Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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"bezüglichen Urkunden im Original oder in beglaubigter Abſchrift, oder, im Fall 
„einer ſchon ſrüher gemachten Vorlage durd) Bezugnahme hierauf zu erbringen. 
8. 7. Die Entſcheidung über die Zulaſſung hängt der Negel nach von dem . 
K. Studienrath ab, bleibt aber in den unter 8. 4, Abſalsz 2--4 erwähnten Fällen 
dem Miniſterium vorbehalten. Die auf ihre Meldung zugelaſſenen Candidaten 
werden von dem K. Studienrath zur Prüfung einberufen. 
1. Bon der Präceptoratsprüfung iunsbeſondere, 
8. 8. Bei der Präceptoratsprüfung ſind unerlaßliche Fächer: 1) klaſſi- 
ſche Pyilologie, 2) Deutſche Sprache, 3) Arithmetik, 4) Franzöſiſch, 5) Geſchichte, 
6) Geographie, 7) Religion für diejenigen Candidaten, welche nicht eine theologiſche 
«Dienſtprüfung nnt Erfolg erſtanden haben. 
Beliebig iſt die Prüfung in 1) Geometrie und Algebra, 2) Engliſch, 
3) Geſang. 
8, 9, Bei der Prüfung in klaſſiſcher Philologie wird verlangt: 
1) eine ſchriftliche Ueberſezung aus dem Deutſchen ins Lateiniſche, des8gleichen 
aus dem Deutſchen oder Lateiniſchen ins Griechiſche, wobei ſowohl gramma- 
tiſche Correctheit als guter Stil erwartet wird; 
3) mündliche Ueberſezung und Erklärung eines Abſchnitts aus einem der nac: 
benannten Schriſſteller: Inlius Cäſar; Salluſt; Livins 1te8 bis 4tes 
- und 21ſte8 bis 30ſtes Buch; Ciceros Reden für Milo, für Roseins 
Ameriaus und gegen Catilina; Ovids Metanorphoſen ; Vergils Aeneis 
.1tes bis 6te8s Buch; Xenophons Memorabilia, Hollenica und Anabasis; 
Iſokrates Panegyricus und Areopagiticus; Homers Odyſſee; 
3) ſchriftliche Ueberſetzung und Erklärung eines Abſchnitts aus einem der ge- 
dachten lateiniſchen und griechiſchen Schriftſteller. 
Bei Nr. 2 und 3 wird gründliche Kenntniß der lateiniſchen und griechiſchen 
Grammatik, ſowie des zur richtigen Sacherklärung erforderlichen Materials aus 
"den griechiſchen und rönnſchen Alterthümern und des elegiſchen VerImaßes erwartet. 
8. 10, Im Deutſchen wird die ſchriftliche Bearbeitung eines Themas 
aus dem Kreiſe der Prüfungsfächer in logiſcher Ordnung und gebildeter Sprache, 
richtiger Vortrag eines gegebenen Leſeſticks und Keuntniß der neuhochdeutſchen 
Grammatik verlangt. Den Candidaten wird außerdem Gelegen! zeit gegeben wer- 
den, ihre Kenntniſſe der Hauptepochen der dentſchen Literatur ſcit der Mitte des 
achtzehnten Jahrhunderts an den Tag zu legen. 
8. 11. Inder Arithmetik wird Kenntniß und klare methodiſche Behand- 
lung dex Bruch- und Schlußrechnung nebſt einiger Fertigkeit im Kopfrechnen verlangt. 
8. 12, Im Franzöſiſchen wird korrekte ſchriftliche Uberſetzung eines 
minder ſchwierigen Themas aus dem Deutſchen und geläufige mündliche Ueber ſezung 
aus einen franzöſiſchen Proſaiker ins Deutſche mit Kenntniß der Grammatik 
und mit ſorgfältiger und gebildeter Ausſprache des Franzöſiſchen erwartet, 
8. 13. In der Geſchichte hat der Candidat ſowohl überſichtliche Kennt- 
niß des Ganzen, als ſpeziellere Bekanntſchaft mit der alten und der deutſchen 
Geſchichte zu beweiſen, 
8. 14. Bei der Prüfung in der Weographie wird Kenntniß des Wich- 
tigſten aus der mathematiſchen, phyſikaliſchen und politiſchen Geographie und 
ſpeziellere Kenutniß der Länder von Mittel- und Südeuropa erwartet, 
8, 15, Die Prüfung in der Religion betrifft Bibelfunde, Kenntniß der 
bibliſchen Geſchichte und der Hauptſätze der <riſtlichen Glauber8- und Sittenlehre.
	        

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