Objekt: Pädagogische Reform - 18.1894 (18)

d) Der Vierländer Lehrerverein, Vors. 
Jürgens in Kirchwärder. 
1. u. 2.: Gramkow in Curslack: Zugam- 
menordnung des Unterrichtsstoffes aus 
dem gesgamten Gebiete der Religion. 
3. Beratung über das Ahrendt'sche Bild. 
4. Meyer in Howe: Über den Schreibun- 
terricht. 
5. Strauß in Warwisch: 
Erzieher. 
&e) Zweigverein an der Alster:- Vors. Voß 
in Oblsdorf. 
1. Hardkop in Langenhorn : 
heiten“ yon Wustmann. 
2. Fiebig in Niendorf: Der heutige Taub- 
Stummenunterricht. 
3. Böttcher in Kimsbüttel: Die Nervogität 
ungerer Zeit und die Schule. 
4. Albert in Großborstel: Unser 
einsleben. 
9. Voß. in Olilsdorf: Selbständiger, an- 
lebhnender oder verschmelzender Kate- 
chismusSunterricht ? 
6. Zeymer in Großborstel: Ernährung 
und Lebensweise der Pilze (Lehrprobe.) 
7. Nommensgen in Fahlsbüttel: Die Kon- 
zentration, ihre Berechtigung und An- 
wendung. 
8. Gerke in Lockstedt: Uwe Jens Lornsgen, 
ein LebenSbild. 
9. Harms in Hummelsbüttel: Über Bibel- 
forsSchung, nach Prof. BeySchlag. 
1) Verein der Lehrer der hamb. Walddörfer ; 
Vors. Bodendieck in Groß-Hansgdorf. 
1. Walsberg in Farmsen: Der Rechen- 
unterricht in der Klementarklasse. 
2. Bodendieck in Groß Hansdorf: Unsgzere 
Schulatlanten. 
3. Wandschneider in Groß Hangdorf: In- 
- Wieweit ist die Stellung Rougsgeaus 
zum Geschichtsunterricht gerechtfer- 
tigt? 
4. Bodendieck: Unsere Knaben und Mäd- 
chen, ein psychologischer Vergleich. 
Rembrandt als 
„Sprachdumm- 
5. Schlüter in Wohldorf: Standesbewußt-. 
Sein des Lehrers. 
6. Wandschpeider: Die Stellung des 
Lehrers zu Seinen Schülern außerhalb 
der Schule. 
7. Schmidt in Farmsen: Individualität 
und ihre Pflege in der Schule. 
Oblsdorf, im Mai 1894, 
J. Voß, Schriftführer. 
 
Kritik und Afterkritik. 
Die Kritik iSt die Wurzel jedes geistigen 
Lebeus. Ohne Kritik wird das geistige 
Streben eingeitig und ztirbt Schließlich ab. 
Daber wünscht auch jeder, der es mit Sich 
und Seinen geistigen Faktoren gut meint, 
wer die Wabrbheit als das Endziel jeder gei- 
Stigen Thätigkeit ansgieht, Schonungslose und 
unerbittliche Kritik, um aus ibr Selbst- 
kenntnis zu Schöpfen. Die Kritik darf aber 
Dicht zur Afterkritik werden -- nomen et 
omen habet -- Sondern Sie muß den Gegner 
mannbaft bekämpfen wd ibm ans Leben 
geben. Das thut aber die Afterkritik nicht, 
Sondern Sie handelt, wie ihr Name begagt. 
Von ibr giebt es zwei Arten. Die eine 
Ver-. 
 
