Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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urtheil an die Prüfung herantreten". Wäre die Frage geſtellt 
worden, ob den Realſhulen außer dem Zugange zur philoſophiſchen 
Facultät, der ihnen ſchon offen ſteht, auc< alle übrigen Facultäten er- 
öffnet werden ſollten, ſo würde ſich die Majorität wahrſheinli< dafür 
ausgeſprohen haben, einige vielleicht mit der Klauſel, „wenn die durc< 
den Vertreter des Miniſter3 in der Sacverſtändigen-Commiſſion in 
Ausſicht geſtellte Reform des Gymnaſiums, welche allen Wünſchen der 
Mediciner Rechnung tragen ſoll, niht zur Ausführung kommt“. Denn 
alle Gutachten der Aerztevereine wie die Aeußerungen der mediciniſchen 
Autoritäten ſtimmen darin überein und gehen davon aus, daß das 
Gymnaſium, um no<h länger als Vorbildungsanſtalt auc< für die Me- 
diciner gelten zu können, reformirt werden müſſe, und ſtellen zum 
Theil eine beſtimmte Reihe von Punkten auf, die ſie dieſer Reform 
zu Grunde gelegt wünſchen. 
Den Ausſchlag aber bei den ärztlihen Voten haben nicht innere, 
ſondern äußere Gründe gegeben, die mit der Frage an ſich gar nichts 
gemein haben. Sagt do< der Entwurf de38 Vorſtandes des deutſchen 
Aerztevereins8 au3drüclich: *) 
„Eine hö<ſt wichtige Erwägung für unſer Votum liegt in den 
Intereſſen des ärztlihen Standes. Zehn Jahre ſind es, ſeit die 
Gewerheordnung uns in die Klaſſe der Gewerbetreibenden verſeßt 
hat, ob zu unſerem Heile oder Unheile, ſoll hier nicht unterſucht 
werden. Jedenfalls iſt unſer Streben unabläſſig darauf gerichtet, 
den möglichen herabwürdigenden Conſequenzen aus eigener Kraft 
einen Damm entgegenzuſeßen. Ein neues, mindeſtens zweifelhaftes 
Experiment wäre eine, von der für die übrigen Facultäten giltigen 
verſchiedene Vorbildung zur Univerſität. Unſer Stand muß dringend 
wünſchen, nicht ſhon wieder als Verſuchsobject zu dienen. Sind 
Gymnaſium und Realſchule 1. Ord, wiſſenſ<aftlic 
gleihberehtigt, ſo liegt es ja nahe, beiden dieſelbe 
allgemeine äußere Berechtigung zu geben; iſt dies nicht 
der Fall, ſo wäre die Ueherweiſung der Aerzte an eine Fachſchule 
nur ein weiterer Schritt abwärt8 auf der Bahn von der Wiſſen- 
ſhaft zum Gewerbe, wie denn ja eine einſlußreihe Stimme uns 
ſhon den lateinloſen Realſchulen zugetheilt hat. An der bleibenden 
*) Gutachten der Aerzte des Regierungsbezirk8 Düſſeldorf nach der Ver- 
öffentlihung der Köln. Ztg-
	        

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