Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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gefüge, ſ<wülſtige Sprache Lamb's iſt in ein einfacheres und verſtänd- 
liheres Engliſc< verwandelt, 
Freiburg i. B., September 1879. Prof. Tim. Merkel, 
Vorſtand der höheren Bürgerſ<ule. 
Au3wahl engliſcher Gedichte und Proſaſtüke für Schulen und zum 
Privatgebrauch. Jn 4 Stufen geordnet und mit erklärenden Anmerkungen, 
Präparationen und kurzen Biographien der Dichter verſehen von Dr. ZJ. 
Fin>, Prof. am Gymnaſium und der Realſchule zu Baden (Baden.) 
Weinheim 1878. Verlag von Fr. A&ermann. 
Der engliſche Unterriht nimmt an den Real- uud höheren Tö<- 
terſhulen nachgerade eine Stellung ein, die der des griechiſchen Unters 
ri<t8 am Gymnaſium ähnlich iſt, während das Franzöſiſche an jenen 
Anſtalten =- beſonders in Süddeutſc<hland und Deſterreih =- die Rolle 
des Lateiniſc<en übernommen hat. Bei dieſer ernſten Betreibung einer 
Sprache iſt es zweifellos, daß auc< der Dichtung einige Aufmerkſam- 
keit gewidmet werden muß ; auch unterliegt es keinem Widerſpruch, daß 
gerade die Leſeſtüke in gebundener Form ſich in der Regel beſſer, als 
andere, dazu eignen, dem Gedäctniſſe eingeprägt zu werden. Sei es 
nun, daß man die engliſche Poeſie bloß zum Ueberſeßen, oder au< 
zum Memoriren in die Schule hereinzieht, immerhin iſt es wünſc<hens3- 
werth, daß man den geeigneten Stoff nicht erſt zu ſuchen und zu 
bearbeiten braucht. Dieſe doppelte Mühe wünſcht das vorliegende 
Büchlein dem Lehrer abzunehmen, indem es einerſeits eine Sammlung 
zur Lektüre wie auch zum Auswendiglernen paſſender Gedichte, etwa 
nach 4 Jahreskurſen und Altersöſtufen geordnet, darbietet, und ander- 
ſeit8 den nöthigen Kommentar dazu liefert. 
Wenn wir zunächſt die 4 erſten Abtheilungen, die Auswahl der 
Gedichte und einiger Proſaſtüke (im Ganzen 84 Nummern, S. 1--128 
kl. 8) ins Auge faſſen, ſo müſſen wir zwar geſtehen, daß wir etwas 
mehr erzählende, namentlich auch unterhaltende Stüce gewünſcht hätten. 
Wir dürfen mit Sicherheit annehmen, daß e8 dem Herausgeber weder 
eine ſ<were noch eine unwillfommene Aufgabe ſein wird, bei einer 
etwaigen zweiten Auflage auch dieſe epiſche Richtung ein wenig mehr 
zur Geltung kommen zu laſen. Wenn die Summe der Nummern auf 
100 erhöht würde, ſo könnte wohl mit der runderen Anzahl auch ein 
erwünſchtere8s Verhältniß zwiſchen Epik und Lyrik hergeſtellt werden, 
ohne daß eine merkliche Ausſcheidung aus dem ſonſt wohl gewählten 
Materiale nöthig fiele.
	        

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