Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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der Religion und den geſhichtlih politiſ<en Verhältniſſen verfolgen. 
Die Schweiz hat ſi< ganz los8gelöſt vom Deutſchen Reich, der mittlere 
Theil, Elſaß-Lothringen, iſt erſt jüngſt zurü&gewonnen, 
Der centrale Theil war großentheils noZ Meer, als die 
andern Theile, der weſtliche und Lſtlihe, ſchon faſt ganz ausgebildet 
waren (beim Beginn der Triasperiode). Der Boden wird überwiegend 
von der Trias gebildet, welche, ſeit Elſaß-Lothringen zurü&gewonnen 
iſt, ſim in ihrer mitteleuropäiſc<hen Form (Buntſandſtein, Muſchelkalk, 
Keuper) nur in Deutſchland normal entwil>elt findet und hier ſehr 
große Räume einnnimmt. Im übrigen Mitteleuropa fehlt mindeſtens 
ein Glied; außerhalb Mitteleuropa iſt ſie ganz ander8 zuſammengeſett. 
Sie hat, obwohl dem Buntſandſtein no<F eine gewiſſe Großartigkeit 
zukommt, doc<h im Ganzen ruhige Formen und oft horizontale Lagen. 
Der Buntſandſtein, aus dem zahlreihe Dome und Sclöſſer (Dome 
zu Mainz, Worms, Speier, Freiburger und Straßburger Münſter, 
Heidelberger Schloß) erbaut ſind, ergiebt den herrlichſten Waldboden, 
der Muſchelkalk trägt auch manche ſchöne Getreidefluren, enthält aber, 
wie im Eichsfelde und bei Jena au< ſehr öde Parthien, der Keuper 
erweiſt ſim als trefflih für intenſive Gartenzuc<t geeignet (Erfurt, 
Bamberg, Stuttgart). Dagegen fehlen faſt alle Steinkohlenlager, die 
im weſtlichen und öſtlihen Theile eine ſo hervorragende Rolle ſpielen, 
und es könnte ſich daher wohl ereignen, daß dieſe Gegenden, weil ſie 
von Fabrikinduſtrie mehr frei bleiben, im Gegenſaß zu Riehlſchen 
Auſ<auungen, bald den Eindru> der am mindeſten von moderner 
Cultur zerfreſſenen machen werden. E38 iſt daher bezeichnend, daß 
gerade hier diejenigen Stämme wohnen, die am reinſten deutſc< ver- 
blieben ſind, darunter jol<e, wel<he, wie Heſſen und Thüringer ihre 
Siße ſeit alter Zeit nie verändert haben, und daß die wenigen 
Spuren ſlaviſher Eindringlinge (Serben u. a.) längſt verwiſcht ſind. 
Hier namentlih haben die großen Kaiſergeſchlehter der Sachſen, 
Franken und Hohenſtaufen geſchaltet und ihre Hauptſize gehabt. Die 
Oſtgrenze dieſes Theiles zieht ſich von der ſcharf abgezeichneten Leipziger 
Tiefland8bucht zum Naabthal und dann zum Jun, 
Im Öſtlichen Theil treten unter den Steinen Granit, Urge- 
birge und Quaderſandſtein am meiſten hervor. Die Trias fehlt im 
V. des Meridians von Leipzig völlig, die juraſſiſchen Bildungen faſt 
völlig, das böhmiſc<-mähriſc<he Maſſiv ſpielt eine ganz präponderante 
Rolle. Es bildet überhaupt das am ſc<härfſten abgegrenzte Land auf 
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