Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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„Denn der Menſ<, der zu ſ<wankender Zeit auch ſ<wankend 
gefjinnt iſt, 
Der vermehrt das Uebel und treibet e8 weiter und weiter.“ 
„3h ſtehe am Ende meiner Aufgabe, die keine andere ſein ſollte, 
als das Ziel Euch vorzuzeigen, darnac< Jhr hier ringen ſolltet, das Ziel, 
welches beſteht in der Ausbildung aller Eurer geiſtigen Kräfte in ihrer 
lebendigen Wechſelbeziehung auf einander durc< die Bildungsmittel, die 
Cu< aus den verſchiedenſten Wiſſen8zweigen hier dargelegt werden. 
Es iſt ein hohes, ein erhabenes8 Ziel» wahrhaftig, würdig eines 
eifrigen, unverdroſſenen Strebens. So gehet denn, im fröhlichen, klaren 
Hinbli& auf das Ziel, in Gottes Namen an die fröhliche, muthige 
Arbeit des Ringen8 nach dieſem Ziel! Unterwerfet Euch im kräftigen 
Strebensdrange, die ſaure Mühe und Arbeit des Erlernens und Den- 
kens nicht ſc<heuend, beharrlih ringend die verſchiedenen Wiſſensſtoffe, 
denn ; 
„Nur dem Ernſt, den keine Mühe bleichet, 
Rauj<t der Wahrheit tief verſte>ter Born.“ 
Aber über dem Eifer des Ringens nach dieſen höchſten Gütern 
und Zielen, die dem Menſchengeiſt auf Erden geſte>t ſind, vergeſſet 
nicht das Ringen nach dem ewigen Ziel, nach der Seligkeit und dem 
Frieden Eurer Seele! Jenes herrliche Ziel, wel<hes vorhält die ewigen 
Güter des Wahren, Guten und Schönen, iſt nicht das Endziel aller 
unſerer Beſtrebungen. Aller Ziele Ziel iſt der Ewige, zu dem wir ge- 
ſchaffen ſind, daß wir ihn ſuchen, ob wir wohl ihn fühlen und finden 
möchten, Der lebendige Herzensdrang, die feurige Begeiſterung, die für 
Eure Seelen die treibende Macht ſein ſoll, naß dem Euch näher be- 
zeichneten Ziel mit fröhlichem, friſchem Herzens8drang in eurer täglichen 
Arbeit zu ſtreben, ſie kommen Euch aus der Liebe zu dem, der Eu< 
zuerſt geliebt hat, aus der Liebe, die Euch wiederum zu ihm hinführen 
und zu dem aufrichtigen Gelübde anſpornen ſoll : 
„Herr, ich ſuche dich von ganzem Herzen!“ Amen. 
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2. Wel<he Anforderungen macht die Schule an denjenigen, 
der das Amt der Jugendbildung übernimmt? - 
Wohl ſtehen diefelben Gruündſäße der Zugendbildung in dem 
Zdeale der Menſchheit, dem anzunahen die höchſte Aufgabe der Schule 
iſt, ewig und unabänderlich feſt; aber ſie ſind niht zu allen Zeiten 
gleich klar und ſicher erfannt worden; die Anforderungen an den Lehrer
	        

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