Full text: Allgemeine deutsche Lehrerzeitung - 34.1882 (34)

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Vierunddreißigſter Zährgang. 
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Zuglei< Organ der Allg. Deutſchen Tehrerverſ ammlungen und des Deutſchen Lehrer-Penſionsverbandes, 
 
- SJährlich 52 Nummern von mindeſtens 1 Bogen nebſt 
Sratis-Beilage: Anzeiger für pädagogiſche 
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nenamenmanerndengengn, . 
BEETEN 
Schulmeiſterliche Mutterpflichten. 
Ein Beitrag zur Hau 8pädagogik. 
(Zur preisbewerbung.) 
(Schluß.) 
Wenn wir nun auch in dem bisher Geſagten nicht bloß die 
 
unterrichtliche Miſſion der Mutter klargelegt, ſondern zugleich 
ihre erziehliche Miſſion ſchon in etwas mit berührt haben, ſo wol- 
hen "dom die leßtere in nachſtehendem no<4 etwas näher be- 
leuchten. 
Rücſichtlich der erziehlichen Aufgabe der Mutter bezüglich 
ihrer Kinder tritt aber zunächſt die Wekung und Belebung des reli«. 
giöſen Gefühls in den Vordergrund. =- Die beſte Grundlage für. die ! 
rekigis8-ſitkliche Erziehung der Kinder iſt überhaupt ein religiös-fitt- 
liches Familienleben, d. i. ein Leben der Eltern, welches in allen feinen 
Erſcheinungen Zeugnis giebt von der wahren Gotte8gemeinſchaft, deren 
Frucht jener ſtille Herzensfriede iſt, der alles weiht und heiligt, was 
das menſc<lihe Herz nur will und thut. Vorausgeſest, daß ein- 
ſolches religid8-fittliches Familienleben vorhanden iſt, fällt immerhin 
der Mutter noch die beſondere Aufgabe zu, ihre Kinder auf die Wun- 
der Gottes, auf ſeine Allmacht, Liebe, Güte und Weisheit unter Hin- 
weis auf die Erſcheinungen der Außenwelt aufmerkſam zu machen, 
um dadurch die Gotte8idee und den rechten Gottes8begriff in den Kin- 
dern zum lebendigen Bewußtſein zu bringen und das Gefühl der 
Gottesgemeinſchaft in ihnen zu ween und zu nähren. 
Wenn das Kind mit lachendem Antlis der Mutter den erſten 
Frühlingsblumenſtrauß, gepflü>t „im Buſch und Hain“, oder die erſten 
. faftigen Erdbeeren aus dem Walde, den erſten rotbackigen Apfel aus 
dem Garten heimbringt: dann, ja dann ſoll ſich die Mutter ihrer 
Pflicht bewußt werden, ihr Kind mit warmen Worten hinzuweiſen auf 
den gütigen Spender dieſer Gaben. Dieſe Hinweiſung auf den All- 
vater und ſeine Herrlichkeit ſoll aber nicht etwa bloß durch einfache, 
trodne Belehrungen geſchehen, ſondern vor allem auch dur<h Einprä- 
gung paſſender Gedichthen und Ver8c<hen, wodurch das Kind nicht 
nur Natur und Schöpfer lieben lernt, ſondern auch der Grund zu 
einer idealen Lebensanſchauung in der zarten Kindesſeele zur Ausge- 
ſtaltung kommt. -- Die Mutter verſuche es beiſpiel8weiſe nur ein- 
mal, bei der Betrachtung eines bunten Blumenbeetes ihrem Kinde das 
Vers<en einzuprägen : | 
„Wer hat die Blumen nur erdacht, T 
Wer hat ſie ſo ſchön gemacht, 43 
Gelb und rot und weiß und blau, =. 
Daß ic< meine Luft dran ſchau? 
Wer hat im Garten und im Feld 
- Sie auf einmal hingeſtellt? 
Er|t war's doch ſo hart und kahl, 
Mäht nun alles auf einmal. 
Sonntag, den 19, Februar. 
 
