Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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dem Hrn. Verf. für ſeinen Zweck (für den Lehrer) erforderlich erſchien, 
ſo wäre wohl noh nöthiger geweſen eine Angabe des innern Zuſam- 
menhanges der 5 HauptſtüFe unter einander, wie das erſte Haupt- 
ſtü> den Willen Gottes in Gebot und Verbot verkündet, den der 
Menſc< na< dem Sündenfalle nicht mehr erfüllen kann, daher alſo der 
Erlöſung bedarf, die ihm nur durch den Glauben zu Theil werden 
kann (Joh. 3, 16), den er ſich erwerben und erhalten kann durc< Gebet 
(3. Hauptſtü>) und den Gebrau< der Gnadenmittel ( 4. u. 5. Haupt- 
jtüd). Es findet fich eine ſolche Hindeutung, die weiter ausgeführt 
werden kann, auc<4 nicht zum Schluſſe der einzelnen Hauptſtüce. 
Aehnliche kurze Einleitungen finden ſich auch den übrigen Haupt- 
ſtüen vorausgeſchi>t ; jo dem zweiten, S. 54, worin zunächſt gut 
erflärt iſt, warum das Glaubensbekenntniß das apoſtoliſ<e heißt. 
Dieſe Erklärung genügt bis Tertia incluſive, für die oberen Klaſſen 
würden wir eine kurze Angabe über die muthmaßliche Entſtehung und 
die Zeit der Zuſammenſtellung deſſelben hinzugefügt wünſchen. Der 
Unterſchied der <riſtlihen von der jüdiſchen und muhamedaniſchen 
Religion iſt uns nicht genügend angegeben; denn die jüdiſche ſteht doch 
ganz anders zur <riſtlihen als die muhamedaniſche, wie dies auch 
zum Theil bemerkt iſt, aber nicht ſharf genug, da ſie wieder ſo zu- 
jammengeſtellt werden, als hätten ſie in der Verehrung des einen 
Gottes etwas wahrhaft Gemeinſames, während dies doch nur etwas 
Sceinbares iſt, wie ſi< ſchon daraus ergiebt, daß die Lehre der Ju- 
den von Gott auf Gottes Offenbarung, die der Muhamedaner auf 
Erdichtung des falſchen Propheten beruht (nach des Hru. Verf. Worten). 
Die beſondere Einleitung zum zweiten Glaubensartikel 
handelt jehr ausführlich von dem Namen und der Perſon Jeſu Chriſti -- 
mit vollem Rechte; denn das iſt der eigentlihe Kern und Stern, der 
Mittelpunkt der ganzen Heil8- und Glaubenslehre. -- In der beſon- 
deren Einleitung zum dritten Glaubensartikel geht der Hr. Verf., 
wie wir glauben, zu weit, wenn er nach Luk. 3, 22 &6wuaruns eider 
erklärt, der heilige Geiſt habe ſich in leibliher Geſtalt auf Jeſum her- 
abgela)jen und zwar in Geſtalt einer Taube; er hätte ſich mit 
Luthers Ueberſeßung „wie eine Taube“ begnügen ſollen, welche dem 
Grundtexte oel mrepiorepav bei Matth. 3, 16 und Luk, 3, 22 und 
ws repiorENEY bei Joh, 1, 32 beſſer entſpricht: auch iſt der bei Lukas 
allein ſich findende Zuſaß ſicherlich gemacht, um die ſichtbare Erſchei- 
nung deutli<ß hervorzuheben, die auch der Ev. Johannes als Ausſpruch 
Johannes des Täufers berichtet: 1, 32: „Und Johannes zeugete und
	        

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