Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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Ritterorden der Brüder von der Realſhule 1. O.", geht er dazu über 
zu beweiſen, daß die Organiſation der Realſ<hulen 1. D. eine ganz 
verfehlte ſei. Sehen wir aber genauer zu, was er denn eigentlich 
auszuſeßen hat, ſo reducirt ſich das außer einigen Kraft- und Schlag: 
wörtern, wie „den Naturwiſſenſ<aften fehlt das ſittlich 
Bildende“ u. a. m. auf ein polterndes8 Anſtürmen gegen das 
<emiſche Laboratorium und die ſtöhiometriſchen Aufgaben. „Fort“, 
ruft er, „mit der z wangweiſen (sic!) Anlegung von Herbarien 
und ähnlihen Sammlungen ; fort mit einer Menge von Dingen, die 
in den Zeichenſälen getrieben werden!" Aber, führt er dann weiter 
- aus, eine neunjährige Realſchule neben dem Gymnaſium iſt do; nöthig, 
in derſelben muß gelehrt werden: Latein, Franzöſiſ<, Engliſ<, Mathe- 
matik, Naturwiſſenſchaften, ſelbſtverſtändlih auc< Geſchichte, Geographie, 
Religion, Zeihnen und nicht zu vergeſſen deutſche Spra<ße und Litera- 
tur. Und dieſer Realſchule, die alſo mit ganz geringen Veränderungen 
der jezigen Realſchule 1, O. entſprechen würde, ſollen, wie er wörtlich 
(S, 28) ſagt: „nicht etwas mehr, oder au< viel mehr Be- 
rehtigungen, als8 bi8her, ſondern einfa< bei gleichen 
Anforderungen auh gleiche Re<te mit dem Gymnaſium 
eingeräumt werden,“ 
Draſtiſcher kann Niemand für uns eintreten, deutliher Niemand 
zeigen, daß das ganze Raiſonniren unſerer Gegner nur auf ein paar 
unbedeutende Reformvorſc<läge hinaus will und auf ein ſelbſtgefälliges 
Sc<hmäbhben der ihre Schule vertheidigenden Realſhulmänner. 
Alſo auh dieſer intereſſante Gegner iſt für eine Zweitheilung, 
und noh dazu mit voller Gleichberehtigung der beiden nebeneinander 
beſtehenden Schularten. 
Von ungleic<h größerem Werthe iſt e8, daß wir einen Mann, wie 
Schrader, für unſere Meinung anführen können. 
Sein jüngſtes Werk läßt ihn zwar leider als keinen Freund der 
Realſchulen erſcheinen; die erqui>ende, wohlthuende Wärme, die uns 
in den meiſten Parthien des Buches ſo angenehm berührt, wird zur 
vornehmen Kühle, wenn von den Realſ<hulen und ihren Beſtrebungen 
um Erweiterung der Berechtigungen die Rede iſt. 
Er ſpricht ſich energiſch für Beibehaltung der getrennten Bildungs- 
wege aus. Unverſtändlich iſt mir freilih geblieben, wenn er ſagt, 
daß die Vorſchläge zur Einheitsſhule „hauptſächlich aus der 
Welt der Realſ<ule hervorgehen“, denn daß er die Oſten»
	        

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