Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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die Dichter der Königin Anna! Pope, Addiſon 2c. ſind Schüler 
Boileau's, während die volksthümli<hen Sc<riftſteller, ſo John Bunyan, 
dem ſächſiſchen Elemente treu bleiben. Der Einfluß des lateiniſchen 
Element8 behauptet ſich bis heute niht nur durch das Fortbeſtehen 
der Sceideformen, ſondern auch durc< die Schreibung. Durch Garri, 
welcher die Racine-Dynaſtie ſtürzt, dur< Biſchof Percy, Walter Scott 
und die Seeſhule, Byron wird der Anſtoß zur Reaction gegeben und 
die Mehrzahl der engliſchen Dichter hält nunmehr das germaniſche 
Element al8 das nationale Kernelement des Engliſchen in Ehren. -- 
Bezüglich der praftiſhen Verwerthung in der Verkehrsſprache, erklärt 
der Verfaſſer, ſei das ſächſiſ<e Element das vorherrſchende, Der 
grammatiſche Bau des Engliſchen iſt entſchieden germaniſ<. Von den 
100,000 Wörtern des engliſchen Wortſchatzes ſollen zwar zwei Drittel 
romaniſch ſein, aber das germaniſche Drittel kommt fünfmal ſo oft 
zur Verwendung als das romaniſche. Die litterariſ<en Erzeugniſſe 
der älteren Periode nur kurz andeutend, beginnt der Verfaſſer im 
zweiten Abſchnitt die Literaturgeſhi<hte der neuentſtandenen Sprache 
mit Chaucer, deſſen Verdienſte er gebührend hervorhebt; von ſeinen 
Zeitgenoſſen und Nachahmern nennt er nur den Poſſenreißer Stelton, 
neben dem die Namen eines Gower, Occleve und Lydgate ſicherlich 
eine Erwähnung verdient hätten. Zn Sceottland ſchließt ſih an 
Chaucer der Satyriker William Dunbar. Auf geſc<hi>te Weiſe wird 
alsdann dargethan, wie die Litteratur aus der traurigen Verderbtheit, 
in die ſie verſunken war, durc< die Renaiſſance und die religiöje Be- 
wegung gerettet wird und wie allmähli< die große Zeit vorbereitet 
wird, in der Spenſer und Shakeſpeare mit ihren Meiſterwerken auf- 
treten. Mit Necht wird dem dritten Abſchnitte, der klaſſiſchen Periode 
unter der Königin Eliſabeth (1560--1616), ein größerer Raum ge- 
währt und derſelbe ausgefüllt dur; eine dur<weg gelungene Scilde- 
rung der Zeit- und Sittenverhältniſſe, Lyly's Euphues und Sidney's 
Arcadia werden rühmend hervorgehoben, dann aber dem Verfaſſer der 
Fairy Queen mit Nec<ht vollſtes Lob gejpendet. Nachdem in Kürze die 
Weiterentwi>kelung des engliſhen Dramas (Miracle play. Moralities) 
gezeigt und ein Bli>d in eine Schaubühne damaliger Zeit gethan wor- 
den, beſchäftigt der Neſt des dritten Abſchnitt8 fim lediglih mit 
Shakeſpeare und ſeinen Geiſte3erzeugniſſen. Jhm folgen der gelehrte 
Pedant Ben Jonſon, ferner Beaumont und Fletſcher, welche eine 
realiſtiſ<e Richtung in der Poeſie vertreten. Unter dem Einfluß der 
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