Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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Eigenſchaften am eheſten dem griechiſchen Hermes, dem Raſchen und 
Beweglichen, vergleichbar, wie Dr. Zimmer und Roſc<h er nachgewieſen 
haben. Aber es ſind uns deutlic< jprehende Zeichen, welche eigenſinnige 
Gleihmacher zu verwiſchen umſonſt ſi< abmühten, es ſind uns deutlich 
ſprechende Zeichen überliefert, daß zumal bei den Semnonen, den 
Ahnen der Alamannen und Schwaben, Tiu, ſpäter Ziu, der erhabene 
Himmelsgott geblieben iſt, der Hauptgott des Landes, der Stifter des 
Volkes, vor deſſen Macht ſic) der Sterblic<e beugt und in deſſen Hain 
er ſim gebunden auf die Erde wirft. Unſere Ahnen ſind Ziuvari, 
d. h. Ziuverehrer, und bis auf heute wohl iſt manc<her Orte der 
Zistag, d. h. der Tag des Tiu, Zin, wie er es einſtens war, der 
Tag der Eheſchließung geblieben. Die Zeit geſtattet uns nicht, Sie, 
v. A., heute auf dem reizenden Felde der vergleichenden Mythologie 
weiter herumzuführen ; ob es uns vergönnt iſt, Ihnen ein andere38 Mal 
Grundlagen und Geſtaltungen der Mythologie überhaupt, lebendige 
Bilder des indogermaniſchen, des indiſchen, griechiſ<en und deutſchen 
Glaubens zu zeichnen, und ob im es dann vermöge, die oberflähliche 
Malerei wälſcher Inſtitute zu verwiſchen, das ſteht dahin; heute be 
gleiten Sie mich mit freundli<er Theilnahme auf ein anderes Gebiet 
der Culturgeſc<ichte, das uns allen ſo nahe liegt, auf ein Gebiet, 
welches troß aller Verfla<hungs- und Löſungsgelüſte ſeine hohe Geltung be- 
wahren muß, auf das Gebiet der Familie oder, ſagen wir es lieber 
deutſ<, der Sippe. Wir dürfen wohl den Saß aufſtellen, daß die 
Ehe mit Einem Weibe, die Monogamie, ein Grundzug der indoger- 
maniſchen Familie, die Ehe mit mehreren Frauen, die Polygamie, 
eine Ausnahme ſei. Auf die Stellung der Hausfrau ſcheint uns 
ſhon der im Veda vorkommende Ausdru>k, der Dualis palit „die 
beiden Herren", zu weiſen; mit pati vergleichen Sie lat, poti, griechiſch 
ort = 7001 = „Herr, Gatte“, got. fathi -- in brüthfaths „Herr 
der jungen Frau" und hundafaths, centurio ---, es ſcheint auf jene 
Stellung hinzuweiſen ved. patni, d. h. die Herrin, Gattin, im Grie: 
<iſchen 7rorvea oder zrozve, Beinamen hehrer Göttinnen und hoher 
ſterbliher Frauen, und daran reiht ſi< &dEo&omrowe, „die Hausherrin,“ 
das Femininum zu dem bekannten &o&7r0z7g, welhem aufs klarſte ein 
ind, jäspatni neben dem wirklih vorkommenden jäspati „Herr der 
Familie, der im Hauſe gebornen", entſpreehen müßte, das hat J. Schmidt 
bis zur Evidenz bewieſen. Mit indiſchem jäspati ſtimmt genau ein 
jlav. go08podi, ruſſ. g08p641, ſlov. gospöd, und altbulgariſch go8poda
	        

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