Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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wenig gewohnt iſt und in der That iſt dieſelbe noh eben ſo ſehr 
Orthoepie als Grammatik, denn von den 43 Lectionen derſelben be- 
ſhäftigen ſich ſämmtliche bis auf die drei lezten vornehmlic<) mit der 
Ausſprache und die Grammatik muß es ſich gefallen laſſen, ſo nebenher 
zu gehen und unter der Aegide irgend einer Gattung von Ausſprache- 
Regeln Schuß und Obdach zu finden. Es hängt dies mit der auc< 
anderweitig (ſo in einer kleinen, von uns gleichfalls in dieſen Blättern 
beſprochenen Abhandlung deſſelben Verf. über die formal-bildende Kraft 
der Ausſprahe des Engliſchen) zur Geltung gebrachten Anſicht des 
Autors zuſammen, wonach Formenlehre und Syntax des Engliſc<hen der 
Denkkraft des Lernenden zu wenig Uebungsſtoff darbieten jollen, wo- 
gegen die Ausſprache des Engliſchen wegen ihrer größeren Schwierig- 
keiten, die ſih aber do< auf einfache und anſchaulihe Grundſäße 
zurückführen ließen, dieſen Mangel zu erſchen geeignet jei, weswegen 
auf ſie bei der Erlernung des Engliſchen das hauptjächlichſte Gewicht 
gelegt werden müſſe. Nun haben wir ſ<hon damals bemerkt, daß das 
die Sache doch eigentlich geradezu umkehren heißt, denn die Ausſprache, 
wenn auch auf die ſtrikteſten Regeln zurüführbar -- und daß dies 
mit der engliſ<en Ausſprac<he nicht der Fall iſt, beweiſt am Beſten 
Herxn Sonnenburg's Grammatik ſelbſt, denn jede jeiner 40 der Aus- 
ſprache gewidmeten Lectionen giebt faſt vier oder fünf verſchiedenartige 
Fälle der Ausſpra<he an, ſo daß er offenbar nur wenig Grund hat, 
ſi< über jenen Grammatiker aufzuhalten, der 600 verſchiedene Regeln 
der engliſ<en Ausſprache aufſtellen wollte -- iſt doh nur ein ſinnliches, 
auf Gehör und Sprache beruhendes Element, während die Grammatik 
den eigentlichen geiſtigen Gehalt der Sprache darbietet, Aber auh die 
engliſche Grammatik iſt gar nicht ſo einfa<, das beweiſt wiederum am 
Beſten das JInhaictsverzeichniß der Sonnenburg'jihen Grammatik und 
die Nothwendigleit, in die er ſich verjekt ſieht, um der Breite und 
Ausführlichkeit willen, mit der er die Ausſprache behandelt, den gram- 
matiſchen Stoff in einer Weiſe theils zuſjammenzudrängen, theils auch 
wieder auseinanderzureißen, die für Anfänger in der Sprache jedenfalls 
nicht geeignet iſt. -- So beſchäftigen ſic< Lect. 1--8 faſt nur mit der 
Ausſprache, daneben iſt von der Bildung des Plurals der Subſtantiva 
und von der dritten Perſon Singularis des Präſens der Verba die 
Rede, Lect. 9 aber folgen hinter den Ausſprac<he-Regeln der Diphthon- 
gen und des ce die perſönlihen Fürwörter und die Hülfsverba I can, 
1 Shall, I will, I must. Lect, 9 to have und to be vollſtändig, die 
fragende Form des Futurum und Conditionalis eingeſchloſſen und 
überdies Präſens, Futurum und Conditionalis des regelmäßigen Verbums
	        

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