Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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der Dampfmaſchinen, welche theilweiſe in die Mechanik gehört, das 
mehaniſc<e Aequivalent der Wärme, die ſpecifiſche Wärme; aus der 
Elektricität8-Lehre das Ohm'ſche Geſez und die Meſſung der Elektricität 
überhaupt. 
ce) Mathematiſche Geographie. Man gehe zunächſt von 
den Erſcheinungen aus, welche der Fixſternhimmel an irgend einem Orte 
der Erde darbietet, erläutere die Begriffe: Horizont, Höhe, Azimuth 
eines Geſtirns und zeige, wie die Veränderungen in der Poſition der 
Sterne ſich durch die tägliche Umdrehung erklären laſſen. Dies führt 
zunächſt auf die Erde ſelbſt. Gründe für ihre Kugelgeſtalt und die 
Methoden der Orientirung auf ihr werden kurz angegeben, und darauf 
auf die Stellung der Erde im Weltgebäude eingegangen. Das Planeten- 
Syſtem und die Kepler'ſchen Geſeze werden dur<genommen und er- 
läutert, wie ſie ſämmtlich aus der allgemeinen Gravitation entſpringen, 
die das überall herrſchende Geſetz iſt. Auf die phyſiſche Beſchaffenheit 
der Sonnenoberfläche, inſofern ſie Quelle de8 Li<t8 und der Wärme 
iſt, kann hierbei näher eingegangen werden. Hieran ſchließen ſich Be- 
merkungen über die Gruppirung der Fixſterne überhaupt. Die Rolle, 
welche der Mond in Bezug auf die Erde ſpielt, wird näher erörtert 
und zum Schluß eine Vorſtellung davon gegeben, wie man die Finſter- 
niſſe berec<hnen kann. 
3. Methode. 
Zu der Methode iſt ein Unterſchied zu machen: 1) zwiſchen den 
ganz mathematiſchen und 2) den mehr experimentellen Theilen. Zu den 
erſteren gehört entſchieden die Mechanik, welche bereits ganz mathe- 
matiſche Disciplin geworden und ſich von den übrigen nur dadurc< 
unterſcheidet, daß der Begriff „Zeit“ und „Kraft“ zu den Naum- und 
Zahlgrößen hinzukommt. Es ſoll hier kurz auseinandergeſekßt werden, 
auf welche Weiſe die Grundbegriſfe den Schülern klar zu machen ſind. 
Man beobachte ein ähnliches Verfahren wie in der Geometrie. Nah- 
dem man die Hypotheſen über die Konſtitution der Körper, wel<he allein 
eine klare mathematiſche Behandlung möglich machen, vorgetragen, be- 
ginne man mit dem Axiom der Mechanik, dem Trägheitsgeſeze und mit 
der Definition der gleichförmigen Geſchwindigkeit. Man muß hier von 
vorn herein alle Unklarheiten, die ſih bei den Schülern in der Ver- 
wechſelung von Zeit und Geſchwindigkeit zeigen, zu beſeitigen ſuchen. 
Die Trägheit und gleichförmige Geſchwindigkeit würden in der Natur 
zu beobachten ſein, wenn nur ein einziges Atom im Weltraume vor- 
handen wäre. Man ſupponire zunächſt zwei. Dieſelben würden ſich 
gegenſeitig anziehen, d. h. ſie würden ſich Impulſe ertheilen, die in gleichen,
	        

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