Full text: Pädagogisches Archiv - 22.1880 (22)

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beweiſen wenig. Was mit dreizehn Sextanern möglich iſt (die Zahl 
der Quintaner wird nicht angegeben), wird man mit fünfzig nicht 
erreihen. Man wird eben noh viel weiter gehende Erfahrungen ab- 
warten müſſen, bevor man es wagen könnte, na<m Perxthes' Vor- 
ſchlägen eine Realſchule zu conſtruiren. Auch im Einzelnen iſt manches 
ſehr Bedenkliche in dem, was Perthes vorſchlägt. Wie beiſpielsweiſe 
ein Quartaner den Cäſar mit wirklihem Verſtändniß leſen ſolle, 
vermag ich nicht einzuſehen ; ein für beſtimmte Klaſſen zurecht gemachtes 
Präparat iſt doH nicht der Schriftſteller. Es giebt ja auc< einen 
kleinen Livius für Quarta. 
Was Perthes über die ſyſtematiſche Benutzung der Ueberſeßzun- 
gen griechiſcher Autoren in den Realſchulen ſagt, iſt intereſſant, 
aber wohl nur geiſtvolle Theorie. Man wird mit großem Nutßen in 
der Prima eine und die andere Sophokleiſche Tragödie in der Donner-. 
ſchen Bearbeitung, auc< wohl einzelne platoniſche Dialoge Scleier- 
mader's leſen können; man wird aber ſc<werlih dem Quintaner die 
Voſſiſ<e Bearbeitung des Homer bieten dürfen, ohne ihm den Ge- 
ſhma> an Homer auf das gründlichſte zu verleiden. =- Daß ic<h aber 
troß unſerer Meinungsverſchiedenheit Herrn Perthes ſehr dankbar 
bin für mancherlei geiſtvole und belehrende Anregungen ſeines Auf- 
ſatzes, möchte im do<m no< ausdrücdlic<h hervorheben, 
Stettin. A. Kuhr.
	        

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