Full text: Pädagogisches Archiv - 8.1866 (8)

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kann eine höhere Stellung beanſpruchen -- in den Realſchulen --, 
aber nicht in den Gymnaſien, für die dieſer Unterricht, wie ſie ſagen, 
nur etwa bis zur Stereometrie incluſ. wahrhaft fruchtbringend iſt. -- 
Die Baſis des Geiſtes, und das Werden der Jdee iſt die Natur und 
zwar zunächſt in ihrer Mathematik. -- Die ſichtbare und unſichtbare 
Natur kann der menſ<lihe Geiſt nicht anders faſſen, als mittelſt 
Bedingungen und Formen, die er ſelbſt in ſich hat. Dieſe ſind den 
äußeren Dingen mit ihm gemeinſchaftlich und er hat den Trieb, dieſe 
Identität überall zu erkennen. Zeit und Raum als unendliche Con- 
tinua ſind die Bedingungen des ſich offenbarenden Geiſtes oder der 
Endlichkeit: Werden und Daſein des Nacheinander und des Nebenein- 
ander. Die (ſynthetiſche) Wiſſenſchaft der Beziehungen des Nebenein- 
ander iſt die Geometrie, Indem die Beziehungen (Dimenſionen) ſo zu 
Quantitäten werden, gehen jie in die negative Qualitätsbeſtimmung, 
das Eins, über, wel<e das Princip für eine (analytiſche) Wiſſenſc<haft 
der Zahl als des Quantums8, die Arithmetik iſt. Beide DiSsciplinen 
unterſtüßen und ergänzen ſich gegenſeitig. Das unendliche Continuum 
(von Zeit und Raum) als ſol<es und ſeine Verhältniſſe iſt diejenige 
Sphäre der Mathematik, die ihren Begriff nur in der Philoſophie hat: 
die Analyſis des Unendlichen (d. h. des negativ U.), vornehmlich aber 
die Diſferenzen-, Differenzial- und Integral-Rechnung. Die angewandte 
Mathematik tritt zur Natur näher heran -- (Aſtronomie 2x. =-). In 
der Natur ſind die Verhältnißgeſeße concret, in der Mathematik abſtract. 
Die Naturwiſſenſ<aft. Naum und Zeit ſind abſtracte 
Formen. Die erfüllte daſeiende Einheit beider iſt theils Bewegung, 
theils die Materie, wo der Verſtand Anſ<hauung wird. -- Die erſte 
Beziehung der Materie oder Körperlichkeit auf den menſchlichen Geiſt 
zur Anſc<aulichfeit, ihre Selbſtoffenbarung und Selbſtunterſ<eidung für 
die Aeußerlichlkeit, iſt das Licht, welches in feiner Beziehung auf das 
ihm blos Negative, das Dunkle, die Farbe ausmacht. Licht und 
concrete Wärme find weniger an der Materialität gebunden als S<all 
und Elektricitat, leztere als Entzündung der Elaſticität. Die <Hemi- 
ſ<en Elementarſtoffe, die phyſikaliji<hen Elemente ſind nicht Materien 
von wirklicher Individualität, ſondern flüſſige Momente der Reflexions- 
beſtimmungen. Spannung und Entgegenſeßung der Körper iſt wejent- 
lich Beziehung zu einander, woraus der Proceß 3. B. der meteorologiſche, 
das Gewitter. Mineralogie und Chemie -- Geſtaltung und JZuhalt = 
führen zum geologiſchen Organismus. 
(GSeologie, Geognoſie. Den Uebergang vom Mineral zum animali- 
jſc<en OrganiSmus macht ſich der objective Geiſt in der Pflanze (Botanik).
	        

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