 
- Schiebt dem Objekt ibrer Kritik Ausgagen | 
und Urteile unter, die ihm fremd Sind, und 
Sucht ihn 80 ad absurdum zu führen. Die 
andere bekämpft nicht die Ideen ihres Geg- 
ners, Sondern nur ihre Verkörperung und 
ihre Äußerungen; Sie mäkelt an Binzel- 
heiten, ohne den Kern der brennenden Frage 
zu treffen. Beide finden ihren Ursprung nicht 
im Interesse für die Sache, Sondern irgend 
eine andere Stimmung ist ihre VeranlasSung. 
Ihr Urteil ist nicht objektiv, Sondern Sub- 
jektiv. Die UrgSachen der Afterkritik können 
einzeln genommen verschiedene Sein: Ver- 
letzte Eitelkeit, Widerwille gegen Neuerungen, 
bequeme Vorliebe für das alte, ausgefahrene 
Geleise, eine gewisse geistige Beschränkt- 
heit, die Idee des. Gegners zu erfasSen. Sie 
erkennt wohl die einzelnen AusflüSse der 
Idee, ohne aber zu ihr Selbst durchzudringen ; 
daber erscheint Sie ihr nicht in ihrem wahren 
Lichte. Außerdem ist auch der Standpunkt 
in Betracht zu ziehen. Ein Ölgemälde er- 
Scheint aus der Nähe betrachtet wie eine 
Kleckgerei, und wer die Idee nicht faßt, wird 
die Schönheit eines antiken Torso nicht 
würdigen können. 
F. Horn. 
 
Mitteilungen. 
Allgemeine 
Deutsche Lehrerversammlung 
(DeutscherLehrertag) zu Stuttgart. 
Die LeitSätze des Herrn Hauptlehrer 
Heyd in Dill-Weißenstein (Baden) zu dem 
Vortrage: „Die Militärdienstpflicht der Volks- 
Schullehrer* lauten: 
1. Die Ableistung der Militärdienstpflicht 
in der Seitberigen Weise weist dem 
Volksschullebrerstande eine Sein An- 
Sehen Schädigende Ausnahmestellung zu. 
2. Es ist deghalb von gämtlichen deut- 
Schen Lehrervereinen eine gemeinsgame 
Eingabe an den Reichstag zu richten, 
in welcher gebeten wird, es möge die 
gegetzliche Bestimmung getroffen wer- 
den, daß der erfolgreiche Besuch eines 
Lehrerseminars die Berechtigung zum 
Dienst als Einjährigfreiwilliger in Sich 
Schließt. 
3. Es iSt nicht Sache der Lehrerversamm- 
lung, zu der Art und Weise dieger 
Durchführung Stellung zu nehmen, 
Sondern diegelbe darf getrost den maß- 
gebenden Behörden überlassen werden. 
LeitSätze des Korreferenten zu obigem 
Thema, Herrn Lehrer Jacob in Leipzig: 
1. Die gegenwärtige militärische Ausbil- 
dung der deutschen VYolksschullebrer 
iSt ungenügend und geeignet, das An- 
Sehey der Volksschullehrer zu Schädigen. 
Es ist deshalb eine Neuordnung der, 
MyiJitärdienstpflicht der Volksschullehrer 
durchaus notwendig. 
2. Der Volksschullehrer muß mit den üb- 
rigen Staatsbürgern auch bezüglich 
Seiner Militärdienstpflicht gleiche Rechte 
und Pflichten haben und tragen, auf 
Grund der Befähigung für das Schul- 
amt aber berechtigt Sein, einjährig- 
- freiwillig dienen zu dürfen. 
3. Es möge den Schulamtskandidaten auf 
6 Jahre (vom Jahre der Gleichberech- 
tigung der Seminare mit den anderen 
höberen Lehranstalten gerechnet) das 
Recht der Alternative zwiSchen dem 
einjährig-freiwilligen Dienst und der 
biSher bestebenden kürzeren Dievstzeit 
gewährt werden. 
4. Nach Ablauf die Uebergangszeit fallen 
alle Ausnahmebestimmungen bezüglich 
des Militärdienstes der Volksschul- 
lehrer weg. 
Für die Nebenversammlungen Sind noch 
folgende Gegenstände angemeldet worden: 
a) „Die Notwendigkeit des einheitlichen 
 
