d) Der Vierländer Lehrerverein, Vors.
Jürgens in Kirchwärder.
1. u. 2.: Gramkow in Curslack: Zugam-
menordnung des Unterrichtsstoffes aus
dem gesgamten Gebiete der Religion.
3. Beratung über das Ahrendt'sche Bild.
4. Meyer in Howe: Über den Schreibun-
terricht.
5. Strauß in Warwisch:
Erzieher.
&e) Zweigverein an der Alster:- Vors. Voß
in Oblsdorf.
1. Hardkop in Langenhorn :
heiten“ yon Wustmann.
2. Fiebig in Niendorf: Der heutige Taub-
Stummenunterricht.
3. Böttcher in Kimsbüttel: Die Nervogität
ungerer Zeit und die Schule.
4. Albert in Großborstel: Unser
einsleben.
9. Voß. in Olilsdorf: Selbständiger, an-
lebhnender oder verschmelzender Kate-
chismusSunterricht ?
6. Zeymer in Großborstel: Ernährung
und Lebensweise der Pilze (Lehrprobe.)
7. Nommensgen in Fahlsbüttel: Die Kon-
zentration, ihre Berechtigung und An-
wendung.
8. Gerke in Lockstedt: Uwe Jens Lornsgen,
ein LebenSbild.
9. Harms in Hummelsbüttel: Über Bibel-
forsSchung, nach Prof. BeySchlag.
1) Verein der Lehrer der hamb. Walddörfer ;
Vors. Bodendieck in Groß-Hansgdorf.
1. Walsberg in Farmsen: Der Rechen-
unterricht in der Klementarklasse.
2. Bodendieck in Groß Hansdorf: Unsgzere
Schulatlanten.
3. Wandschneider in Groß Hangdorf: In-
- Wieweit ist die Stellung Rougsgeaus
zum Geschichtsunterricht gerechtfer-
tigt?
4. Bodendieck: Unsere Knaben und Mäd-
chen, ein psychologischer Vergleich.
Rembrandt als
„Sprachdumm-
5. Schlüter in Wohldorf: Standesbewußt-.
Sein des Lehrers.
6. Wandschpeider: Die Stellung des
Lehrers zu Seinen Schülern außerhalb
der Schule.
7. Schmidt in Farmsen: Individualität
und ihre Pflege in der Schule.
Oblsdorf, im Mai 1894,
J. Voß, Schriftführer.
Kritik und Afterkritik.
Die Kritik iSt die Wurzel jedes geistigen
Lebeus. Ohne Kritik wird das geistige
Streben eingeitig und ztirbt Schließlich ab.
Daber wünscht auch jeder, der es mit Sich
und Seinen geistigen Faktoren gut meint,
wer die Wabrbheit als das Endziel jeder gei-
Stigen Thätigkeit ansgieht, Schonungslose und
unerbittliche Kritik, um aus ibr Selbst-
kenntnis zu Schöpfen. Die Kritik darf aber
Dicht zur Afterkritik werden -- nomen et
omen habet -- Sondern Sie muß den Gegner
mannbaft bekämpfen wd ibm ans Leben
geben. Das thut aber die Afterkritik nicht,
Sondern Sie handelt, wie ihr Name begagt.
Von ibr giebt es zwei Arten. Die eine
Ver-.
- Schiebt dem Objekt ibrer Kritik Ausgagen |
und Urteile unter, die ihm fremd Sind, und
Sucht ihn 80 ad absurdum zu führen. Die
andere bekämpft nicht die Ideen ihres Geg-
ners, Sondern nur ihre Verkörperung und
ihre Äußerungen; Sie mäkelt an Binzel-
heiten, ohne den Kern der brennenden Frage
zu treffen. Beide finden ihren Ursprung nicht
im Interesse für die Sache, Sondern irgend
eine andere Stimmung ist ihre VeranlasSung.
