Full text: Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik - 19.1887 (19)

HI. 
Fr. Junge über den naturgeschichtlichen 
Unterricht in der Volksschule. 
Von 
Otto W. Beyer.! 
JUNGE erkennt den Wert der Erziehungsschule an (S. 14), 
des Könnens im Gegengatz zu bloßem Wissen (S. 27) und will 
im naturgeschichtlichen Unterrichte in Übereinstimmung mit 
den Forderungen der neuen Pädagogik, „im HERBART-ZILLER- 
Schen Geiste“, wirken. Mit diesen willkommenen Erklärungen 
Stimmen auch wir überein. * 
Die Erziehung ist eine Bildung des Willens und zwar des 
Sittlich-religlögen Willens, wie er in der konkreten Pergönlichkeit 
als Charakterstärke der Sittlichkeit Sich äußern goll. Der 
Charakter aber offenbart Sich im Handeln. „Handeln ist das 
Prinzip des Charakters“ (HERBART). Nun ist das Handeln nach 
zwei Seiten an Beschränkungen gewiesen; beidemale freilich 
liegen neben diesen Beschränkungen zugleich eigentümliche 
Hilfen. Das Handeln ist nämlich gebunden einergeits an die 
Sittlichen Musterbilder, andererseits an die Natur der Dinge. 
Die Gebundenheit an die gittlichen Musterbilder beschränkt 
das Handeln in Seinen Zwecken; man darf also nicht alles thun 
wollen; die Gebundenheit an die Natur der Dinge aber be- 
 
! 8. Naturgeschichte in der Volksschule. 1. Der Dorfteich als 
Lebensgemeinschaft nebst einer Abhandlung über Ziel und Verfahren 
des nafurgeschichtlichen Unterrichts von FREDRICH JUNGE, Hauptlehrer. 
Kiel, 1885. Wo wir im folgenden bloß durch Angabe der Seitenzahl] 
verwelisen, meinen wir das eben genannte Buch. : 
? Dieger erste Abgatz hatte im Manuskript des Verfasgers einen 
anderen Wortlaut. Die vorstehende Fassung ist ihm von der Redaktion 
des Jahrbuches gegeben worden.
	        

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