Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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verlaſſe; daß er ſich an's Rathen und an Oberflächlichkeit gewöhne; 
der Knabe iſt leicht verſucht, die bloß mündliche Repetition zu Hauſe, 
die keinen Tag unterlaſſen werden darf, zu vernachläſſigen, weil die 
Kontrolle für den Lehrer nicht immer leicht iſt. Ein umſichtiger Lehrer 
wird ſolche Mißſtände ſelbſt erkennen und ihnen entgegenzuarbeiten 
nicht verſäumen. Ferner tritt anfangs eine große Unbeholfenheit im 
Veberſezen aus dem Deutſchen in's Lateiniſche hervor, was diejenigen 
mit Bedenken erfüllen muß, welche gewöhnt ſind, ſhon von der unterſten 
Stufe an das Ziel, nämlic< das Abiturientenexamen mit ſeiner For- 
derung des lateiniſchen Scriptum's in's Auge zu faſſen. Eine ſtärkere 
Betonung der Extemporalien und die Herſtellung eines methodiſch geord- 
neten Uebungsſtoffes für dieſelben, wenigſtens für die Hand des Lehrers, 
erſ<heint dem Unterzeichneten wünſchen3werth. 
E3 ſind bei uns während des Schuljahres von Oſtern 1878 bis 
79 die 112 erſten Nummern in unſerer Sexta vorgenommen worden, 
Von den 13 Schülern dieſer Klaſſe haben zwei dieſes Penſum ſic< 
nicht genügend angeeignet ; von den 11 Verſezten meldete ſich der 
Schwächſte zur Aufnahme in die Quinta des hieſigen Gymnaſiums und 
beſtand die dort mit ihm vorgenommene förmliche Aufnahmeprüfung. 
Die in unſere Quinta Uebergegangenen machten während des Sommer- 
Semeſters 1879 Nr. 113--150 durch und ſollen während des laufenden 
Winters bis 212, alſo bis zum Abſchluß des Perthes'ſchen Werkes 
kommen. Sie werden als8dann die „lateiniſ<e Formenlehre zum wörts=- 
lihen Auswendiglernen von Hermann Perthes" im Weſentlichen feſt 
ihrem Gedächtniſſe eingeprägt haben und dur< die zum Theil recht 
ſc<wierigen Leſeſtüke des Quinta-Curſus hinlängli< vorbereitet ſein, 
in der Quarta ſofort die Lectüre des Cäſar zu beginnen. Es iſt 
unſere Abſicht, in Quarta das erſte Buch (die ſc<wierigeren Stellen 
werden vom Lehrer vorüberſeßt) und in den beiden Tertien die ſämmt- 
lihen übrigen Bücher von Cäſars bell. gall. lefen, und den Nepos 
entweder ganz wegfallen, oder während der Tertiajahre privatim leſen 
zu laſſen. . 
Dem jeßt no<M beſtehenden Mangel einer Perthes'ſ<en Syntax 
haben wir im vollen Einverſtändniß mit Perthes ſelbſt dadur< abge- 
holfen, daß wir für unſere Schüler die ausgezeihnete Fromm'ſche 
Syntax unter Weglaſſung der Fromm'ſhen Formenlehre mit der Per- 
the&'ſ<en Formenlehre in einen Band zuſammenbinden laſſen; beide 
laſſen ſich, wie eine eingehende Unterſuchung ergeben hat, zuſammen
	        

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