Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

-- 342 = 
Neue Verbindungen ſind wohl aus dem Vitriolöl und den Metall- 
oxyden entſtanden, aber die Frage : Jſt Vitriolöl ein Element oder 
eine Verbindung, bleibt offen. =“ Läßt ſih durc< Einwirkung eines 
Element8 ein andere8 ausſheiden wie z. B. Waſſerſtoff aus Waſſer 
dur< Eiſen (11.)? Einwirkung von Eiſen und von Zink auf ver-. 
dünntes Vitriolöl. Ausſ<heidung eines Gaſe8: Waſſerſtoff ()). Vitriolöl 
iſt eine Verbindung, einer der Beſtandtheile Waſſerſtoff. =- Zink und 
Eiſen löſen ſih. Beim Eindampfen der Löſung erhält man wieder 
Zinkvitriol und Eiſenvitriol. -= Kupfer giebt mit verdünntem Vitriolöl 
keinen Waſſerſtoff, beim Erhißen mit concentrirtem entwickelt ſich ein 
Gas, aber nicht Waſſerſtoff, ſondern ſ<weflige Säure (711). Als 
Nebenproduct erhält man jedoch Kupfervitriol. Zufolge der Aehnlich- 
keit im Verhalten von Eiſen, Zink, Kupfer wurde Waſſerſtoff erwartet. 
Wie verhält ſich Eiſen und Zink gegen concentrirtes Vitriolöl : Ent- 
wi>lung von ſchwefliger Säure unter Bildung von Zink- oder Eijen- 
vitriol. Die Aehnlichkeit im Verhalten tritt alſo hier wieder hervor. 
--- Dem Kupfer und dem Kupferoxyd ganz ähnlich verhält ſich Quec- 
ſilber und Quedſilberoxyd gegen Vitriolö!l. =- Neſultate der Verſuche : 
2. Vitriolöl =“ Schwefelſäure = enthält neben Waſſerſtoff no< 
Schwefel und Sauerſtoff, denn aus dieſen Elementen beſteht die 
ſchweflige Säure (I). b. Der Metallvitriol muß neben Metall noc< 
Schwefel und Sauerſtoff enthalten. == Kupfer-, Eiſen- und Zinkvitriol 
werden zu den Salzen gere<hnet. Als <aratkteriſtiſche Eigenſc<aften der 
Salze gelten im gewöhnlichen Leben : Feſter Aggregatzuſtand, LöSlich- 
keit im Waſſer, Geſ<ma>. Die Begriffsbeſtimmung iſt mangelhaft; 
denn z. B. Zucker hat dieſe Eigenſchaften, und doh rechnet ihn Nie- 
mand zu den Salzen. --- Verſue) aus der Entſtehungsweiſe den Be- 
griff des Salzes, zunächſt für die Metallvitriole abzuleiten. Drei ver- 
ſchiedene Bildungs8weiſen : a, Metalloxyd =- Baſis =- und Schwefel- 
ſäure, die Bildung eines Nebenproduct8 nicht bemerkt; b. Metall und 
verdünnte Schwefelſäure, Nebenproduct: Waſſerſtoff. «. Metall 
und concentrirte Schwefelſäure, Nebenproduct : Sc<weflige Säure, =- 
In allen Fällen wirkt alſo Metall auf Schwefelſäure. Der compli- 
cirteſte Fall iſt offenbar der lehte, da hier die Schwefelſäure na<ß 
verſchiedener Richtung Zerſeßung erleidet; aus dem einen Theil tritt 
Schwefel und Sauerſtoff mit in den Metallvitriol, aus dem zweiten ent- 
wi&elt ſich ſhweflige Säure. Der einfachſte Fall ſcheint der erſte. Erſte 
Faſſung: „Der Metallvitriol entſteht dur< Vereinigung von Metalloxyd
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.