Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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Da die Geſammtzahl der Lehrſtunden bei meinem Entwurfe um 
15 niedriger iſt, als bei dem jetzigen Normalplan, ſo ſteht demjenigen, 
der in dieſem oder jenem Fache der vorgeſchlagenen Stundenvermin- 
derung nicht zuſtimmt, kein Hinderniß entgegen, jol<her Ab- 
weichung in einem einzelnen Punkte Rechnung zu tragen, ohne 
das Ganze zu verwerfen, 
In Bezug auf die bei meinen Vorſchlägen vorausgeſeßte Möglich- 
keit einer Verminderung der Stundenzahl für das Lateiniſche müſſen 
natürlih vor allem thatſählihe Erfahrungen von Wichtigkeit ſein. 
I< laſſe daher zum Schluß mit der mir gütigſt ertheilten Erlaubniß 
des Herrn Verfaſſer3 den oben erwähnten Bericht de8 Herrn Real- 
ſ<hul-Director8 Dr. Kortegarn, welchen derſelbe auf Veran- 
laſſung einer von Seiten des Allgemeinen Kriegs8-Departements des 
Königl. Preußiſhen Kriegsminiſterium8 an ihn gerichteten Anfrage 
ausgearbeitet hat, in wörtlihem Abdrucke folgen: 
„Bonn, den 9. Oktober 1879. 
Ein Hochverehrlihes Allgemeines Kriegs-Departement des Königl. 
Preußiſchen Krieg3-Miniſteriums hat unter dem 27. September d. J. 
(Nr. 8761 9 A 2, hier eingegangen am 1. d. M.) an den gehorſamſt 
Unterzeichneten die Anfrage geſtellt, ob die in hieſiger Anſtalt eingeführte 
Pertbes'ſ<he Lehrmethode für den Unterricht im Lateiniſchen nach den 
bisher gemachten Erfahrungen ſich bewährt habe, ob deren Beibehaltung 
beabſichtigt werde und die Einführung derſelben unbedingt empfohlen 
werden füönne, 
Unſere Anſtalt, wel<he den Lehrplan der Nealſ<ulen I. Ordnung 
genau befolgt, legte dem Unterricht im Lateiniſchen früher die Fromm'ſche 
Grammatik mit den dazu gehörigen Ueberſezung3büchern zu Grunde. 
Die Erfolge dieſes Unterrichtes waren durc<gehends ſelbſt bei energi- 
ſchen Lehrern in keinem richtigen Verhältniß zu der darauf verwandten 
Zeit und Mühe. Nachdem ic< dur< eingehendes Studium der Per- 
tbes'ſ<en Reform-Artikel: und der dieſen Punkt behandelnden Litteratur 
die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß auf dem Perthes'jhen Wege 
das Ziel der Realſchulen, ihre Schüler, unter Verzichtleiſtung auf die 
im Gymnaſium zu erwerbende Gewandtheit im Lateinſchreiben, in den 
Geiſt und die Litteratur des Alterthums einzuführen, leichter zu erreichen 
ſein würde, als auf dem alten Wege, wurden mit Genehmigung der 
vorgeſeßten Behörden Oſtern 1876 zunächſt in die Sexta die Perthe3- 
ſchen Lehrbücher eingeführt. Wenn im Anfange weniger günſtige Er-
	        

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