Full text: Beiträge zur Erziehungskunst, zur Vervollkommnung sowohl ihrer Grundsätze als ihrer Methode - 1.1803 (1)

nach welchen er beurtheilt oder behandelt werden 
müſſe; ſo lauge die weitere Erfahrung ſich mit jenen 
Geſeßen vereinbaren läßt, ſo lange gelten die Hy 
potheſen für wahr 3 allein es bedarf nur eines einzi- 
gen offenbaren Zeugniſſes der Sinne, welches gegen 
die gemachte Vorausſeßung ſtreitet, und die auge- 
nommene Wahrheit iſt Irthum geworden. So bei 
der Theorte der Erziehung, wo ſie auf Hypotheſen 
gegründet war. Man bemerkte bald, daß der kaum 
lallende Säugling eben ſo wenig Begriffe in ſich ent- 
hielt, als Sprache ſie zu bezeichnen ; allmählich er- 
lernte er durch lange Uebung die lektere, und mit 
ihren Wörtern ſchien er auch die bezeichneten Ge- 
danken zu erhalten: ſchnell war die Folgerung ge“ 
zogen, alſo iſt nichts in dem Geiſte von Anbeginn 
ſeines Daſeyns, die Uebung und Gewöhnung allein 
iſt es , welche thwm den geringen Bedarf des Lebens 
darreicht. Aber widerſtreiten dieſer Behauptung 
nicht alle jene Wiſſenſchaften, durc welche ſich der 
Verſtand über die Schranfen der bigherigen Erfah: 
rung erhebet? Widerſtreitet ihr niht der Glaube - 
an Tugend und Gott, welcher, obſchon durc, Be- 
lehrung Anderer gewekt und genähret, dennoch ſpä- 
terhin eigene Wurzel in der Seele ſchläget, anders 
ſich bildet als er in die frühe 'Jugend gepflanzt wor? 
den war, und in dieſer neuen Geſtalt allen Zweifeln 
und aller ſcheinbar entgegenſtehenden Erfahrung 
troßet ? ==“ Oder nach dem zweiten Syſteme. Man
	        

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