Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

 
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das herrliche, an das große Ziel, das in dem Wirken für das Wohl Deutſch- 
lands, ſeine Eintracht, Geſinnung und Bildung uns Allen vorſchwebt, deſſen 
Erreichung unſer Aller gerechter Stolz iſt. Möge ſolhe Weihe, ſol<er Segen 
Ihre Arbeit begleiten." 
Nachdem Director Kern dem Herrn Oberpräſidenten für ſeinen Gruß gedankt 
hat, ertheilt er dem Herrn Oberbürgermeiſter Ha ken das Wort. Der Vertreter 
der Stadt Stettin ſpraH: „Jm Anſc<hluß an die Worte des Herrn Oberpräſi- 
denten, welcher die geehrte Verſammlung im Namen der Provinz begrüßt hat, 
will im Zhnen auc< Seitens der Stadt ein herzliches Willkommen zurufen. 
Gemeinde und Schule müſſen zuſammengehen. Zn der Pflege und Förderung 
des Unterrichts und der Bildung erfüllt die Gemeinde eine ihrer wichtigſten Auf“ 
gaben. Denn mit dem erſten Shulgange machen wir auch den erſten Schritt 
aus dem Kreiſe der Familie zu dem Bewußtſein einer weiteren Zuſammenhörig- 
keit zu einander. Erſt durch die Erziehung lernen wir erkennen, daß wir auf 
die Gemeinſchaft mit Anderen angewieſen, uns ſelber nicht genügen und in dem 
Wohle Anderer unſere Befriedigung ſuchen müſſen. So entfaltet ſic aus der 
Erziehung und unſcheinbaren Ordnung der Schule die größere weitere Ordnung, 
„die ſegensreiche, die der Städte Bau gegründet“, ſo wächſt und erſtarkt in den 
ſtillen Räumen der Schule die Liebe zu dem gemeinſamen Vaterlande, die Be- 
geiſterung für alles Hohe und Jdeale. Nur die Erkenntniß der Wahrheit giebt 
uns die Kraft und den Muth, die Wirklichkeit nach ihr zu geſtalten. Seien Sie 
daher überzeugt, meine Herren, daß wir durchdrungen ſind von dem ganzen 
Werthe Jhres Berufs, dem wir die Zukunft unſerer Jugend anvertrauen, und 
daß wir hocherfreut ſind, Sie in unſerer Mitte zu begrüßen. Jn voller Sym- 
pathie für Jhre Beſtrebungen danken wir Jhnen, daß Sie auf Zhrer Jahres- 
wanderung zum gegenſeitigen Austauſch Jhres Wiſſens und Jhrer Erfahrung 
unſere Stadt gewählt und wünſchen, daß es Jhnen bei uns wohl gefallen möge. 
Seien Sie Alle un3 noc<hmals herzli< willkommen." 
Die Verſammlung hatte die Grüße der Vertreter und Vorſteher der Provinz 
und Stadt mit Beifall entgegengenommen. Nachdem auc< dem Herrn Ober- 
bürgermeiſter vom Präſidium gedankt worden war, machte der College des Herrn 
Dr. Kern, der ſi< mit ihm in das Präſidium der Verſammlung theilende Gym- 
naſialdirector Dr. Weider einige geſchäftliche Mittheilungen, die er mit dem 
Bedauern einleitete, daß er den eben gehörten erhebenden Worten ſolche nüchterne 
Notizen folgen laſſen müſſe. Herr Dr. Treu hatte einen Vortrag über die Funde 
in Olympia zugeſagt, welcher in der (heutigen) erſten Sizung gehalten werden 
ſollte, iſt aber, wie er in letzter Stunde erſt telegraphiſch gemeldet hat, leider 
verhindert. Jn die dadurc< entſtandene Lücke ſei in danken3werther Weiſe für 
die erſte allgemeine Sizung Herr Dr. R. Henning aus Berlin eingetreten, 
deſſen urſprünglich für die deutſc<h-romaniſc<e Section angekündigter Vortrag die 
deutſchen „ Runen" behandle. Ferner ladet Herr Dr. Weier zu einer Sitzung 
des Generalvorſtandes ein, in wel<her Beſc<luß gefaßt werden ſoll über den Ort, 
an wel<hem die Philologenverſammlung im nächſten Jahre tagen ſoll. (Der 
Generalvorſtand wird gebildet aus den derzeitigen Prätidenten der Verſammlung 
und den jeweilig in der Verſammlung anweſenden Präſidenten aus früheren 
Jahren. Sol<he ehemalige Präſidenten ſind drei in Stettin zugegen; zu dieſen
	        

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