Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

Biographiſche Bilder. *) 
11. Wilhelm Harniſch. 
E8 war im Jahre 1857, als Wilhelm Harniſch ſein eigenes Leben 
zu ſchreiben unternahm. Er ſtand damals in einem Alter von 70 Jahren. 
Der erſte Theil ſollte ſeinen Leb ensSmorgen, bis zum Jahre 1822, 
ſchildern. In dem zweiten Theile, ſeinem Leb ensmittag, wollte er 
dann ſein Leben und Wirken in Weißenfels darſtellen. Er ſollte die 
Zahre von 1822-1842 umfaſſen. Den Schluß ſollte ſein Leb ens- 
abend bilden, 
Den erſten dieſer Theile, welcher uns, von einem Vorworte. 
Scmieders begleitet, in einem Bande von 473 Seiten vorliegt, hat 
der treue und würdige Greis wirklich vollendet, und zwar bereits meh- 
rere Jahre vor ſeinem Tode. An die. folgenden Theile iſt er, nach - 
dem Vorworte zu ſchließen, überhaupt nicht gekommen. Es ſcheint, daß 
körperliche Leiden, welße ihn 1861 nöthigten ſich in den Ruheſtand 
zurüdzuziehen, und 1864 ſein immer no< zu frühes Abſcheiden zu 
Berlin zur Folge hatten, ihn an der Ausführung des Ganzen gehin- 
dert haben, | 
Wir beklagen es ſicher, daß wir auf den zweiten und dritten Theil 
verzichten müſſen. Der zweite Theil namentlich hätte uns den gereiften - 
„und bewährten Pädagogen in ſeinem eigentlichen in ſich geſchloſſenen 
Vebensberufe gezeigt und uns, woran uns jo viel liegt, durc< eine 
lebendige Anſchauung ſeines perjönlihen Wirkens und Einwirkens, reiche 
Belehrung und Förderung verſprochen. Die Schiebkarrenrevolution, 
wie er ſelbſt ſie ſcherzend nennt, giebt uns eine kleine Probe davon. 
Der dritte Theil hätte ihn dann in einem überaus regen und vielſeiti- 
' gen Intereſſe an allen Fragen, die Kirc<e und Staat bewegten und be- 
 
*) Vergl. Pädagog. Archiv 1865, VII., Seite 176 ff. 
H . . 

	        

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