Full text: Beiträge zur Erziehungskunst, zur Vervollkommnung sowohl ihrer Grundsätze als ihrer Methode - 1.1803 (1)

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erfannte die Freiheit in dem Menſchen an, und mit 
ihr die Unmöglicfkeir des Gedankens, daß ſie dem 
Unmündigen atngebildet worden ſey gleich der Fers- 
tigkeit. ſich einer Sprache des Auslandes zu bed'enen,. 
Man ſand, daß auch in der reinen Wiſſen]<aft die 
gemachte Erfahrung nicht hinreicht, jene unbedingte 
Allgemeinheit und Nothwendigkeit zu erzeugen, durch 
welche der Vernunfterkenntniß ein Dafeyn für Ewige 
feiten geſichert iſt. Aber was ſchloß man daraus ? 
Das urſprüngliche Eigenthum des Geiſtes quelle und 
reife in ihm durch ſeine eigene Kraft; es bedürfe nicht 
eines erſten Anklquges der äußern Welt, und einer 
ſtets überlegten und zwe&mäßigen Richtung des ins 
nern Geiſtes auf dieſen ſichern nothwendigen Bezies- 
hungspunft, um die Bildung des Menſchen zu vol- 
lenden. Und was konnte der Erfolg eines ſolchen 
Wahnes ſeyn ? Alles das , was man 'durch irgend 
eine Erziehung nie würde beabſichtiget haben *). 
Denn die Freiheit ohne Wewöhnung an ſirenge Res 
gel bei der Richtung auf das Gegebene wird zur 
geſeßloſen Willführ , der Verſtand ohne weiſe Nah- 
rung durch den geöffneten Sinn wird zur täuſchen? 
*) Wem dieſes Urtheil , irt allgemeinen ausgeſprochen, zu 
Hart ſcheinet, der erinnere fich theils an mancher(ei Zeichen, 
Wdran fich weiland die Pſeudo» Rouſſeauiſche Ers 
zebung zu erkennen gab, theils an verſchiedene conſequente 
Folgerungen aus neuern, wenn auch nicht für Pädagogik 
erdachten , Syſtemen.
	        

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