Full text: Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik - 12.1880 (12)

280 V. Franz Karl Lott's Metaphysik. 
wird, indem auch das Ich, als Vorgestelltes, als ein blos- 
Vorgegtelltes aufgefasst wird, der 1dealismus congequent zu 
einer Lehre vom blossen Werden, -- nichts ist eigentlich. 
Das einfache Zusammen der Materie kann unmöglich 
noch Materialität ergeben; also ist der nächste unvermeid- 
liche Gedanke der des Zusammen der Causalverbindungen; 
aus diegem Zusammen, welches zum Begriffe der Materialität 
hinzukommt. muss eine Negation des Zusammens regultiren, 
80 dass die Sonderung, die im Begriffe des Räumlichen liegt, 
kein blosger Mangel, Sondern ein gehindertes, aufgehobenes 
ZuSammen 1st. -- 
Das Faktum der völlig gleichartigen Materien (z. B. 
welche Menge des Oxygen, des Hydrogen . . .) ladet zu dem 
Gedanken ein, dass es bei der Bildung der Materie auf das 
den Elementen (oder ihren immateriellen Verbindungen, Zu- 
Ständen), woraus jene Bildung entsprungen, Gemeinsame 
ankommen möchte. Dies erinnert gleichgam an reale Ab- 
Strakta, namentlich Quanta, in denen von den Unterschieden 
des Gezäblten abstrabirt wird, überhaupt an Formen, wo- 
bei es auf das Kinzelne nicht als Solches, Sondern auf ihre 
gegenseitigen Relationen ankommt. -- 
(Auch) gleiche Erscheinungen, wie z. B. der Gravitation, 
des Vorstellens trotz der grössten Ungleichartigkeit der Sub- 
Stanzen, Vorstellungen deutet auf blos formal gleiche Gründe 
in den Klementen der Materie. - 
Wo keine Undurchdringlichkeit constatirbar ist, da mögen 
die realen Elemente der Materie Sein, aber es ist Keine 
Materie! Durchdringlich mögen die Wegen, die mit Materie 
nicht zu identificiren Sind, Sein, aber Undurchdringlichkeit 
igt die Grenze der Causgalität, indem jedes Wesen nicht Zu- 
gleich allen Wegen entsprechen Kann, Sondern Sein be- 
Stimmtes Mass hat. Zwischen Anorganischem und Organi- 
Schem kann nun der Unterschied grade in dieser Empfäng- 
lichkeit liegen, in diesgem Masse; denn es ist ein anderes 
zwiSchen Wegen, deren Spiel vorwiegend auf dem GegensSatze 
ihrer Zustände, nicht auf ihrem ursprünglichen GegensSatze 
beruht. Jedenfalls ist auch irgend ein Mass, also auch Un- 
durchdringlichkeit. als0 auch die Voraussetzung der Bewe- 
gung die Erscheinung jenes - Nichtkönnens, welches Je nach 
den Zumuthungen, Verhältnissen ebenso vielgestaltig 1st, WIe 
das Können oder die wirkliche Causalität. Die Grenze wech- 
Selt mit dem Begrenzten. --
	        

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