Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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erheblichen Theil einer Unbeſtimmtheit oder einer Fülle von Ausnahmen 
unterliegen, die den unmittelbar für den Unterrimt aus ihnen zu. zie- 
henden Gewinn erheblic< beeinträchtigen, 
Da ſteht unter den vocaliſchen Haupt-Lautgeſeken die Abneigung 
der griehiſ<en Sprache gegen die im Indo - Germaniſchen ſdnſt häuſi? 
gen Spiranten j, v, 8 voran. Wir reden hier nicht von dem Werthe 
dieſe8 Saßes für das linguiſtiſche Intereſſe. Für die Schule, die kein 
Sansfrit, kein Alteraniſch, Kir<en - Slavoniſc<h u. ſ. w. treiben kann 
und von dem broenweiſen Hereinziehen von allerlei Gelehrſamkeit 
wenig Vortheil zu erwarten, wohl aber aus nahe liegenden pädagogi- 
ſchen Gründen ernſte Nachtheile zu beſorgen hat, iſt das nate Reſultat 
für das Griechiſche, daß in ihm kein j exiſtirt, ohne Frage eine alte 
Wahrheit und daß das X (Digamma), das ſo oft einem y entjpricht, 
in der ſpäteren Eutwickluug der Sprache verdrängt wurde, keine neue, 
übrigens auch der öftere Wegfall des 8 in zurreoa«t =- rue vder 
TU7TTE00 = zurrTov dem Schüler aus ſeinem Buttmann hinlänglich 
bekannt , die ſogenannte Abneigung der griechiſchen Sprache gegen das 
8 aber in ihrer Unbeſtimmtheit für ihn unfruchtbar. Und ſtößt 
man nict, wenn man troß des oben angeführten Bedenkens die An- 
wendung dieſes Geſetzes weiter führt, im Einzelnen auf Ausnahmen, 
die, wenn ſie ſich häufen, für die Schule mehr als bedenklich ſind ? 
So werden zwar j und vy zu + und v (77n7ro0 aus inno0jo, dvo aus 
altind. dvä), aber do< unleugbar j] auch zu e. Oder wandelt ſich nicht 
nx Akevojouar in ziheuvotoun ? Und wiederholt ſim nicht daſſelbe in 
»6Fto = 7/0eto (Svadvja), wenn hier nicht gar ein Ausfall mit 
Erſaßdehnung, eine Ausnahme anderer Art, aber doh immer wieder - 
eine Ausnahme, vorliegt? Nun wird man allerdings im Hinbli> auf 
den nahe liegenden Gewinn für das Verſtändniß der Flexion dieſe 
Ausnahmen nicht ſcheuen wollen; wie ſc<werfällig wird man aber in 
der Schulpraxis mit den zahlreichen Au8nahmen operiren, denen der 
Wegfall des oö unterliegt, auch wenn man ihn blos für die Flexions- 
Endungen und hierbei etwa no< für den Fall der vorhergehenden 
Vocal-Kürze irgendwie circumſcribiren will! 1 und v treten, ſo heißt 
ein zweites vocaliſ<es Haupt -Lautgeſeß, aus der folgenden Sylbe in 
die vorhergehende. Nach » und 0 geſchieht e8 zwar meiſtentheils (mit 
Erſaßdehnung 3. B. in x7e/vw, uehowa für xrEevjw, zuehkavja), aber 
do<ß eben nur meiſtentheils. Oder ſoll etwa der Schüler, damit ex 
dieſes Lautgeſeß handhaben kann, die angedeuteten Ausnahmen wieder 
mitlernen? E3 fällt, lehrte man drittens, j und y zwiſchen Vocalen 
aus. Aber wann und mit welhem Erſa? Es liegt in der Natur
	        

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