Ihr Urteil ist nicht objektiv, Sondern Sub-
jektiv. Die UrgSachen der Afterkritik können
einzeln genommen verschiedene Sein: Ver-
letzte Eitelkeit, Widerwille gegen Neuerungen,
bequeme Vorliebe für das alte, ausgefahrene
Geleise, eine gewisse geistige Beschränkt-
heit, die Idee des. Gegners zu erfasSen. Sie
erkennt wohl die einzelnen AusflüSse der
Idee, ohne aber zu ihr Selbst durchzudringen ;
daber erscheint Sie ihr nicht in ihrem wahren
Lichte. Außerdem ist auch der Standpunkt
in Betracht zu ziehen. Ein Ölgemälde er-
Scheint aus der Nähe betrachtet wie eine
Kleckgerei, und wer die Idee nicht faßt, wird
die Schönheit eines antiken Torso nicht
würdigen können.
F. Horn.
Mitteilungen.
Allgemeine
Deutsche Lehrerversammlung
(DeutscherLehrertag) zu Stuttgart.
Die LeitSätze des Herrn Hauptlehrer
Heyd in Dill-Weißenstein (Baden) zu dem
Vortrage: „Die Militärdienstpflicht der Volks-
Schullehrer* lauten:
1. Die Ableistung der Militärdienstpflicht
in der Seitberigen Weise weist dem
Volksschullebrerstande eine Sein An-
Sehen Schädigende Ausnahmestellung zu.
2. Es ist deghalb von gämtlichen deut-
Schen Lehrervereinen eine gemeinsgame
Eingabe an den Reichstag zu richten,
in welcher gebeten wird, es möge die
gegetzliche Bestimmung getroffen wer-
den, daß der erfolgreiche Besuch eines
Lehrerseminars die Berechtigung zum
Dienst als Einjährigfreiwilliger in Sich
Schließt.
3. Es iSt nicht Sache der Lehrerversamm-
lung, zu der Art und Weise dieger
Durchführung Stellung zu nehmen,
Sondern diegelbe darf getrost den maß-
gebenden Behörden überlassen werden.
LeitSätze des Korreferenten zu obigem
Thema, Herrn Lehrer Jacob in Leipzig:
1. Die gegenwärtige militärische Ausbil-
dung der deutschen VYolksschullebrer
iSt ungenügend und geeignet, das An-
Sehey der Volksschullehrer zu Schädigen.
Es ist deshalb eine Neuordnung der,
MyiJitärdienstpflicht der Volksschullehrer
durchaus notwendig.
2. Der Volksschullehrer muß mit den üb-
rigen Staatsbürgern auch bezüglich
Seiner Militärdienstpflicht gleiche Rechte
und Pflichten haben und tragen, auf
Grund der Befähigung für das Schul-
amt aber berechtigt Sein, einjährig-
- freiwillig dienen zu dürfen.
3. Es möge den Schulamtskandidaten auf
6 Jahre (vom Jahre der Gleichberech-
tigung der Seminare mit den anderen
höberen Lehranstalten gerechnet) das
Recht der Alternative zwiSchen dem
einjährig-freiwilligen Dienst und der
biSher bestebenden kürzeren Dievstzeit
gewährt werden.
4. Nach Ablauf die Uebergangszeit fallen
alle Ausnahmebestimmungen bezüglich
des Militärdienstes der Volksschul-
lehrer weg.
Für die Nebenversammlungen Sind noch
folgende Gegenstände angemeldet worden:
a) „Die Notwendigkeit des einheitlichen
Zasammenwirkens aller zur Mitarbeit
an der Jugenderziehmng Berufenen.“
Berichterstatter: Herr Seminarober-
lehrer a. D. Dr. Horst Keferstein in
Jena.
Auf welche Weise kann der Steno-
grapniSche Unterricht mit dem Schreib-
und deutschen Sprachunterricht ver-
bunden werden? Berichterstatter: Herr
Fr. 0. Walther, Vorgitzender der Lehrer-
vereinigung für Stolze'Sche Stenographie
in Leipzig.
