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fortgeschrittenen und zurückgebliebenen Schülern. Diesen Vor-
teilen Steben freilich Bedenken gegenüber, die jedoch durch
zweckmägsige Gestaltung des Helferwegens abgeschwächt werden
können. 8So darf der Lehrer nie eine Abteilung vorzugsweise
den Lehrschülern überlassen. Die Arbeit der letzteren muss auch
der Zeit nach genau abgegrenzt Sein von der des Lehrers und
von der Stillen Beschäftigung. Auf Schutzvorrichtungen gegen
das Geräugch, welches der Lehrschüler verurgacht, wird Später
einzugehen Sein. Helfer und LehrsSchüler Sind nie einer Ab-
teilung zu entnehmen, welche der Lehrer eben unterrichtet.
Endlich muss der Lehrer darüber wachen, dass das Helferwegen
nicht zu einer Unterdrückung der jüngeren Schüler durch die
älteren führt.
Die sogen. Stillen Begchäftigungen nehmen in der
einklasSigen Schule einen breiten Raum ein. Der Anusdruck
Stille Begschäftigung ist nicht buchstäblich zu nehmen. Etwas
Geräusch wird eine arbeitende Abteilung Stets verurgachen.
Die Begchäftigungen Sind mündliche oder Schriftliche. Erstere
bestehen in Durchlesen, Lernen, Kopfrechnen u. s. Ww., letztere
in der Anfertigung von Aufsätzen, in Abschreiben, Aufschreiben,
Zeichnen, Schriftlichem Rechnen, Notenschreiben und dergl. Die
Beschäftigungen können Sich an jede der fünf Formalstufen an-.
Schliessen. So kann in gewissen Fällen die Stufe der Vorbe-
reitung teilweise Schriftlich erledigt werden. Die Thatsachen
der Darbietung werden eingeprägt, Sei es durch Legen oder
Lernen, Sei es durch EKintragen ins Merkheft. Die Schüler
Suchen gelbständig Beispiele zur Verknüpfung auf. vie tragen
die Ergebnisge der ZusammenſfasSung ins Systemheft ein. Sie
lögen Aufgaben, welche der Anwendung angehören. Neben dem
letzteren Punkte dürfte die Anlage der Merk- und Systemhefte
eine der Hauptaufgaben für die stille Beschäftigung Sein. Der
Unterricht muss beständig darauf Rücksicht nehmen, dass
es nicht an Stoffen zur Beschäftigung fehle. Dieselbe muss
80 mannigfaltig als möglich gestaltet werden. Auch kann und
mus“ bei ihr noch mehr als beim Unterricht, den Individuali-
tätsgunterschieden Rechnung getragen werden. Nicht nur werden
in passenden Fällen den einzelnen Jahrgängen einer Abteilung
begondere Aufgaben zu stellen Sein, Sondern es „müssgen auch
den Fähigeren immer erweiternde ZuSätze Zu dem, was die
Schwächeren zu leisten haben, gegeben werden ".“ Solche Zu-
1 Ziller, Grundlegung, Seite 512---13.