Full text: Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik - 42.1910 (42)

VII 
Herbart!) und die Modernen 
von 
Dr. Paul Dietering in Rochlitz 1. S. 
Es iet für die moderne Pädagogik charakteristisch, dass 
Sie Sich zu emanzipieren Sucht vom Althergebrachten, 
dass Sie energisch Front macht gegen alles Überlieferte. 
Und zwar Strebt Sie in einer fast revolutionären Weise 
nach Erneuerung und Verjüngung. Solche Erscheinungen, 
die auf allen Lebens- und WisSensgebieten wiederkehren, 
tragen etwas Gewalttätiges an Sich ; Sie unterbrechen den 
normalen Entwicklungsgang und geben daher Zu denken. 
Vor allem darf der Historiker nicht Sstillschweigend und 
achtlos an ihnen vorübergehen. Er muss vielmehr nach 
den treibenden Kräften, nach den zugrundeliegenden 
Tendenzen forschen, um ein Urteil über das Gegunde 
oder Ungegunde Solcher Prozesse Zu gewinnen. 
So hat er auch vom Standpunkte der gegenwärtigen 
pädagogischen Situation aus zu fragen: 
Woher Kommt es, dass gerade jetzt Solche 
Umwälzungskämpfe mit begonderer Leidenschaft- 
lichkeit eingetzen? 
Wogegen richten Sich die Angriffe der Neuerer ? 
 
1) Ich zitiere Herbart in der Hauptsache nach folgenden Quellen: 
1. Bartholomäis Ausgabe der pädagogischen Schriften Her- 
barts in 7. Auflage neu bearbeitet und mit erläuternden An 
merkungen vergeben von E. v. Sallwürk, Langengalza 1903 
2 Bde. (= S,) 
IL Kehrbachs Ausgabe der Sämtlichen Werke Herbarts in 
chronologischer Reihenfolge, 13 Bände, Langengalza 1887 A. 
(Bd. I/X von Kehrbach, XI/XIII von Flügel besorgt). (= K.)
	        

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