Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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Für die Klaſſen I1l2 und Ib iſt zunächſt dringend darauf zu 
halten, daß von Zeit zu Zeit (etwa alle 4 Wochen) ein Abſchnitt aus 
der Formenlehre zur Nepekition aufgegeben werde. Zm Uebrigen fommt 
der III a die Repetition der 8ynt. conven. und der Cajuslchre, der 
IIb die der Tempus- und ModuSlehre zu. Zwei Stunden ſind von 
den 6 der grammatiſchen Unterweiſung zu überlaſſen. 
In Ila--Ia iſt die Syntax zum dritten Male zu repetiren aber 
in durchaus anderer Weiſe als in den mittleren und 
unteren Klaſſen, worüber ſpäter Näheres. Au< hier ſind zwei 
Stunden wöchentli< dem grammatiſhen Unterricht zu widmen. 
Oh die lateiniſche Arbeit vom Uebergang nach I ans Ende des 
Sculfkurſus, alſo in die Abgang8prüfung zu legen jei, ſcheint mir 
minder weſentlich, ſo ſehr ich perſönli< dafür ſtimmen würde. Beim 
Wegfall des engliſhen Aufſaßes und der Arbeit für die Chemie würde 
das au< keine Mehrbelaſtung 'einſhließen, zumal von hervorragender 
Seite (Schrader, Untl. 3. Aufl. S. 402 und 403) die Fortſeßung der 
ſchriftlihen Arbeiten in I gefordert, auf manchen Realſ<hulen mit ver- 
mehrtem Lateinunterricht auch geübt wird. 
I< habe eben angedeutet, daß die Methode des Unterrichts in 
den Oberklaſſen eine andere ſein müſſe als in den Unter- und Mittel- 
klaſſen d. h. es bedarf für jene einer ander3 geſtalteten Grammatik. Wie 
ſoll vie Grammatik für die Oberklaſſen beſ<haffen ſein? 
Auf die Geſchihte der no<F heut meiſt üblihen Geſtaltung der 
lateiniſ<en Syntax einzugehen, fehlt mir an dieſer Stelle der Raum. 
Do< das darf ih wohl ohne auf Widerſpru<ß zu ſtoßen behaupten- 
daß dieſe Geſtaltung von den älteren Grammatikern durc unſicheres 
Zutappen begründet iſt und ohne weſentliche Aenderungen und Beſſe- 
rungen ſich von Geſchle<ht zu Geſchlecht vererbt hat. Wie man in der 
Formenlehre die Declinationen und dann die Conjugationen behan- 
delte, ſo in der Syntax zuerſt die Verhältniſſe des Subſtantivs im 
Saße, angereiht au die ſo bequem ſich bietenden Caſus, dann die Ver- 
hältniſſe des Verbums, angeſchloſſen an die Modus- und Tempus- 
formen. Vorn fliäte man dann die 8yutaxis convenientiae an, ſc<ob 
überall Anhänge u. ä. ein und ſ<huf endlih zum Sc<luß eine ſog 
Syntaxis ornata, die ein buntes Gewimmel grammatiſher und ſtili- 
ſtiſcher Regelmaſſen enthielt. NReſormverſu<he ſind gemac<t und die 
neueren Arbeiten zeigen zum Tbeil eine Anordnung, bei der wenigſtens 
eine leidlihe Juhalts3überſiht möglich iſt. Ja, hier und da iſt auc<
	        

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