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Das ethisch-religiöSe Material der Königs-
zeit“).
David und Goliath.
Ungere Behandlungsweise der Gegchichte von David und
dem Riegen Goliath tritt Selbstverständlich in Gegengatz zu
der populären, blos travestirenden, wie Sie in dem bekann-
ten Gedichte des Wandsbecker Boten ihren clasgischen Aus-
druck gefunden hat. Das humoristische Element der Ge-
Schichte bleibt bestehen, ohne den ethisch-religiögen Gedan-
Kkeninhalt zu Schädigen und ergiebt Sich von Selbst durch den
Contrast des Riesenhaften und Kleinen und des anscheinend
Starken und anscheinend Schwachen. -- Goliath ist übermütig,
er pocht mit lautem Geprahle auf Seine Körperkraft und
überschreitet alle Grenzen der Selbstschätzung. Er gagt:
»Bin ich nicht ein Philister und ihr Sauls Knechte«. Er
hält Sich allein für einen freien Mann, er kann weit vor-
geschrittenere Zustände, wie die eines Königtums nicht be-
greifen und Schätzen. So besasgen auch Napoleon I. und
111. den Wahn, als ob ihnen ihre äusgere Machtstellung die
Mittel und das Recht gäbe, mit den Nachbarn nach Will-
kür zu Schalten. Sie waren hochmütig -- und kamen zu
Falle nach dem Sprichwort: »Hochmut kommt vor dem
Falle«. Dieses Sprichwort und den Spruch: Ein Starker
rühme Sich nicht Seiner Stärke (Jerem, 9, 23) enthal-
ten für die Speculation der Kinder Schon den etwaigen Ver-
lauf der Geschichte, Saul und ganz Israel fürchten gich Sehr,
denn es Schlägt ihnen das Gewisgen, Sie müsgen gich Sagen:
» Wir haben Unglück verdient«, es fehlt ihnen das Gottver--

*) Conf. Seminarb. p. 53, Jahrbuch 74 p. 153 in Bezug auf den
Anfang. .
Jahrbuch X 1877|1878. 12

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