6) Vorführen eines neuen Hilfsmittels für
anschauliches Rechnen von Oberlehrer
Kerner in Stuttgart,
d) Vortrag über „Weltsprache“ von Herrn
Oberpräceptor Heintzeler in Stuttgart.
Berlin, Gera und Gothia, den 1. Mai 1894.
Der engere AusSchuss.
Clausnitzer. Mörle. Böttner.
Fenerversicherung des deununt-
Schen Lehreryereins. In der Ueber-
Sicht der Resgultate des Vertrages mit der
Providentia in Frankfurt a/M. für 1893 er-
Scheint Hamburg mit 7 Versicherungen (ge-
gen 10 im Vorjahre), 39900 M Vergiche-
rungsSumme (51 900), 19,30 M Prämie
(28,20) und 2,89 M Anteil der Verbände
(5,23). Die Gesamtsummen betragen: Anzahl
der Vers.: 5690 (gegen 5034 im Vorjahre),
Vergicherungssumme28 489295 M. (25011148),
Prämie 30660,30 M (27241,70), Police-
Kosten 669 M (709), Anteil der Verbände
5268,04 M. (4795,25 M in 92).
Im Jahre 1893 sind 99 Vereins-Mitglie-
der von BrandsSchäden betroffen worden und
betragen die von der Providentia gezahlten
Entschädigungen in 11 Schadenfällen M
5197,20, M 3593,50, M. 3339,35, M 2123,05,
M 1422,--, M 1043,10, M. 937,70, M 932,75,
M. 918,--, M 813,60, M 740,25 und für 88
kleinere Schäden M 3722,79, zusammen also
M 24 783,29
b)
Daneben Sind dem Deut-
Schen Lehrerverein pro 1893
an Bonifikationen von der Pro-
videntia vergütet worden . . M4 3885,72
Vom Abschluß des Vertra-
ges im Jahre 1882 ab bis Ende
1893 gind von der Providentia
überbaupt:
a. an Mitglieder des Deut-
Schen Lehrervereins für
401 Schadenfälle gezahlt M. 99 435,52
b. an den Deutschen Lehrer-
verein als Bonifikationen
zur Verteilung an die Ver-
bände vergütet worden MM 38528,93
Die VYerteilung dieser Bonifßikationen
hat nach Maßgabe der bestehenden Be-
SchlüSSe für die Vorangegangenen Jahre
Stattgefunden, und Sind den Verbänden die
oben ersichtlichen Anteile für das Jahr 1893
durch die Post zugesandt worden. Die Be-
träge unter 10 -// werden, Soweit als möglich,
in Stuttgart persönlich übergeben werden.
Der Erfolg des Vergicherungsunterneh-
mens zeigt wiederum einen Fortschritt, Wwes-
halb wir unsgere Verbände von neuem er-
Suchen, Sich der Förderung dieser Ange-
legenheit mit immer größerem InteresSse an-
zunebmen.
Die KommisSion für Feuer-VerSicherung.
E. Ewald. 0. Bohm. H. Schröer.
'Schreiberbau. Die letzt eingegangene
Quittung bringt die Gesamthöhe der bisher
eingegangenen Beiträge für das Lehrerheim
in Schreiberhau auf 16 150,16. -- Das Ko-
mitee hat eine Anzahl PosStelscher Leh-
verkalender zur Verfügung, welche es
portofrei gegen einen beliebigen Betrag
(in Briefmarken) versendet, -- Bs Soll jetzt
aus den beitragenden Mitgliedern ein Verein
zur Errichtung eines „Deutschen Lehrer-
beims“ in Sehreiberhbau gegründet werden.
Zu dem Zwecke wird auf Sonnabend, den
26. Mai er., nachm. 4 Uhr, nach dem Felsen-
keller in HirsSchberg 1/Sch]l. eine Vergamm-
lung einberufen. =