Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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wirklich gut lateiniſchen Ueberſezung, ihn vor Germani8men und Über- 
haupt unlateiniſhen Wendungen möglichſt zu bewahren, das iſt dem- 
nah der Zwe> des größten Theils der in der deutſhen Form der 
Uebungösſtü>e vorgenommenen Aenderungen. Nach eingehender Ver- 
gleihung der zweiten Auflage mit der erſten glaubt Recenſent behaupten 
zu dürfen, daß in dieſer Hinſicht das Buch dur< die neue Bearbeitung 
in allen ſeinen Theilen weſentlih verbeſſert worden iſt. 
Daneben betont der Verf. e8 mit Reht, daß auch in einem Buche 
dieſer Gattung der deutſ<e Ausdru> ſtet8 muſtergültig ſein ſolle, und 
manche Texte8änderung iſt offenbar nur vorgenommen, um dieſer 
Forderung zu genügen. Zhr zu genügen, ohne daß do< dadurch die 
Rüſiht auf den lateiniſ<hen color der Ueberſezung außer A<ht ge- 
laſſen werde, hat er überall eine anerkennenswerthe Sorgfalt auf- 
gewandt, und gerade durc< die gleihmäßige Berücſichtigung dieſer 
beiden Momente zeichnet ſich das Buch ſehr vortheilhaft vor den meiſten 
ähnlihen aus. Wenn troßdem hie und da unter der Rüdſi<t auf 
den zu verlangenden lateiniſchen Ausdru> die deutſche Form hat leiden 
müſſen, ſo möchten wir dem Verf. empfehlen, an ſol<hen Stellen der 
Correctheit der lezteren den Vorzug einzuräumen, dann aber durc< neu 
hinzugefügte Anmerkungen dem Schüler zur Hand zu gehen und ihn 
durch die hier gegebenen Winke auf die von der unſeren abweichende 
Anſchauung38- und Ausdru>s8weiſe des Lateiners hinzuführen, Uebrigens 
werde hervorgehoben, daß in der neuen Auflage die Zahl der am 
Ende des Buc<s8 gegebenen Anmerkungen beträchtlih gewachſen und 
dieſelben zum großen Theil zwe>mäßig ſo allgemein gefaßt ſind, daß 
an vielen Stellen des Textes auf dieſelbe Nummer verwieſen werden 
konnte. Wie durc< dieſe Vermehrung der Anmerkungen und der Ver- 
weiſungen auf dieſelben, ſo wird endlih auc<h dur< die häufigere An- 
wendung der Klammer im Texte dem Schüler mancher nühßli<e Wink 
gegeben und auf die Erzielung einer guten Ueberſezung hingearbeitet. 
Deutſche Subſtantiva, Relativpronomina nebſt dem Hülfsverbum (wo 
im Lat. das Participium ſtehen ſoll), Demonſtrativ- und Poſſeſſivpro- 
nomina, Partikeln u. ſ. w. werden auf dieſe einfachſte Weiſe als im 
Lateiniſchen in Wegfall kommend bezeihnet. Jn der Einklammerung 
der nicht zu überſeßenden Poſſeſſivpronomina ſcheint der Verf. etwas 
zu weit gegangen zu ſein, da doch wenigſtens dem Tertianer die hierfür 
geltenden Regeln geläufig ſein ſollten. 
Neben der Verbeſſerung der Form des gegebenen Materials iſt
	        

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