vermehrung der Gelegenheiten, Verſicherungen zu nehmen, erwachſen
werde, und daß es wichtig ſei, die Teilnahme der Bevölkerung für
inländiſche Lebensverſicherungsanſtalten zu beleben. Woenn die
nachgeordneten Regierungs8organe in der Praxis gleichwohl noh viel-
fach ihre alte Schroffheit gegen das Verſicherungsweſen beibehielten,
j09 kommt das auf ihr eigenes, nicht aber auf das Konto der höheren
Behörde. Dasſelbe gilt von dem Kontraſte zwiſchen dem Wohlwollen,
welches der Kultusminiſter Falk im Punkte der Lehreragenturen an
den Tag legte, und dem Mangel an Verſtändniß, welche die meiſten
Bezirksregierungen und Schulinſpektoren in jener Hinſicht kund gaben.
Der Miniſter verfügte unter dem 20. Novbr. 1874, daß den
Lehrern die Uebernahme einer Lebensverſicherung8agentur nicht unter-
jagt, vielmehr geſtattet ſei, wenn dieſelbe nach vorheriger Prüfung
dur Aus dieſer ſelbſiwerſtändlichen Vorſicht8maßregel des Miniſter8 wurde
nun durch Uebereifer und Mangel an größerem volkswirtſchaftlichen
und jozialen Ueberbli bei den untergeordneten Behörden eine ſelbſt-
verſtändliche Repreſſwmaßregel, obgleich das den Abſichten des Mini-
ters ſc meiſten Lehrer befamen die nachgeſuchte Erlaubniß nicht. Zur An-
ſtellung einer Beſchwerde an. den Miniſter waren ſie um keinen- Preis
zu bewegen. Die Gefahr, ſic< dadurch mißliebig zu machen, überwog
im ihren Augen den Vorteil, welchen ſie ſich von einer Tätigkeit für
das Berſicherungsweſen verſprachen. Dieſer Standpunkt iſt ſehr ein-
leuchtend, die Sachlage, welche ihm zu Grunde liegt, aber gleichwohl
ſehr beklagen8wert. --
Deutſchland iſt dur< den 30 jährigen Krieg wirtſchaftlich ſo

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