Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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Nicht im Stande ſind wir geweſen in der Grammatik die Bemer- 
fung aufzufinden, daß in der indirecten Frage, nah einem hiſtoriſchen 
Tempus des Hauptſaßes, der Optativ im Nebenſaßz zu ſtehen pflegt. 
Uebrigens genießen ja die K'ſ<en Lehrbücher einen ſo begründe- 
ten Ruf, daß dieſe Bemerkungen eben nur dienen können, Beiträge zu 
einzelnen Verbeſſerungen zu geben. Nur den Wunſch nach ſorgfäl 
tigerer Correctur müſſen wir ausſprechen, denn nicht die drei S. 265 
angegebenen Verbeſſerungen genügen, ſondern hunderte von Verſehen, 
namentlich in Accenten, könnten wir nachweiſen, z. B. S. 45, wo hin- 
ter einander 7rergg, brug, PLÖYEG, oder S. 219, wo in derſelben 
Anmerkung xz89875c und SvuuzutScr ſtehn. Einen Anhang: „Vom 
Homeriſ<hen Dialecte“, enthält übrigens die Grammatik von K. ebenſo 
wie die von B,; die von K. geht noch mehr als die von B., welche 
übrigens auc< nicht ganz unberührt davon geblieben iſt, auf die nament- 
lic) von G. Curtius für den Schulunterricht verwertheten Reſultate 
der vergleihenden Sprachforſchung ein, 
3. Griechiſche Schulgrammatik und Leſebuch zur Erlernung des Atti-- 
ſ<en Dialects, von Dr. F. Bellermann, Director des Berliniſchen Gyms= 
naſium zum grauen Kloſter. Erſtex Theil. Grammatik. Zweite umgearbeitete 
Auflage. Leipzig 1864, 245 S. 
macht wohl nicht Anſpruc<ß für die ganze Schulzeit zu genügen; denn 
wenn auch mehrere Capitel der Syntax mit Ausführlichkeit, Klarheit 
und Ueberſichtlichfeit behandelt ſind, zum Theil freilih auch etwas 
breit, jo daß die mündliche Erläuterung des Lehrers erſpart wird, 
z. BG. Pronomina und Modi, ſo iſt doh au<g Anderes, wie 3. B. die 
CajusSrection der Berba, faſt übergangen. Uebrigens iſt, wohl der 
Veberſichtli<feit zu Liebe, do< auc< die Nebeneinanderſtellung von - 
Seltenem mit dem Negelmäßigen nicht geſ<heut, ſo daß der Schüler zu 
dem Glauben verführt werden kann, es ebenſogut wie das Regelmäßige 
gebrauchen zu dürfen. So heißt es 3, B. 8. 280 von den Abſichts- 
partikeln: „Nach cv3, 07705 und 7 ſteht aber oft auch ſtatt des Con- 
junctiv8 das Futurum Indicativi, und dem ws und 07rws mit dem 
Conjunctiv wird zuweilen «&» beigefügt.“ Alſo 7 und ws oft mit 
Futurum Indicativi? Als Beiſpiel folgt Zeyw ws zu vder 072Wg 447) 
vder ur 7701/0718 oder zrowGvere Weiter! S. 225. Nach den Verbis 
timendi wird das gefür<tete Ereigniß durch einen Abſichtsſaß mit 7) 
ausgedrüct, nämlich als das, was man durc< die Fur<t verhüten 
möchte. Alſo: ich fürchte, daß ſie ſiegen poſoöwua zu vrowe oder 

	        

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