Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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er, daß der Staat zu Gunſten der Realſhulmediciner das Geſet wie- 
der abſchaffen und Wundärzte creiren werde, damit aus jenen doh 
etwas werden könnte? Wir müſſen hier Dr. Hofmann's Worte 
wiederholen, daß es thatſä<hlich immer Aerzte 1., 2., 3. Klaſſe u. ſ. w. 
gegeben hat. Was3 für Aerzte aus den Nealſchulabiturienten werden, 
wollen wir ruhig abwarten. Daß auch die Realſ<hulärzte 2. und 3. 
Klaſſe troß des Mangels an einigen griechiſ<en Erinnerungen den 
ärztlichen Stand eben ſo wenig j<änden werden, wie jekt die zahlreichen 
Gymnaſialärzte 2. und 3, Klaſſe, ſheint uns ebenſo zweifellos. Und 
wir müſſen die gegentheilige Annahme im Namen der jungen Collegen, 
die ihre Schulbildung auf der Realſchule 1. Ordn, erhalten, dann nach 
Abſolvirung ihrer wiſſenſ<aftlihen Studien und des Staat3examens 
an zahlreihen höheren Lehranſtalten als wiſſenſc<haftliche Lehrer fun- 
giren, als eine indirecte dünkelhafte Beleidigung zurückweiſen. Was 
endlich das Urtheil des hilfeſuchenden Publikums über die Realſchul: 
ärzte anlangt, fo kann man wirklich nur mit den Achſeln zuFen, wenn 
ſim Jemand einbildet oder einzubilden vorgiebt, daß dieſes ſich um die 
Vorbildung eines Arzte3, der ihm als Vollarzt entgegentritt, nur im 
geringſten kümmern und nicht vielmehr den ihm vorangehenden Ruf 
ärztlicher Tüchtigkeit oder Untüctigleit als einzigen Maßſtab der Be- 
urtheilung gelten laſſen wird. 
Eine Erſcheinung, die hier fern zu liegen ſcheint, nichts8deſto- 
weniger ebenfalls gegen die Zulaſſung der NRealſ<hulabiturienten zum 
mediciniſ<hen Studium ausgebeutet worden iſt, iſt das Specialiſten- 
thum der Medicin. Man ſieht darin wohl ni<t mit Unrecht eine 
Gefahr für die mediciniſ<he Wiſſenſchaft, die eine iſt und ſein ſoll, 
dur< das Specialiſtenthum aber nicht nur zerſplittert wird, ſon- 
dern auc< eine bedenklihe Annäherung an das Handwerk erhält, 
Die älteren Vorſtellungen von der Nealſ<hule, die in ihr no< 
immer eine Gewerbe- oder vielmehr Handwerkerſhule ſehen wollen, 
in welcher nüßliche Künſte gelehrt werden, haben nun den oder jenen, 
auf Ablehnungsgründe Jagd machenden Gegner auf die Annahme ge- 
führt, daß die Realſchulbildung das Specialiſtenthum unter den Aerzten 
begünſtigen würde. E3 kann uns nicht ſ<hwer fallen, das Gegentheil 
zu erweiſen. Das jetzt in hoher Blüthe ſtehende ärztliche Specialiſten- 
thum kann man der Realſchulbildung doh nicht in die Shuhe ſc<hie- 
ben; auc< von den ärgſten Gegnern hat keiner bemerkt, daß vorzugs- 
weiſe ehemalige Zöglinge einer Realſchule, die das Gymnaſial-Abitu-
	        

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