Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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Schwierigkeit als der ſtoffliche Inhalt maßgebend geweſen ſind. De3- 
halb iſt der beſondere Fall, wenn er einfacher war, dem allgemeinen 
vorauf geſhi>t worden. Wenn au< aus Mangel an Zeit nur die 
leihteren Aufgaben eines jeden Abſchnitts gelöſt werden können, ſo 
wird der Schüler davon do<h einen ungleich höheren Gewinn haben, als 
wenn die darſtellende Geometrie ganz und gar vernachläſſigt wird, Er 
lernt dann doh wenigſtens die erſten Anfänge kennen und kann ſich 
ſpäter leichter forthelfen, als wenn er jeder Grundanſhauung entbehrt. 
Bietet ſich aber ſpäter die Zeit für eine Fortſezung des Unterrichts, 
ſo kann, nachdem die weiteren Aufgaben gelöſt worden, der dur<- 
genommene Lehrſtoff ſc<ließlih kurz zuſammengefaßt werden, etwa in 
der Weiſe wie e3 Gallenkamp in dem oben erwähnten Werke gethan hat. 
Ein Lehrbuch der darſtellenden Geometrie hat der Schüler keines- 
wegs durc<aus nöthig; will man aber eins empfehlen, ſo ſcheint mir 
ganz geeignet: Diegel, Dr. E. F., die Elemente der Projektionslehre 
mit 120 Holzſchnitten. Leipzig, L. Gebhardt. 1876. 1 Mark. Das 
Buch enthält namentlich vortreffliche Aufgaben. 
Dem Lehrer ſei das in der vorliegenden Arbeit vielfach benutte 
Werk beſtens empfohlen: Jullien A., Cours 6lementaire de geomö6- 
trie degeriptive. 1 vol. in-18 jegus, cartonne, avec 144 feulles 
de figures intercaltces dans le texte. Paris, Gauthier-Villars 
oder Alphonse Picard. 1878. 3 Fr. 50 Cent, Jeder Zeichnung des 
Werkes in darſtellender Geometrie iſt zum leichteren Verſtändniß eine 
perſpektiviſ<e Zeichnung beigegeben. 
Als Anſ<auungsmittel hat derſelbe Verfaſſer 30 Modelle aus 
ſtarker Pappe beraus8gegeben, die von denſelben Buchhändlern zu 15 Fr. 
zu beziehen ſind. Die dargeſtellten Ebenen ſind 7,5 ecm lang und 
6 cm breit. 
Der erſte Unterri<ht in der darſtellenden Geometrie wie in der 
Perſpektive hat an Modelle anzuknüpfen; denn wenn irgendwo, ſo 
iſt es in dieſem Unterrichtsfac<he angezeigt, von der Anſ<auung aus>- 
zugehen, weil ſonſt bei den dur<ſ<nittlich begabten Schülern, alſo bei 
der überwiegenden Mehrzahl ein befriedigender Erfolg niht zu ex- 
warten iſt. Im weiteren Verlauf des Unterrichts ſind dann die Zeich- 
nungen zum Ausgangspunkt zu nehmen. Der Schüler wird allmählig 
vom Anſchauungsmittel unabhängig gemacht und an ſeine innere An- 
ſhauung verwieſen, deren Ausbildung das eigentliche Ziel des Unter- 
richt3 iſt. IZ< habe zu meiner vollen Zufriedenheit die verbreiteten
	        

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