„and feſthalten!“Z =>" 
 
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amendment nt 
 
Wer das iſt, und wer das kann 
Und nicht müde wird daran, 
Das iſt Gott in ſeiner Kraft, 
Der die lieben Blumen ſc<afftz“ 
und fie wird die Freude erleben, daß ihr Kind fortan den Blumen 
eine um ſo größere Zuneigung widmet und bei Betrachtung einer 
„ſchönen Pflanze ſtet8 ſeinen poetiſchen Schaß recitiert zum Zeugnis, 
daß ſein Herz ergriffen iſt.pon-Gotte8 Alma<ht und Güte, und daß 
dies Ergriffenſein ſeine Seele erfüllt mit Glü> und ſtillem Frieden. 
' „Der':Genius des e<hten Menſchenglü>s", ſagt eine bekannte Scrift- - 
| ftellerin, „lauſcht lächelnd im Kelche jeder bunten Blüte, ruht ſ<lum- 
mexnd auf weichem Bett des Waldmooſes ; denn echtes Menſc<englüc 
iſt:die Sehnſucht nach: dew Ewigen, die Erkenntnis des Ewigen. Die 
gönze Natur iſt exfäl 
 
Ihm. Mutter, Lehre. dein Kind es faſſen 
Auch die hier etwa eingewendet werdende Frage, woher die 
Mütter im Volke immer paſſende Gedichthen und Ver8<hen nehmen 
ſollen, wird von ſelbſt hinfällig, wenn die Schule an den Eltern, als 
dieſe ſelbſt noch Kinder waren, ihre Schuldigkeit gethan hat. 
Außer dieſen, auf die Erwe>ung und Belebung des religiöſen 
Gefühls abzielenden ſittlich- und ideal-religiöſen Unterhaltungen und 
Belehrungen hat die Mutter insbeſondere auch noh das Gebet als 
ein Mittel wahrer religiöſer Herzensbildung zu benutzen, und zwar 
in ſo fern, daß ſie ihr Kind nicht nur beten lehrt, ſondern dasſelbe auch 
zum Beten veranlaßt und ſelbſt oft und gern mit ihm betet. -- 
Einte Mutter, die ihr Kind nicht beten lehrt, iſt eine Rabenmutter, 
die des Gnadengeſchenkes nicht wert iſt, das ihr Gott gegeben hat. -- 
Aber man frage bei den Elementarlehrern nach, ob immer unter zehn 
Kindexn, die in die Schule geführt werden, auch nur eines iſt, welches 
bereitßsbeten gelernt hat, und man wird eine verneinende Antwort 
erhaltöß, Aus dieſer Thatſache aber folgt, daß die Korruption un- 
ſers "Bölkslebens nur durch eine Regeneration der hänslichen Er- 
ziehtüg, geheilt werden kann, und von allen Wünſchen, die in der 
Gegenwart?“ laut werden und die Herzen gewiſſer Parteien oft feurig 
bewegen, keiner mehr Bedeutung hat als der: „Gebt uns andere 
Mütter !“ --- Die Schule kann hier die Verſäumniſſe des Eltern- 
hauſes unmöglich ausgleihen; ja ſie kann auf religiöſem Felde kaum 
ein Winziges Gebäude aufbauen, wenn nicht das Elternhaus, vor allem 
die Mutter, bereits einen religiöſen Grund im Herzen des Kindes 
gelegt hat, anf welchem die Schule einzig und allein weiter zu bauen 
im ſtande iſt. --- Wie wichtig es aber iſt, ſchon in früheſter Jugend 
von feiten einer geliebten Mutter Anleitung zum Gebet zu erhalten, 
das weiß uur der recht zu würdigen, deſſen erſte Erziehung eine got- 
tesfürchtige Mutter geleitet hat. --- Ein Wort von Loe mag unſere 
Erörterungen über dieſen Punkt beſchließen; Loe ſagt: „Die erſte 
Grundlage zur Tugend beſteht darin, daß man dem kindlichen Ge- 
müt“früh einen richtigen Begriff von Gott, dem Urheber und Schöpfer + 
*». .
	        

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