Zasammenwirkens aller zur Mitarbeit 
an der Jugenderziehmng Berufenen.“ 
Berichterstatter: Herr Seminarober- 
lehrer a. D. Dr. Horst Keferstein in 
Jena. 
Auf welche Weise kann der Steno- 
grapniSche Unterricht mit dem Schreib- 
und deutschen Sprachunterricht ver- 
bunden werden? Berichterstatter: Herr 
Fr. 0. Walther, Vorgitzender der Lehrer- 
vereinigung für Stolze'Sche Stenographie 
in Leipzig. 
6) Vorführen eines neuen Hilfsmittels für 
anschauliches Rechnen von Oberlehrer 
Kerner in Stuttgart, 
d) Vortrag über „Weltsprache“ von Herrn 
Oberpräceptor Heintzeler in Stuttgart. 
Berlin, Gera und Gothia, den 1. Mai 1894. 
Der engere AusSchuss. 
Clausnitzer. Mörle. Böttner. 
Fenerversicherung des deununt- 
Schen Lehreryereins. In der Ueber- 
Sicht der Resgultate des Vertrages mit der 
Providentia in Frankfurt a/M. für 1893 er- 
Scheint Hamburg mit 7 Versicherungen (ge- 
gen 10 im Vorjahre), 39900 M Vergiche- 
rungsSumme (51 900), 19,30 M Prämie 
(28,20) und 2,89 M Anteil der Verbände 
(5,23). Die Gesamtsummen betragen: Anzahl 
der Vers.: 5690 (gegen 5034 im Vorjahre), 
Vergicherungssumme28 489295 M. (25011148), 
Prämie 30660,30 M (27241,70), Police- 
Kosten 669 M (709), Anteil der Verbände 
5268,04 M. (4795,25 M in 92). 
Im Jahre 1893 sind 99 Vereins-Mitglie- 
der von BrandsSchäden betroffen worden und 
betragen die von der Providentia gezahlten 
Entschädigungen in 11 Schadenfällen M 
5197,20, M 3593,50, M. 3339,35, M 2123,05, 
M 1422,--, M 1043,10, M. 937,70, M 932,75, 
M. 918,--, M 813,60, M 740,25 und für 88 
kleinere Schäden M 3722,79, zusammen also 
M 24 783,29 
b) 
Daneben Sind dem Deut- 
Schen Lehrerverein pro 1893 
an Bonifikationen von der Pro- 
videntia vergütet worden . . M4 3885,72 
Vom Abschluß des Vertra- 
ges im Jahre 1882 ab bis Ende 
1893 gind von der Providentia 
überbaupt: 
a. an Mitglieder des Deut- 
Schen Lehrervereins für 
401 Schadenfälle gezahlt M. 99 435,52 
b. an den Deutschen Lehrer- 
verein als Bonifikationen 
zur Verteilung an die Ver- 
bände vergütet worden MM 38528,93 
Die VYerteilung dieser Bonifßikationen 
hat nach Maßgabe der bestehenden Be- 
SchlüSSe für die Vorangegangenen Jahre 
Stattgefunden, und Sind den Verbänden die 
oben ersichtlichen Anteile für das Jahr 1893 
durch die Post zugesandt worden. Die Be- 
träge unter 10 -// werden, Soweit als möglich, 
in Stuttgart persönlich übergeben werden. 
Der Erfolg des Vergicherungsunterneh- 
mens zeigt wiederum einen Fortschritt, Wwes- 
halb wir unsgere Verbände von neuem er- 
Suchen, Sich der Förderung dieser Ange- 
legenheit mit immer größerem InteresSse an- 
zunebmen. 
Die KommisSion für Feuer-VerSicherung. 
E. Ewald. 0. Bohm. H. Schröer. 
'Schreiberbau. Die letzt eingegangene 
Quittung bringt die Gesamthöhe der bisher 
eingegangenen Beiträge für das Lehrerheim 
in Schreiberhau auf 16 150,16. -- Das Ko- 
mitee hat eine Anzahl PosStelscher Leh- 
verkalender zur Verfügung, welche es 
portofrei gegen einen beliebigen Betrag 
(in Briefmarken) versendet, -- Bs Soll jetzt 
aus den beitragenden Mitgliedern ein Verein 
zur Errichtung eines „Deutschen Lehrer- 
beims“ in Sehreiberhbau gegründet werden. 
Zu dem Zwecke wird auf Sonnabend, den 
26. Mai er., nachm. 4 Uhr, nach dem Felsen- 
keller in HirsSchberg 1/Sch]l. eine Vergamm- 
lung einberufen. =
	        
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