Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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daß die Schule den auch für ſie aus der Sprachvergleichung reſultiren- 
den Gewinn, gleichviel, ob groß oder klein, innerhalb der Grenzen, 
welche ihre Praxis geſtattet, nicht dankbar anzunehmen habe. | 
Ref. legt erſten8 ein Gewicht auf das rationelle Verſtändniß 
de8 Zuſammenhangs der gerade im Griechiſchen ſo mannigfachen und 
auch für die Shulgrammatik zum Theil überaus wichtigen dialectiſ<hen 
Formen unter einander und mit dem Haupt-Litteratur-Dialect, nament- 
lich der ioniſchen und doriſhen (denn die äoliſhen mag man möglichſt 
außerhalb des Bereichs der Schule liegen laſſen). Das Verſtänbniß 
von 8802108 aus 80FEeiGE, von 0g aus oFog, von & aus oFes, von 
ultvo QaUS zuuevo, von e&reruor nicht aus zerzw, jondern aus 
Tregw, der oben bereits berührte richtige Zuſammenhang von t7e7r00 
mit 7n7ov, der von 's-ix-70v mit eixov, von &uzueg UN. mit einer 
vorauszuſezenden ſigmatiſchen Form, uuter Berücſichtigung der dori- 
ſ<en Form der Perſonal- Endung in pegoues uU. dergl.. das x der 
jüngeren Jas in x0005, x0708 20., das der Schüler denn doh nicht 
anſieht, wie (831va venia) die Kuh das neue Thor, wenn er einmal 
gehört hat, daß '.; der urſprünglihen x im Griechiſ<en in 7 Üüberge- 
gegangen iſt, der Zuſammenhang der verſchiedenen Formen des griech. 
Futurs mit dem Fut. exact. im Latein, die Berichtigung einer Anzahl 
falſcher Etymologien und Worterklärungen homeriſ<her Ausdrüc>e, wie 
ſie noch manche der bei Nicht-Kennern in hohem Anſehn ſtehenden Werke 
bieten (z. B. von olwvog aus ologs ſt. aus oF, avis, von 4717/7709, 
Ann1nrmp aus y7 ſtatt aus da, vergl. da - 778007 1. ſ. w.*) Solches 
uud Aehnliches, ja, wenn man will, auh die Erklärung des Suffixums 
pr aus einer urſprünglichen Inſtrumental - Form, von eczyZov&« aus 
dem in-ſprachlihen Geſetz der Lautſteigerung u. dergl. : das ſind Dinge, 
die man dem Schüler nicht vorenthalten darf, weil man ſie ihm 
bieten kann und weil dadurch in den meiſten Fällen andere verkehrte 
Erklärungen beſeitigt werden, während man einer Erklärung überhaupt 
doh nicht entrathen kann, ſo lange der Gymnaſial-Unterricht rationell 
ſein ſoll, ja ſo lange die alte pſyc<hologiſ<e Wahrheit gilt, daß der 
Verſtand eine beſſere Stüße für das Gedäctniß iſt, als die Phantaſie. 
Dazu kommt zweitens ein rationelles Verſtändniß zahlreicher 
vermeintlicher Anomalien innerhalb des zur Herrſ<haft gelangten Litte- 
ratur-Dialects ſelbſt und der beſſere EinbliFf in den Zuſammenhang ſo 
man<her andern grammatiſchen Erſcheinungen in demſelben, Die 
*) Zahlreiche andexe Beiſpiele in des Verfaſſers Grundzügen der griechiſchen 
Etymologie, wovon ſoeben die 2. Aufl. erſcheint.
	        

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