Full text: Quartalschrift für praktisches Schulwesen - 6.1842 (6)

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und Anhänglichkeit gegen ihre Kirche, von Kindheit an einges 
pflanzt, würde nichts Höheres auf der Erde kennens ſo aber 
wachſen ſie ohne dieſe Grundlage heran, beurtheilen die Vers 
gangenheit von ihrer irrig angeſchauten Gegenwart aus, und 
find weder mit der Einen noch mit der Andern zufrieden, 
ſchen ſogar da und dort nur ein Gewebe menſchlicher Leiden- 
ſchaften und ſubjectiver Beſtrebungen, ſtatt das Walten des 
göttlichen Geiſtes zu erkennen, der freilich auch das Unfraut 
neben vem Waizen duldet , am Ende aber doch der Wahrheit 
und Güte den Sieg zufommen läßt: 
Haben wir nun unſre Erfiärung über die Bedeutung, den 
Werth und die Nothwendigkeit der Religions- und Kirchenges 
ſchichte für den Unterricht in der Schule abgegeben, ſo ſet es 
uns noch erlaubt zu bemerken, daß auch diefe Geſchicmte als 
für ſich beſtehender Gegenſtand zur Cildung des Verjtandes, des 
Gemüthes und des Willens, d. i. als Fach gelehrt werden könne, 
und wiederum ein großer Bilderſaal ſey, woraus ſo manches 
Gemälde entlehnt werden kann, das dem Auge eine Fülle des 
Glaubens, der Zuverſicht und der Gottſeligkeit vorführt. 
A!s Fach gelehrt, zeigt fie vie Treue Gottes, ſeine Macht 
und Weisheit in Durchführung ſeines Planes, die Wahrheit 
und die Beſeligung der göitlichen Anſtalt des himmliſchen Rei- 
hes, die Leidensfähigkeit und Steghaftigkeit der gedrüctein und 
befeindeten Kir<e. Sie reißt zur Bewunderung und Anbetung 
des in ihr waltenden Geiſtes, zum feſten Glauben, zum muths- 
vollen Kämpfen und Ausharren in Zuverſicht, zur Treue und 
Ergebenheit hin. Sie kann füglich als die Lehre vom hl. Geiſte, 
ſeiner Perſon und ſeinem Werke, von ſeinen Gnaden in uns 
und ſeinen Anforderungen an uns, und in dieſer Richtung als 
Religionslehre ſelbſt betrachtet werden. Cs ſcheint auch gar 
nicht ſchwierig zu ſeyn, eine Reliqions- und Kirchengeſchichte 
in dieſer Eigenſchaft zu geben, da ja das Chriſtenthum durch 
den hl. Geiſt und ſein Organ die Kirche an uns gelangt. Nun 
darf nur angegeben werden, was als ſolches an uns gelan- 
ge, welche Läuterungen es durc<gega ngen ſeit ſeinem Ausgange 
aus dem Munde des Sohnes Gottes, zoie es ſich mannigfaltig 
bald bei abnehmender Lebensfraſt dahin ſchwindender Völker 
geſä)wächt, gehemmt und verkümmert ſich) erhalten, bald wies 
der in neuer Friſche mit neuem Leben emporſirebende Völker,
	        
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